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Fußball: Regionalligist zwischen Wolfsburg, Aachen und Werl-Aspe

Der Spagat der Adlerträger

Münster

VfL Wolfsburg, Alemannia Aachen und SV Werl-Aspe - der SC Preußen Münster absolviert in elf Tagen zum Saisonstart eine Reise durch drei Fußball-Welten. DFB-Pokal, Regionalliga und Westfalenpokal heißen die Aufgaben.  

Von Alexander Heflik

Mit den Preußen erfolgreich und mit guten Leistungen in die Saison gestartet: Julian Schauerte (mitte). Foto: Jürgen Peperhowe

Diesen Spagat muss ein Verein wie der Fußball-Regionalligist erst einmal innerhalb von elf Tagen schaffen. Teil eins ist die Kür, ein Aufeinandertreffen mit dem Champions-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg, der SCP verlor nach Verlängerung mit 1:3, durch das Urteil des DFB-Sportgerichtes aber ist er nun mit einem 2:0 weiter, wobei Wolfsburg wiederum fristgerecht am Dienstag Protest einlegte beim DFB-Bundesgericht. Teil zwei, das Heimspiel gegen Alemannia Aachen, darf als Pflicht bezeichnet werden, Münster siegte spektakulär mit 2:1. Teil drei mutet derweil an wie die Rückkehr aus einem wilden, schönen Urlaub, und nun muss erstmal die Wäsche gemacht werden, eine Aufgabe, die auch erledigt werden muss.

A-Ligist aus Bad Salzuflen

Am Mittwoch setzt sich der SC Preußen in der ersten Runde des Westfalenpokals um 19.30 Uhr mit dem SV Werl-Aspe auseinander. Das ist ein Kreisligist aus der A-Liga Lemgo, ein Stadtteilclub aus Bad Salzuflen – für die Preußen ist das wie ein Ritt durch drei Fußball-Welten. Simon Scherder steht im Kader, wird aber wohl nicht spielen, Marvin Thiel und Manfred Kwadwo fallen aus.

Ohne respektlos sein zu wollen, werden die Preußen diese Erstrundenpartie gewinnen müssen, eigentlich auch mit einem sehr deutlichen Resultat. Der SV Werl-Aspe bringt zwar gut 150 Fans mit, aber vermutlich nicht die geringste Hoffnung auf eine Pokalsensation vor dann vielleicht 750 Besuchern. Zudem hat Werl-Aspe gerade erst in der ersten Pokalrunde im Kreis Lemgo mit 3:4 nach Elfmeterschießen gegen die SG Bentorf/Hohenhausen verloren. Nach der Partie in Münster steht der Saisonstart bei der TBV Lemgo II an. Die Begegnung in Münster ist das, was man als Höhepunkt für die von Marcos Goncalves trainierte Auswahl bezeichnen kann – man spielt dann doch eher selten gegen ein Profiteam unter Pflichtspielbedingungen.

Stimmungshoch - auch für die Fans

In Münster begann am Dienstag die Trainingswoche, der Schwung ist da, die ersten beiden Partien gegen Wolfsburg und Aachen waren nicht nur Stimmungsaufheller, sondern unterstrichen das frische, hohe Anspruchsdenken der Preußen. Am Samstag geht es in der Meisterschaft bei Borussia Mönchengladbach II dann um die nächsten Punkte. Der Sieg gegen Werl-Aspe soll da längst abgehakt sein. Trainer Hildmann sagt aber auch: „Wir werden definitiv viel rotieren. Mit passt das Spiel“, er kann seine Reservisten bringen. Und auch das weiß er ganz genau: „Ich darf vier Mal wechseln.“

Am Montag wurde zunächst im Gerichtssaal gewonnen, dem Protest gegen die Spielwertung der 1:3-Niederlage gegen Wolfsburg wurde stattgegeben, aktuell steht der SCP in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals, 257.000 Euro Zusatzeinnahme wären dann sicher. „Und in dieser Runde erhält der westfälische Verband auch nicht mehr einen 25-prozentigen Anteil davon“, sagt SCP-Geschäftsführer Bernd Niewöhner. Mit dann weiteren Zuschauereinnahmen würde die Summe flott über 300.000 Euro liegen.

Niewöhner bleibt vorsichtig

Niewöhner bleibt aber vorsichtig, der Einspruch der Wolfsburger vor dem DFB-Bundesgericht liegt jetzt vor. Sportchef Peter Niemeyer würden weitere Mittel für Sommerschlussverkauf-Transfers durchaus helfen. Denn „ein Teil der Einnahmen würden wir dem Spielbetrieb zukommen lassen“, führte Niewöhner aus. „Wir werden noch zwei, drei spannende Spieler holen“, sagt Niemeyer – unabhängig von dem Plus einer weiteren Pokalpartie.

Van Eijma verlässt den SCP

Der 23 Jahre alte Verteidiger Roshon van Eijma hat seinen bis Sommer 2022 laufenden Vertrag beim SCP aufgelöst. Er kommt auf elf Regionalliga-Partien, eine Rote Karte und einen Lattentreffer per Kopf beim SCP. Der Nationalspieler von Curacao (ein Spiel), der zuletzt bei seiner Teilnahme am Gold-Cup in der Corona-Falle festsaß, wurde nicht heimisch bei den Preußen und sucht nun eine neue Herausforderung.

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