Fußball: Westfalenpokal-Halbfinale

3:0 in Verl – der SC Preußen Münster wirft den Drittligisten raus

Verl

Das war ja mal ein ganz starker Auftritt. Auf die 1:2-Niederlage vom vergangenen Samstag beim FC Wegberg-Beeck hat der SC Preußen Münster im Westfalenpokal gleich die richtige Antwort gegeben. Mit 3:0 (2:0) gewann das Team von Trainer Sascha Hildmann beim Drittligisten SC Verl und kann sich nun im Finale gegen die SF Lotte einen Titel sichern. Verlockende Aussichten.

Von Alexander Heflik und Thomas Rellmann

Auf dem Weg zur Führung: Alexander Langlitz (Mitte) lässt Lasse Jürgensen rechts liegen, spielt Torwart Robin Brüseke aus und trifft. Foto: Jürgen Peperhowe

Diese Chance auf den Titel ist dem SC Preußen Münster geblieben. Der Fußball-Regionalligist steht im Finale des Westfalenpokals und trifft dort auf die SF Lotte, die sich im Elfmeterschießen gegen den SV Rödinghausen durchsetzten. Das SCP-Team von Trainer Sascha Hildmann düpierte den klassenhöheren SC Verl beim 3:0 (2:0) im Stadion an der Poststraße. Der Viertligist zeigte eine dominante sowie durch und durch überzeugende Leistung. Verl, trainiert vom früheren Preußen-Kapitän Guerino Capretti, hatte zu wenig entgegenzusetzen. SCP-Trainer Sascha Hildmann hatte einen Plan – und der ging voll auf. Alexander Langlitz, Gerrit Wegkamp und Niklas Heidemann trafen.

„Das war eine Topleistung meiner Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben wir wahnsinnig gut gespielt“, freute sich Hildmann über den Coup. Er hatte so eine Vorahnung, denn: „Auf der Fahrt nach Verl war es totenstill im Bus. Da lag was in der Luft.“ Seine Zöglinge enttäuschten ihn wahrlich nicht. Auch Verls Coach ­Capretti zog den Hut: „Bei uns hat nicht alles geklappt, wie geplant. Wir waren behäbig. Der Sieg für die Preußen war verdient.“ Er hofft nun auf einen schönen Saisonausklang gegen den 1. FC Kaiserslautern – hier ist mit Marco Antwerpen ein Ex-Preuße Chefcoach.

Lukas Frenkert wieder in der Startelf

Münster veränderte seine Formation, der SCP spielte mit einer Viererkette in der Abwehr, Roshon van Eijma musste dabei Lukas Frenkert weichen. Zudem war Dennis Daube nach seiner Kunstpause bei der 1:2 Niederlage in Wegberg-Beeck wieder erste Wahl, Niklas Heidemann verlor dadurch seinen Platz in der Startelf.

Die ersten Minuten? Na, jedenfalls versteckte sich der SCP mal gar nicht. Draußen am Spielfeldrand peitschte Hildmann seine Schützlinge wort- und gestenreich nach vorn, auf dem Spielfeld nahm der Viertligist die Partie mit Karacho an. Klassenunterschied – war erst einmal nicht zu sehen.

Wegkamp auf Langlitz – 1:0

Als nach 22 Minuten der SCP den Druck mit dem Pressing erhöhte, unterlief dem Drittligisten ein kapitaler Fehler. Gerrit Wegkamp schaltete schnell, Alexander Langlitz umkurvte Tormann Robin Brüseke und traf zum 1:0. Und das war nun nicht einmal unverdient. Es wurde noch besser, weil Schiedsrichter Thorben Siewer einen Ball, der Mael Corboz vom Fuß an die Hand sprang, als strafstoßwürdig bewertete. Wegkamp trat an und traf sicher zum 2:0 für die Gäste.

Nach gut einer halben Stunde musste sich SCP-Schlussmann Marko Dedovic nach einem Schuss von Berkan Taz auszeichnen. Solange hatte Münsters Defensive alles im Griff, alles richtig gemacht. Nicht schlecht. Und wieder war es Dedovic, der eine Kopfball von Zlatko Janjic toll klärte, Verls prächtige Nachschusschance vergab Julian Schwermann. Zur Pause waren die Rollen verteilt, der SCP saß in der Loge.

Heidemann setzt den Schlusspunkt

Und wäre fast uneinholbar mit 3:0 in Führung gegangen, als Wegkamp (50.) aus nächster Distanz gleich zweimal die Chance hatte. Wenig später ver­ballerte Lukas Frenkert die nächste gute Möglichkeit. Die Gäste erspielten sich ein formidables Chancenplus, weil Julian Schauerte, Heidemann oder Marcel Hoffmeier zum Abschluss kamen. Es war der einzige Makel bei einem starken SCP-Auftritt. Münster zog sich nun etwas zurück, Verl hatte mehr Ballbesitz, aber bei weitem weniger gute Möglichkeiten als der SCP. Doch Berkan Taz (72.) traf die Latte, es hätte das 1:2 sein können.

Und Münster? Heidemann hätte alles klarmachen können, wenig später traf Langlitz den Pfosten. Aber das war nicht mehr entscheidend. Münster hatte – als Außenseiter angereist – das Ding in Verl gewuppt, Heidemann setzte den Schlusspunkt in letzter Minute. Eine Pokal-Wunder war es nicht, eine Über­raschung schon. Nach dem Ende der 18-teiligen Erfolgsserie in Wegberg-Beeck haben die Preußen gleich wieder die Kurve bekommen. Stark.

Verl: Brüseke – Lannert, Mikic, Jürgensen, Ritzka (79. Choroba) – Schwermann (63. Eilers), Korb (46. Hecker), Corboz – Rabihic, Janjic (71. Haeder), Taz. – Trainer: Capretti.

Münster: Dedovic – Schauerte, Hoffmeier, Scherder, Frenkert – Remberg, Daube, Holtby (89. Klann) – Langlitz (79. Möbius), Wegkamp (90. von Eijma), Bindemann (46. Heidemann). – Trainer: Hildmann.

Tore: 0:1 Langlitz (22., Pass Wegkamp), 0:2 Wegkamp (27., Handelfmeter, Corboz), 0:3 Heidemann (90.). – Gelbe Karten: Corboz, Haeder / Hoffmeier. – Beste Spieler: Corbozs / Hoffmeier, Remberg, Wegkamp

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