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Fußball und Tennis in Ostbevern

Mit der einen Liebe von Nils Müller ist jetzt Schluss

Ostbevern

Tennis ist seine Leidenschaft. Und sein Beruf. Die zweite große Liebe gilt dem Fußball. Damit ist für Nils Müller aus gesundheitlichen Gründen aber jetzt definitiv Schluss. Der BSV Ostbevern kann nicht mehr mit ihm planen.

Von Ralf Aumüller

Ein echter Nils Müller: Wenn der 30-Jährige (rechts) kickt, dann nur mit vollem Einsatz. Foto: Ulrich Brunner

Die Saison hatte für Nils Müller noch gar nicht richtig begonnen, da ist sie schon vorbei. Und nicht nur die: Der Ostbeverner macht Schluss mit dem Fußball. Sofort und unwiderruflich. Hartnäckige Probleme im Fußgelenk, die Empfehlung seines Facharztes ist eindeutig. „Ich könnte noch ein bisschen kicken“, sagt Müller. „Aber wenn ich auch mit 45 Jahren noch Tennistrainer sein und noch vernünftig laufen will, dann sollte ich jetzt aufhören.“ Er ist 30, das eine oder andere Jahr in der Kreisliga A wäre eigentlich noch möglich gewesen.

Daniel Kimmina, Trainer des BSV Ostbevern, hatte den Mittelfeldspieler mit dem großen Kämpferherz nach dem Ende der Tennis-Sommersaison ab spätestens Anfang Oktober fest eingeplant. Müller wurde jeweils zur Halbzeit im Kreispokal gegen Westfalenligist Westfalia Kinderhaus (1:3) und gegen Kreisliga-Spitzenreiter TSV Handorf (0:2) eingewechselt. Beim 4:0-Sieg Mitte Oktober in Everswinkel stand er 90 Minuten auf dem Feld – und konnte anschließend drei Tage lang nicht richtig auftreten.

Nils Müller

Er leidet an einem Knorpelschaden im Fußgelenk. Ein kleine Operation, die der Ostbeverner in den Osterferien 2022 plant, schafft Abhilfe. „Aber der Knorpel ist sehr dünn, und ich habe schon eine kleine Arthrose“, erklärt Müller, warum die Balltreterei für ihn nicht mehr ratsam ist.

Vor allem ist es eine berufliche Entscheidung. „Wenn ich einen Bürojob hätte, würde ich noch ein, zwei Jahre spielen.“ Müller sitzt aber nicht den ganzen Tag auf dem Stuhl, sondern verdient sein Geld als Tennistrainer in Telgte, Westbevern und Ostbevern und als Sportlehrer mit 15 Wochen-Stunden an der Ambrosius-Grundschule in Ostbevern.

Tennis ist Beruf: Nils Müller arbeitet als Trainer. Er wird auch weiter selbst spielen für den TC Ostbevern. Foto: Aumüller

Müller spielt weiterhin Tennis – im Sommer auch in der Mannschaft beim TC Ostbevern, in dieser Wintersaison nur zur Not im Doppel. Fußball mit angezogener Handbremse wäre eine Option, dann aber nicht mehr Müllers Spiel. „Mit weniger Prozent, das geht nicht. Ich ziehe ungern zurück. Wenn ich spiele, will ich auch jeden Zweikampf gewinnen.“ Im äußersten Notfall würde er sonntags noch mal beim BSV aushelfen, mehr aber nicht.

Jetzt zuschauen zu müssen, geht im leid ab – nicht nur bei einem mitreißenden Spiel wie am Sonntag, als der BSV den Meisterkandidaten VfL Sassenberg mit 2:1 in die Knie zwang. „Ich habe Fußball immer als Ausgleich zum Tennis genommen, ich liebe diesen Sport sehr“, sagt Nils Müller. „Aber ich muss das jetzt auch ganz realistisch sehen.“

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