Fußball: Regionalliga West

3:1 gegen Oberhausen – Preußen Münster macht 500 Fans glücklich

Münster

Da waren sie endlich wieder, die Fans. 500 Auserwählte durften am Mittwochabend in das Stadion an der Hammer Straße, das sie nach 90 Minuten Spielzeit glücklich und zufrieden wieder verließen. Denn der SC Preußen Münster hatte beim 3:1-Erfolg gegen RW Oberhausen geliefert und einmal mehr in der Rückrunde eine starke Leistung gezeigt. Dabei traf auch ein Youngster wieder.

Von Alexander Heflikund

Lukas Frenkert köpft, damit hat er den Scorerpunkt sicher, weil Nicolaj Remberg (verdeckt) zum 2:0 abstaubt. Foto: Jürgen Peperhowe

Auch das wäre geklärt. Gegen den sechsten Gegner, gegen den der SC Preußen Münster in der Hinserie noch verloren hatte, machten es die Schützlinge von Trainer Sascha Hildmann nun besser. Essen, Köln II, Fortuna Köln und Oberhausen wurden besiegt, Unentschieden gab es gegen Dortmund II und Mönchengladbach II, ein klarer Trend, eine gute Tendenz.

Der 3:1 (2:1)-Heimsieg über RW Oberhausen war ab der sechsten Minute, als Gerrit Wegkamp zur Führung einköpfte, praktisch ungefährdet. Die 500 Zuschauer waren kurz davor, restlos aus dem Häuschen zu sein – na ja, so ein bisschen. Endlich wieder Live-Fußball, endlich wieder Sitzschalenkontakt auf der Tribüne – allerdings keine Bratwurst und kein Kaltgetränk, aber immerhin garniert mit einer erneut starken Leistung. Was willst du mehr, du Preußenherz?

Hildmann: „Hat richtig Spaß gemacht“

„Das hat richtig Spaß gemacht. Die Zuschauer waren von Anfang an voll dabei“, freute sich Sascha Hildmann doppelt über den Sieg und nach vielen Monaten mit Geisterspielen über die Stimmung von den Rängen. Drei Tage vor dem Westfalenpokal-Finale in Verl gegen die SF Lotte überzeugte der SCP wie so oft in der Rückrunde, vieles passte wieder. „Das war wieder eine überragende erste Halbzeit, wir haben Oberhausen keine Luft gelassen“, sagte Hildmann.

Münster startete in die Partie der letzten offenen Rechnung aus der Hinrunde furios. Nach einem Freistoß von Joshua Holtby köpfte Wegkamp nahezu unbedrängt ein, es war sein achtes Saisontor. Wegkamp war in der Winterpause erst zum SCP gestoßen, er wird immer mehr zum erwünschten und erhofften Anker in der Offensive. Nach nicht einmal 30 Minuten wagte er sich sogar an einen Fallrückzieher, sein Selbstbewusstsein scheint aktuell riesengroß zu sein. Und dem SCP wäre alles noch leichter von der Hand gegangen, hätte Simon Scherder nach zwölf Minuten eine glasklare Chance zum 2:0 verwertet. Münsters Anfangsphase war überzeugend, RWO teils schon beeindruckt.

Remberg nach Frenkert-Kopfball

Die Adlerträger blieben dran, hatten die besseren Chancen, wirkten aggressiver. Und als Nicolaj Remberg einen Kopfball von Lukas Frenkert im Nachstochern über die Linie drückte, wieder kam die Initialzündung von Holtby nach einer Ecke, schien eine Vorentscheidung gefallen. Oder doch nicht? Denn kurz vor dem Halbzeitpfiff sorgte Shaibou Oubeyapwa mit einem feinen Schlenzer für frische Spannung, RWO verkürzte auf 1:2 – praktisch aus dem Nichts. Das war schmeichelhaft, weil der SCP durch Holtby, Alexander Langlitz und Niklas Heidemann weitere Hochkaräter hatte. Und diese liegenließ.

Allerdings war bei Weitem nicht so viel Druck und Feuer in der Partie wie im Hinspiel. Damals gewann Oberhausen 2:0. Im Vergleich dazu war das eher ein Schaulaufen, so richtig weh tat man sich gegenseitig nicht. Verwarnungen für Foulspiels? Lange Zeit Fehlanzeige. Man benahm sich.

Holtby, immer wieder Holtby

Und der SCP wollte Treffer Nummer drei. Immer wieder war Holtby mit von der Partie, er sprühte vor Spielfreude. Holtby, immer wieder Holtby. Auch als Oberhausens Pierre Fassnacht nach einer Notbremse an Marcel Hoffmeier die Rote Karte sah, folgte im Anschluss ein toller Freistoß: Holtby traf aber nur die Latte. Nach 71 Minuten durfte er vom Platz, wissend, dass er am Samstag im Westfalenpokal-Finale in Verl gegen Lotte erste Wahl sein wird.

Es kam Deniz Bindemann, keine 30 Sekunden später nutzte er einen Fehler von Torwart Justin Heekeren zum 3:1. Wahnsinn. Sein achtes Saisontor. Der 18-Jährige hat einfach Torinstinkt, das lernt man nicht, das hat man. Das Ding hatten die Preußen gewuppt. Die Rückrunde war ein famoser Ritt durch die Regionalliga West. Das verspricht doch einiges.

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