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 Fußball: Regionalliga West

Abgekämpft im Hexenkessel: Preußen Münster holt nur ein 1:1 bei RW Ahlen

Ahlen

Im zweiten Spiel nacheinander bleibt der SC Preußen Münster ohne Sieg - aber zumindest ungeschlagen. Bei RW Ahlen reichte es am Freitagabend im Flutlichtspiel beim münsterländischen Nachbarn nur zu einem 1:1-Unentschieden. Der SCP blieb vor der Pause einiges schuldig. 

Von Thomas Rellmann

Und dann wurde doch noch gejubelt beim SCP: Joshua Holtby glich per Foulelfmeter zum 1:1 aus. Kampf um die Lufthoheit: Viele Zweikämpfe prägten das Derby am Freitag in Ahlen. Foto: Jürgen PeperhoweJürgen Peperhowe

Platz eins war am Freitag nicht gefährdet. Wie ein Tabellenführer verkaufte sich Preußen Münster diesmal aber nicht. Das 1:1 (0:1) bei RW Ahlen bedeutete das zweite Remis nacheinander. Gerade vor der Pause ließen sich die Adler den Schneid abkaufen, das Zustandekommen des Punktes war sogar teils glücklich, auch wenn der Favorit im Hexenkessel zum Schluss drückte.

Trio zurück im Kader

„Es war wie erwartet ein Kampfspiel in toller, hitziger Atmosphäre“, sagte Coach Sascha Hildmann. „Wir sind in den ersten 20 Minuten nicht reingekommen, haben uns beeindrucken lassen.“ Den Auftritt nach der Pause fand er aber vollkommen okay. „Die Jungs haben wieder alles gegeben, damit bin ich voll einverstanden.“ Ideal war die Generalprobe vor dem sehnsüchtig erwarteten Kracher gegen RW Essen (Dienstag, 19.30 Uhr) aber nicht.

Von der ersten Sekunde an war Feuer drin, der pünktlich einsetzende Regen förderte diesen Stil nur noch. Die Gäste fungierten diesmal nicht als Unschuldslämmer, sondern langten auch zu. Forscher trat zunächst der Underdog auf. Andreas Ivan zwang Keeper Max Schulze Niehues mit einem Flachschuss zur Parade (12.), auch Romario Wiesweg bekam eine Gelegenheit (13.).

Wegkamp vergibt die Großchance

Münster ließ Ahlen zu oft gewähren und suchte selbst auffallend oft den langen Ball. Immerhin prüfte Gerrit Wegkamp nach 20 Minuten mal Ahlens Torhüter Martin Velichkov, der sich dabei verletzte und durch Daniel Szczepankiewicz abgelöst wurde. Sehenswert war kurz darauf ein Solo von Marcel Hoffmeier, das im eigenen Strafraum begann und mit einem Abschluss knapp vorbei am langen Pfosten endete (27.). Der SCP kam allmählich an im Geschehen und hatte beste Karten, als Jan Holldack im Sechzehner das Bein gegen Manuel Farrona Pulido stehen ließ. Elfmeter, keine Proteste.

Holtby räumt Glück ein

Doch Wegkamp versagten die Nerven, er setzte die Kugel vom Punkt am Kasten vorbei (31.). Mit dieser Szene holten die Preußen Ahlen zurück, sofort wurde es wieder ruppiger und nickeliger. Bennet Eickhoff kam wenig später per Kopf zur nächsten Gelegenheit (36.). Und Simon Scherder musste bei einem Konter in Unterzahl in allerhöchster Not vor Dimitrios Ioannidis retten (40.), ehe sich auch Patrik Twardzik noch eine Gelegenheit bot (40.).

Die ganze Sache lief nicht rund, die Emotionen von außen übertrugen sich schnell aufs Feld. So war auch niemand mehr überrascht, dass RWA kurz vor der Pause in Führung ging. Das Gegentor musste sich Schulze Niehues ankreiden, der einen hohen Ball aus der Luft pflückte, dabei allenfalls leicht von Kevin Kahlert berührt wurde und das Leder aus den Händen gleiten ließ. Holldack drückte den Abstauber im Fallen über die Linie (42.). „Er ist mir in den Arm gesprungen“, rechtfertigte sich der Routinier.

Mit Marvin Thiel und Henok Teklab für Jannik Borgmann und Luke Hemmerich ging es weiter. „Wir wollten eine andere Struktur reinbringen“, so Hildmann. Klar, es ging jetzt fast nur in eine Richtung. Lösungsorientiert war das Auftreten der Münsteraner nicht. Im Zweifel zogen sie im direkten Duell oft den Kürzeren. Viele Unterbrechungen, viel Zeitverlust. Alles, was passierte, war nach dem Geschmack der Ahlener. Bis auf den Pfiff von Schiedsrichter Lars Bramkamp nach einem sinnlosen Zupfen von Eickhoff gegen Scherder. Wieder Elfmeter! Natürlich trat Wegkamp nicht noch mal an. Joshua Holtby übernahm Verantwortung und zitterte den Ball ins Netz zum 1:1 (59.).

Preußen-Fans machen Alarm

Der Ausgleich hätte Rückenwind geben können, doch das Angriffs- und Umschaltspiel des Spitzenreiters blieb recht lethargisch. Eickhoff hatte sogar auf der anderen Seite eine Kopfballchance (72.) und hätte fast vom nächsten Patzer von Schulze Niehues profitiert (77.). Zwischen diesen Szenen musste Farrona Pulido aber treffen. Super eingesetzt von Nicolai Remberg schoss er Szczepankiewicz an (74.). Ein letzter Thiel-Freistoß war für den Torwart auch kein Problem (90.+2). Dann war Schluss. Abgekämpft sanken die Preußen zu Boden. Fröhlich sah keiner aus.

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