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Fußball: Kreisliga

Preußen Lengerich geht durch ein Wellental

Lengerich

Zumindest das Ende war positiv. Preußen Lengerich hatte im Laufe der Saison allerdings einige Aufs und Abs zu überstehen. Der Derbysieg über SW Lienen blieb positiv in Erinnerung.

Von Alfred Stegemann

Torjäger Martin Fleige ist eine Art Versicherung für die Preußen. Trotz des Wellentals in der Hinrunde führt er die Torjägerliste der Kreisliga A mit 22 Treffern an. Foto: jöw

Eine Fußballsaison ist lang, und da tut sich zumeist eine ganze Menge. Davon kann der SC Preußen Lengerich ein Liedchen singen. Der Club um Trainer Sascha Höwing machte allein in der Hinrunde der Kreisliga A bereits sämtliche Höhen und Tiefen durch, die locker für ein komplettes Spieljahr reichen. Zumindest aber endete es mit dem 4:3-Derbysieg gegen SW Lienen positiv.

„Und darüber sind wir unheimlich froh“, blickt Sascha Höwing zurück. „Wir mussten soviele Rückschläge hinnehmen, da tut dieses Erfolgserlebnis richtig gut.“ Dabei sah zunächst alles bestens aus. Nach dem 3:1-Sieg am elften Spieltag gegen Cheruskia Laggenbeck nahmen die Preußen Rang drei ein. Dann folgte eine beispiellose Niederlagenserie mit sechs Pleiten am Stück und dem Sturz auf Rang zehn. „Ausschlaggebend war die 2:3-Niederlage gegen Arminia Ibbenbüren“, blickt Höwing zurück. „Das entscheidende Tor in der 93. Minute hat uns einen Knacks versetzt. Danach lief es einfach nicht mehr rund.“

Hinzu kam eine unfassbare Verletztenmisere. Phasenweise standen nur acht Spieler auf dem Trainingsplatz, Woche für Woche gab es eine neue Aufstellung, gerade die Defensive konnte sich aufgrund der vielen Personalwechsel überhaupt nicht einspielen. „Ich will nicht alles allein auf die Verletzungsausfälle schieben“, liegt das Problem auch für den Trainer tiefer, „aber es war mit ein wichtiger Grund.“

Mit Jonathan Westhoff (Köln) und Ole Schürbrock (ISV) haben zwei wichtige Stützen den Club im Sommer verlassen. Beide wurden nicht adäquat ersetzt. Zwar erfüllten die aus der Jugend hochgekommen Spieler und die Neuzugänge ihre Aufgaben, dennoch gab es einen Qualitätsverlust.

Den wussten die Preußen bis zum elften Spieltag zu kompensieren, dann schlugen Spielpech und Verletzungen gnadenlos zu. „Wir waren in den Partien ja nicht immer die klar schlechtere Mannschaft“, blickt Sascha Höwing zurück. „Viele Begegnungen haben wir knapp verloren. Da fehlte und einfach das Spielglück.“

Zudem war das Lazarett mitunter so groß, dass sogar Torhüter Tim Stein einspringen musste. Aber das machte er gar nicht schlecht. Er verbuchte für sich sogar einen Treffer und ein zwei Vorlagen, sah gegen SW Lienen wegen eines Foulspiels aber auch die Rote Karte, die ihm eine vierwöchige Sperre einbrachte.

„Die Quote von Tim im Feld ist echt gut“, meint Höwing, der Stein dennoch eher im Tor sieht, auch wenn Daniel Kluge in den beiden letzten Spielen zwischen den Pfosten eine gute Figur abgab.

Auf einen können sich die Preußen trotz aller Rückschläge aber verlassen, auf Martin Fleige. Der Vollblutstürmer führt mit 22 Treffern die Torjägerliste der Kreisliga A an und denkt trotz seiner 33 Jahre nicht ans Aufhören. „Martin ist ein Phänomen“, erklärt Sascha Höwing, „er wird sicher noch einige Tore erzielen und wohl auch nächste Saison weitermachen.“

Trifft das auch auf den Trainer zu? Während der Niederlagenserie wurden Gerüchte um eine Ablösung Höwings laut. Die Saison wird er auf jeden Fall zu Ende bringen.

Er wäre auch nicht abgeneigt, darüber hinaus weiterzumachen. Derzeit laufen in der Preußen-Führungscrew die Gespräche über die Zukunft auf dem Trainerposten. Eine Entscheidung soll zeitnah verkündet werden. Und da dürfte nach den vielen Aufs und Abs vor allem das positive Ende der Hinrunde sicher eine Rolle spielen.

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