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Fußball: Regionalliga West

Blitzstart nach der Pause bringt Preußen den Sieg gegen Rödinghausen

Münster

Diese drei Punkte tun Preußen Münster doppelt gut. Zum einen revanchierte sich der Regionalliga-Spitzenreiter mit dem 1:0 über den SV Rödinghausen für einige schmerzhafte Niederlagen, zum anderen sicherten die Adler Platz eins im Gipfeltreffen gegen den Zweiten nachhaltig ab.

Von Thomas Rellmann

Acht Spiele, sieben Siege: Nach dem Abpfiff herrschte im Preußenstadion wieder einmal Partystimmung. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Saison läuft für Preußen Münster weiter wie aus einem Guss. Achtes Spiel, siebter Sieg – und was für einer. Gegen den Angstgegner und zuletzt schärfsten Rivalen um die Spitze, den SV Rödinghausen, war das 1:0 (0:0) Gold wert. Thorben Deters war mit seinem Treffer der gefeierte Mann. Der Sieg, der vor allem aufgrund der ersten Hälfte verdient war und einer doch recht fairen Partie entsprang, zeigt klar die Richtung an: Aufstieg nur über Münster!

Trainer Sascha Hildmann hatte erwartungsgemäß wenige Kritikpunkte: „Es war sehr intensiv, wir wollten Rödinghausen schnell zu Fehlern zwingen. Anfangs waren wir etwas zu ungenau in der Box, aber insgesamt sehr engagiert und im Gegenpressing voll da.“ Zudem merkte der 50-Jährige an: „Nach der Führung haben wir uns aufs Verteidigen konzentriert. Ich hätte mir höchstens noch den einen oder anderen besseren Konter gewünscht.“ Keeper Max Schulze Niehues sagte: „Wir waren gerade in der ersten Hälfte sehr dominant. Aber der Gegner hat eben auch Qualität, da sind wir nach der Führung auch mal unter Druck geraten.“ Torschütze Deters: „Es war einfach sehr, sehr geil, wieder zu treffen – und das vor unseren Fans.“

Hildmann vertraute weitgehend der Elf, die vor einer Woche 3:0 in Wiedenbrück gegen Lippstadt gewonnen hatte. Nur für Andrew Wooten (Faserriss) begann Gerrit Wegkamp in der Spitze. Der Gast trat mit einer Mittelfeld-Raute an und attackierte früh, aber auch die Preußen ließen sich beim Pressing nicht lumpen. Taktisch sehr interessant.

Torschütze Thorben Deters

Kevin Hoffmeier, Zwillingsbruder des Ex-Preußen Marcel, prüfte SCP-Keeper Max Schulze Niehues mit einem Freistoß erstmals (8.). Die Ostwestfalen hatten sich beim Anstoß und bei Ecken ein paar Tricks ausgedacht. Vor allem aber punkteten sie mit ihrer Zweikampf- und Willensstärke. Die Hausherren hielten dagegen, waren etwas spielfreudiger und hatten durch einen Kopfball von Nicolai Remberg die erste Annäherung (12.). Wegkamp bot sich die nächste Gelegenheit (16.). Sekunden später fischte Schlussmann Tiago Estevao so gerade noch seinen Querpass (17.).

Münster überlegen, aber zu zaghaft

Noch fehlte beiden Seiten der Fluss. Es gab viele Unterbrechungen, doch allmählich kam Feuer ins Spiel, oft schon nach harmlosen Fouls. Die beste Chance bis dahin bot sich abermals Wegkamp, der bei einer Oubeyapwa-Hereingabe etwas in Rücklage geriet und die Kugel frei in den Himmel jagte (24.). Der Stürmer vergab kurz darauf die nächste Abschlussmöglichkeit nach einem Ballgewinn von Thorben Deters überhastet (25.). Viel besser war sein Steilpass auf Deters, doch Estevao klärte mutig (26.).

Münster war überlegen, bemühter, aber doch etwas zaghaft. Gerade gegen den Wind und damit auch den Regen war das auf immer rutschigerem Geläuf okay, während Rödinghausen solide verteidigte, nach vorn aber doch bieder agierte. Wegkamp stand immer wieder im Zentrum. Etwa bei einer schönen Freistoßvariante über Marc Lorenz, Alexander Hahn und Simon Scherder, doch wieder knallte der Angreifer das Spielgerät drüber (33.).

Preußen-Traumstart nach der Pause

Viele Zuschauer waren beim Wiederanpfiff noch gar nicht wieder auf ihren Rängen, da rappelte es plötzlich im Kasten des Verfolgers! Traumstart für die Preußen – denn direkt mit dem Anstoß jagte Dennis Grote den Ball lang hinter die Abwehrkette, wo er Deters fand. Der nahm das Leder an, spielte Estevao aus und fand punktgenau aus spitzem Winkel die Lücke zwischen zwei Verteidigern auf der Linie. Das 1:0 (46.) fiel vor der Heimkurve und wurde natürlich frenetisch bejubelt. Die Kulisse, die mit 7681 Zuschauern wohl wegen des parallelen Revierderbys etwas kleiner als erhofft ausfiel, fand sofort Gefallen an der veränderten Ausgangslage. Und der SVR musste sich nun aus der Deckung wagen.

Das tat er zumeist über Patrick Kurzen. Einmal ließ er Lorenz aussteigen, zog ab, doch der nach der Pause entfesselte Hahn warf sich in den freien Schuss (61.). Zumeist probierte es der Tabellenzweite aber aus der Distanz. Münster wurde etwas zu passiv und hatte Glück, dass Daniel Flottmann nach einer Hoffmeier-Ecke knapp vorbeiköpfte (67.).

Regenschlacht in der Schlussphase

Wegkamp ging nach der Einwechslung von Stürmer Deniz Bindemann für Yassine Bouchama ins Mittelfeld, so behielt der SCP etwas Lufthoheit und bekam vorne drin zugleich mehr Tempo. Die Räume wurden natürlich größer, doch zwingend war der Spitzenreiter im zweiten Abschnitt nur selten. Bis Bindemann, eingesetzt von Wegkamp, Platz hatte und aus 16 Metern abzog – knapp daneben (74.). Der Youngster bekam eine weitere Chance (77.), diesmal war es aber zu eng am Fünfmeterraum.

Die Schlussphase verwandelte sich nach neuerlichem Niederschlag in eine Regenschlacht, in der der Zufall eine gewisse Rolle spielte. Auch deshalb war es ein Zitterspiel, doch die Rödinghauser kamen nicht mehr zu nennenswerten Abschlüssen, auch weil Schulze Niehues bei einem langen Ball vor dem gebürtigen Münsteraner Yassin Ibrahim rettete (90.+1). Das Publikum war voll da. Und als der gute Referee Thibaut Scheer nach dreiminütiger Nachspielzeit abpfiff, waren Erleichterung und Freude gleichermaßen riesig.

SCP: Schulze Niehues – Langlitz, Scherder, Hahn, Lorenz – Grote (90.+3 Kok) – Remberg, Bouchama (68. Bindemann) – Oubeyapwa (90. Koulis), Wegkamp, Deters (76. Ghindovean)

SVR: Estevao – Choroba, Flottmann, Wolff, Riemer (82. Fehr) – Wiemann – Kurzen, Schaub (63. Ibrahim) – Hoffmeier – Marceta (70. Bach), Bravo Sanches (70. Safi)

Schiedsrichter: Thibaut Scheer (Essen)

Tore: 1:0 Deters (46.)

Zuschauer: 7681

Gelb: Remberg, Schulze Niehues

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