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Fußball: Regionalliga West

2:0 gegen den Wuppertaler SV – Preußen Münster siegt souverän

Münster

Der SC Preußen Münster hat seine ungeschlagene Serie auf elf Partien ohne Niederlage ausgebaut. Am Mittwochabend gewann der Fußball-Regionalligist im Nachholspiel gegen den Wuppertaler SV mit 2:0 (1:0) und festigte damit den dritten Rang. Gerrit Wegkamp brachte die Adlerträger per Handelfmeter in Führung – musste dann aber früh raus und konnte den verdienten Sieg nur noch als Zuschauer erleben.

Thomas Rellmann

Sicher vom Punkt: Preußens Gerrit Wegkamp lässt WSV-Torwart Sebastian Patzler keine Chance und trifft zur Führung. Foto: Jürgen Peperhowe

m Stile einer Spitzenmannschaft hat sich Preußen Münster der zweiten von vier Aufgaben binnen zwölf Tagen entledigt. Ohne Schleifchen, aber doch souverän schlug der Tabellendritte den formstarken Wuppertaler SV zu Hause im Nachholspiel mit 2:0 (1:0). Zum elften Mal immerhin blieb der Regionalligist ungeschlagen. Nicht schlecht.

„Eine reife Leistung“, fand Trainer Sascha Hildmann. „Wir waren in der ersten Viertelstunde richtig gut drin, haben danach etwas die Zweikampfhärte vermissen lassen und sind nach der Pause bewusst schnell aufs zweite Tor gegangen.“ So leicht kann das gehen. „Matchplan aufgegangen“, meinte Routinier Alexander Langlitz. „Wir hatten immer die Kontrolle und haben bewusst den gegnerischen Innenverteidigern oft den Ball überlassen.“

Handspiel von Moritz Römling

Zu Beginn deutete einiges auf einen Schlagabtausch hin. Über Joshua Holtby, Joel Grodowski, Gerrit Wegkamp und Langlitz, den Noah Salau in letzter Sekunde blockte (10.), kam es zum ersten Aufreger. Es folgten Ver­suche von Grodowski (12.) und Nicolai Remberg (15.) – die Hausherren setzten sich fest, ohne hundertprozentige Möglichkeiten zu kreieren. Die bot sich dann Wegkamp in Form eines Elfmeters. Nach einer Holtby-Ecke landete der Ball irgendwie bei Marcel Hoffmeier, der ihn ins Getümmel zurückjagen wollte, dabei aber den Arm von Moritz Römling traf. Den Strafstoß verwandelte der Angreifer cool (17.). Der erste Preuße, der zweimal vom Punkt getroffen hat in dieser Saison – und das auch noch binnen vier Tagen. Vier Kollegen hatten zuvor schon vergeben.

Holtby und Heidemann zurück

Zu zwei Umstellungen waren die Preußen in der Deckung gezwungen. Den gesperrten Linksverteidiger Lukas Frenkert vertrat Niklas Heidemann, der in der Hinrunde auf der Position noch Stammspieler war. Den Ausfall von Roshon van Eijma (WM-Qualifikation mit Curaçao) fing Coach Sascha Hildmann mit einer taktischen Änderung auf. Statt einer Dreierreihe bot er eine Viererkette auf. Dadurch wurde im Mittelfeldzentrum ein Platz frei, den Joshua Holtby einnahm.

Dennis Daube bildete wie bis vor wenigen Wochen die alleinige Sechs im 4-1-2-3-System, Holtby und Nicolai Remberg teilten sich den Raum davor auf. Beim WSV spielten mit Kevin Rodrigues Pires und Marco Königs zwei ehemalige Münsteraner 90 Minuten, die in der Vorsaison in der 3. Liga noch dabei waren.

