1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Preussen-muenster
  6. >
  7. Das riecht bei Preußen Münster schon nach Traumstart

  8. >

Fußball: Regionalliga West

Das riecht bei Preußen Münster schon nach Traumstart

Mönchengladbach

Läuft beim SC Preußen Münster. Im Westfalenpokal mühelos weiter, im DFB-Pokal nach dem Wolfsburger Wechselfehler vermutlich auch. Und mit dem 2:1-Sieg bei Borussia Mönchengladbach ist der zweite Sieg im zweiten Spiel der Regionalliga in der Tasche.

Von Alexander Heflik

Ab zum eigenen Anhang: Jan Dahlke (9) jubelt über sein 2:1, Henok Teklab war in der Vorbereitung mit dabei. Foto: Sebastian Sanders

Nachdem der 2. Spieltag in der Regionalliga gespielt war, hatte der SC Preußen Münster ein weiteres Zeichen gesetzt. Diese Saison beginnt genau so, wie es sich der Verein wünscht. Mit Spektakel, mit Rückkehr der Fans, mit Siegen – mit einer vielversprechenden Perspektive. Gegen Alemannia Aachen zum Saisonstart mussten alle bis in die Nachspielzeit warten, ehe Jannik Borgmann zum 2:1-Siegtreffer traf – und die Stimmung explodierte.

Am Samstag im Grenzlandstadion zu Rheydt war gute 20 Minuten früher das Tagwerk in Form eines 2:1 (1:0)-Auswärtssieges bei Borussia Mönchengladbach II geschafft. Jan Dahlke hatte getroffen, Jannik Borgmann vorbildlich die Vorarbeit geleistet. Der Last-Minute-Borgmann. Eingeleitet wurde das alles vom Henok Teklab, einem mutigen Dribbler auf der rechten Seite. Dahlke? Borgmann? Teklab? Was macht Hildmann mit denen eigentlich?

SCP punktgenau fit

Preußen Münster ist nach vier Pflichtspielen – die beiden Pokalpartien nicht zu vergessen – punktgenau fit. Da spielt ein Regionalligist, der fast überzulaufen droht vor lauter Selbstbewusstsein, bei dem die Abläufe für diese frühe Phase der Saison schon beeindruckend automatisiert sind, ein Kollektiv, das auch von einem Gegentor der Gladbacher nicht so einfach ins Wanken gerät.

„Ich habe ein sehr gutes Fußballspiel von uns gesehen“, analysierte Hildmann. Und: „Das 1:0 war wie am Reißbrett gezeichnet.“ Er meinte das Führungstor, als der SCP urplötzlich in Ballbesitz das Tempo hochschraubte, die Borussia damit verwirrte, und Kapitän Julian Schauerte die Flanke von Teklab eingeköpfte. Vogelfrei war Schauerte vor dem Borussen-Tor, die Hausherren waren für den Moment schwindelig gespielt worden. Neun Minuten waren vorbei. Von den 682 Zuschauern waren gut 350 mit einer gewissen Preußen-Affinität vertreten, sie waren Teil dessen, was Hildmann als Aufbruchstimmung bezeichnete.

Sascha Hildmann

Gab es was zu bekritteln? Ja, die Chancenverwertung beim SCP ließ zu wünschen übrig. Erneut. Das hielt Mönchengladbach in der Partie, weil gerade Wegkamp oder auch Jules Schwadorf und Thorben Deters beste Möglichkeiten in der ersten Stunde liegenließen. Das rächte sich, als Steffen Meuer zum 1:1 traf (64.).

Dahlke kommt und trifft

Nur der aktuelle SCP kippte nicht so einfach aus den Latschen, zumal Hildmann mit Dahlke seinen Joker aus dem Ärmel zog. „Na ja“, sagte der Angreifer grinsend, der mit einer phänomenalen Trefferquote von Oberligist Wormatia Worms zum SCP gekommen war. 29 Treffer in 30 Partien steht da in seinem Portfolio. „Na ja“, sagte er, „da muss halt ein Stürmer stehen, und das gilt von Kreisliga bis Bundesliga.“ Der Ball kam, wie schon beim 1:0 von der rechten Seite, von Teklab, Borgmanns Kopfballablage verwertete Dahlke trocken zum 2:1. Trotz zweier Gladbacher Aluminiumtreffer fand der 23-Jährige: „Wir hatten ja so viele Chancen.“

Jan Dahlke

Dahlkes Treffer bescherte dem SCP einen Traumstart in die neue Saison, zumal vermeintliche Mitbewerber um die Spitzenränge bereits erste Federn ließen wie RW Essen (1:4 gegen Straelen), Wuppertal (0:0 gegen Ahlen) oder Oberhausen (0:1 in Wiedenbrück). Der SCP hat dagegen zwei Gegnern aus dem gehobenem Segment die Krallen gezeigt – und gewonnen. Aber, so Hildmann: „Die Liga ist breiter geworden. Mit jedem Verein muss man rechnen, jeder kann jeden schlagen.“ Man müsse auf der Hut sein, Tag für Tag trainieren, Woche für Woche liefern in den Punktpartien. Wobei der SCP nun bereits in der Wochenmitte gegen die SF Lotte im eigenen Stadion gefordert sein wird.

Gegen SF Lotte wird es fies

„Das wird fies, Lotte ist ein fieser Gegner“, sagt Hildmann. Es ist das größtmögliche Lob für den nächsten Konkurrenten (am Samstag 2:0-Sieger gegen Homberg) und zugleich, ein paar Minuten nach Spielende in Mönchengladbach ausgesprochen, eine strikte Ansage an seine Spieler. In Hildmanns Welt ist nachlassen verboten. Fokus behalten: freut euch nicht zu früh und zu sehr...

Drei Fragen an...
Nicolai Remberg

Startseite