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Fußball: Bezirksliga 7

Mario Zohlen hört als Trainer der SG Telgte auf

Telgte

Das kommt überraschend, zumal zu diesem Zeitpunkt: Mario Zohlen gibt sein Traineramt bei der SG Telgte auf. „Das Feuer brennt nicht mehr“, sagt der Münsteraner. Ein Vater-Sohn-Gespann übernimmt vorerst das Ruder.

Von Ralf Aumüller

Nur wenige Wochen nach seiner Rückkehr zur SG Telgte ist schon wieder Schluss: Mario Zohlen gibt das Traineramt beim Bezirksligisten auf. Foto: Aumüller

Der Zeitpunkt ist sehr ungewöhnlich, der Grund noch ungewöhnlicher: Wenige Tage vor dem Saisonstart in der Fußball-Bezirksliga hört Mario Zohlen als Trainer der SG Telgte auf. Am Dienstagabend informierte er in einem persönlichen Gespräch den zweiten SG-Vorsitzenden Jan Lauhoff, einen langjährigen Vertrauten. Am Donnerstagabend sprachen Zohlen und die SG-Verantwortlichen mit der Mannschaft.

„Ich habe in den letzten Wochen gemerkt, dass ich kein Trainer mehr bin. Das Feuer brennt nicht mehr, das Amt ist eine Belastung für mich geworden“, erklärt Zohlen, dass er – rein auf den Fußball bezogen – mit großen Motivationsproblemen zu kämpfen hat.

Rückkehr erst in diesem Sommer

Der Münsteraner war erst in diesem Sommer nach Telgte zurückgekehrt. Er hatte die SG bereits von 2016 bis 2020 gecoacht – im ersten Jahr gemeinsam mit Lauhoff und die anderen drei Spielzeiten hauptverantwortlich. Von 2020 bis zum Frühjahr dieses Jahres trainierte er den A-Kreisligisten Schwarz-Weiß Havixbeck, ehe er Anfang Juli als Nachfolger von Frank Busch erneut den Posten beim Bezirksligisten antrat.

Auch Lauhoff war von Zohlens Entscheidung überrascht. „Wir müssen das akzeptieren“, sagt der zweite Vorsitzende. „Einen günstigen Zeitpunkt gibt es für einen solchen Schritt nie, aber ein paar Tage vorm Saisonstart ist das sehr unglücklich.“ Am Sonntag (15 Uhr) startet die SG mit einem Heimspiel gegen den VfL Wolbeck. Lauhoff betont: „Das Wichtigste ist jetzt, dass wir den Fokus ganz auf dieses Spiel richten und dass Mario die für sich richtige Entscheidung getroffen hat. Die Mannschaft ist gefestigt genug. Da sehe ich für Sonntag keine Probleme.“

Jan Lauhoff

Um das Training und das erste Meisterschaftsspiel kümmern sich gemeinsam der neue spielende Co-Trainer Jan Plagge und sein Vater Frank Plagge, der neue Sportliche Leiter der SG. „Wir haben jetzt keinen Stress“, sagt Lauhoff. „Wir werden uns in der nächsten Woche zusammensetzen und besprechen, wie es weitergeht, was das Beste für die Mannschaft und für den Verein ist. Wir werden eine gute Lösung finden.“

Mario Zohlen

„Ich stelle mein Amt schweren Herzens zur Verfügung“, unterstreicht Zohlen. „Ich weiß, dass es ein Sch... zeitpunkt ist, aber es geht nicht anders. Ich wollte nicht herumeiern. Sonst wäre es Woche für Woche schlimmer geworden. Ich hätte eine Rolle spielen müssen.“ Der 50-Jährige spricht von einem „Prozess über drei, vier Wochen“. Er sagt: „Mir fehlt der Enthusiasmus, die Motivation. Sachen, die mir früher Spaß gemacht haben, wie die Trainingsvorbereitung, sind mir zuletzt nur sehr schwer von der Hand gegangen. Ich kann mich nicht mehr in die Kabine stellen und vor 20 Leuten eine überzeugende Rede halten.“ Zu einem kleinen Teil würden auch familiäre Gründe bei seiner Entscheidung, alles hinzuwerfen, eine Rolle spielen.

Für Zohlen ist dieser Schritt endgültig. Irgendwann mal wieder ein Traineramt zu übernehmen, schließt er aus. „Nein, das Ding ist für mich durch.“

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