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Trainer Hildmann schimpft beim Ausgleichstor über Mause

Ohne Lachen in die Pause

Münster

Preußen Münster hat in Überzahl einen 1:0-Vorsprung gegen Borussia Mönchengladbachh II nicht über die Zeit gebracht. Beim 1:1 zog sich Marius Mause dabei den Zorn von Trainer Sascha Hildmann zu, der Führungstreffer durch Nicolai Remberg reihte vor 2873 Zuschauern nicht zum Heimsieg.

Von Alexander Heflik

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Tarik Damar (kleines Bild) lässt Marius Mause mit Verspätung aufs Feld, das 1:1 fiel kurz davor. Referee Luca Marx zeigte Jacob Italiano die Rote Karte. Foto: Jürgen Peperhowe 

Kurz vor dem Ende der Partie wollte Sascha Hildmann die knappe Führung über die Zeit retten. Borussia Mönchengladbach II hatte sich über den quirligen Lamin Touray einen Eckball erkämpft. Fünf Minuten noch, Marius Mause sollte flugs anstelle von Henok Teklab zusätzliche defensive Sicherheit bringen, den einen Pfosten gegen etwaige Kopfbälle absichern. Ein Wechsel kurz vor Ausführung des Eckballs – ein riskantes Manöver.

Wechsel von Teklab zu Mause

Aber Mause, Stammkraft in der U 23 in der Oberliga, hatte den Stutzen und das entsprechende Tape nicht richtig verklebt. „Die Linienrichter warten doch nur auf solche Sachen. Wenn er eingewechselt werden will, dann muss er fertig sein. Das war amateurhaft“, schimpfte Trainer Sascha Hildmann. Das werde Konsequenzen haben. Hildmann: „Da sollte Mause stehen.“ Er meinte die Position am kurzen Pfosten, wo der Kopfball von Michel Lieder, einem der in Unterzahl spielenden Mönchengladbacher, ins Preußen-Tor flog.

Mause, der Sündenbock? Das war schon überhart gegen den 24-Jährigen geschossen. Schließlich standen sich in diesem Moment auf beiden Seiten neun Feldspieler gegenüber, Münster war nicht in Unterzahl. Zudem war der kopfballstarke Gerrit Wegkamp vom Feld geholt worden und Münsters Lufthoheit mit einer kleinen Formation vom Trainer Hildmann beschnitten worden.

1:1 ist eine gefühlte Niederlage

So oder so. Die Gäste hatten dem SCP mit dem 1:1 (0:0) in der 85. Minute eine „gefühlte Niederlage“ verpasst. Wie schon gegen den 1. FC Köln (1:1) patzte der SCP im Schlussakkord entscheidend. Allein dadurch sind vier Punkte futsch. Es war andererseits auch der 27. Punkt aus den letzten elf Spielen ohne Niederlage.

Italiano sieht rot

Der SCP war nicht so dominant wie in den letzten Wochen. In einer ereignisarmen ersten Hälfte hätte Gladbachs Jacob Italiano die Rote Karte nach 17 Minuten nicht an Schiedsrichter Luca Marx zurückgeben sollen. Dem Referee war der Karton aus der Tasche gefallen, in der 45. Minute zeigte er diese Italiano nach einem Foul an Manuel Farrona Pulido. Irgendwie schlechtes Karma.

Eine Halbzeit in Überzahl, Hildmanns Fazit hörte sich zunächst nach einem Sieg an: „Unsere Führung war verdient, Gladbach hat sich gut verkauft.“ Um dann anzufügen: „Wir hatten nicht viele Chancen, uns fehlte Durchschlagskraft.“ Die Hereinnahme von Joshua Holtby zahlte sich kurzfristig aus, einen glänzenden Spielzug von Thorben Deters und Passgeber Manuel Farrona Pulido veredelte Nicolai Remberg mit dem 1:0. „Nach dem Ausgleich ist keine Freude mehr über das Tor da. Wir waren nicht so überlegen wie sonst“, so Remberg frustriert, „das tut weh, das mussten drei Punkte für uns werden. Mit einem Grinsen gehen wir nicht in die Pause.“

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