Verdient war die Führung allemal, denn das Geschehen hatte sich längst in die WSV-Hälfte verlagert. Nach dem 1:0 musste Wuppertal kommen und tat das auch durch einen Fernschuss von Semir Saric, den Keeper Max Schulze Niehues mit Mühe parierte (26.). Auf der anderen Seite vereitelte Torhüter Sebastian Patzler einen Langlitz-Treffer nach Grodowskis Vorarbeit (28.). Die Partie war kurzweilig und intensiv mit so einigen Strafraumszenen, aber auch Fehlpässen. Eine Hiobsbotschaft gab’s für den SCP nach einer guten halben Stunde. Wegkamp musste mit muskulären Problemen runter, er war zuvor schon behandelt worden. Vermutlich ist es aber kein Faserriss. Osman Atilgan bekam eine neue Chance, ging aber auf die rechte Seite, während Langlitz ins Zentrum rückte.

Langlitz mit neuntem Saisontreffer

Das Geschehen wurde zerfahrener bis zum Pausenpfiff. War aber schon okay, was die Preußen ablieferten. Aber der Coach wollte mehr. „Es war wichtig, dass wir anlaufen, fleißig sind, uns abarbeiten“, so Hildmann. Gesagt, getan. Aus der Kabine kamen sie mit einem abermaligen Grodowski-Solo, der diesmal aber den Querpass verpasste und Patzler anschoss (49.).

Das hätte schon die Entscheidung sein können. Die überließ der Linksfuß generös Langlitz. Wuppertal war nach der Verletzung von Abwehrchef Christopher Schorch für einen Moment total unsortiert. Einwurf Julian Schauerte, präziser Holtby-Kopfball, und plötzlich freie Bahn für Münsters Top-Torjäger. Der blieb gelassen vor dem Kasten und machte seinen neunten Treffer (54.). „Das war Instinkt“, sagte Langlitz später über seinen Laufweg.

Highlight-Video in Kooperation mit Soccerwatch:

Noch klarer wurde es nach der Ampelkarte gegen Kevin Pytlik, der zweimal im Zweikampf vollkommen unnötig das Bein stehen ließ. Nach dem Foul an Grodowski gab es Gelb-Rot (61.). Den Preußen gab die Überzahl die Gelegenheit, Kräfte in den englischen Wochen zu schonen, auch wenn sie Mateo Aramburu noch einen Schuss gestatteten (63.). Ansonsten lief der Abend so langsam aus. Grodowski hatte sich ein Tor in den Kopf gesetzt, ließ aber alle Gelegenheiten liegen (81., 88., 90.). Sein Profi-Debüt gab in den Schlussminuten noch A-Junior Deniz Bindemann. Er rückt erst 2022 zu den Senioren auf.

Interview mit Niklas Heidemann

Nach eineinhalb Monaten Startelf-Abstinenz kehrte Niklas Heidemann gegen seinen Ex-Club zurück in die erste Formation.

Ein schöner Abend für Sie als Ex-Wuppertaler?

Heidemann: Na klar. Ich freue mich in erster Linie über den Sieg, aber auch über das Wiedersehen mit ein paar Jungs. Mit Semir Saric hatte ich eine Fahrgemeinschaft, wir haben noch eine sehr enge Verbindung.

Sie waren zuletzt nicht erste Wahl. Eine schwierige Situation?

Heidemann: Das gehört dazu, wir sind ja bis zu 27 Leute im Kader. Ich hatte mich halt verletzt, hatte es davor aber, denke ich, gut gemacht. Ist doch super, wenn andere Jungs dann einspringen können.

Hatten Sie erwartet, dass Sie gegen den WSV so wenig in Bedrängnis geraten könnten?

Heidemann: Nein. Die Viererkette stand aber. Wir haben bestens verteidigt, und das fängt vorne an. Der Sieg war absolut verdient, wir mussten dafür aber harte Zweikämpfe führen. Den Lauf müssen wir jetzt fortsetzen. So macht es Spaß.

Statistik

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Hoffmeier, Heidemann – Daube (71. Erdogan) – Holtby (86. Bindemann), Remberg (79. Klann) – Langlitz, Wegkamp (33. Atilgan), Grodowski

WSV:Patzler – Pytlik, Schorch (51 Nesseler), Salau – Rodrigues Pires – Erwig-Drüppel (64. Tasdemir), Saric, Uphoff (46. Hagemann), Römling – Königs, Aramburu (75. Ametov)

Tore: 1:0 Wegkamp (17./HE), 2:0 Langlitz (54.)

Gelb: Römling, Aramburu, Königs

Gelb-Rot: Pytlik (61.)

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