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Stärkster Aufsteiger der 3. Liga

Die Herausforderung aus Leipzig - Preußen Münster startet in die Rückrunde

Münster

Zum Rückrundenauftakt hat sich hoher Besuch im Preußenstadion angesagt. Aufsteiger RB Leipzig gilt als einer der Top-Favoriten für den nächsten Coup – und haben dem Favoritendruck in der ersten Saisonhälfte bravorös standgehalten.

Alexander Heflik

Szene aus dem Hinspiel: SCP-Kapitän Stefan Kühne im Zweikampf mit Yussuf Poulsen. Foto: Jürgen Peperhowe

Doch der Tabellenzweite hat ein wenig Pech, gerade jetzt an die Preußen zu geraten, die sich nach vier ungeschlagenen Spielen in Folge wieder gefangen zu haben scheinen.

Es ist das 13. Heimspiel des SC Preußen in dieser Saison, auch dank der beiden Auftritte im DFB-Pokal sahen bislang schon 107 000 Menschen die Partien des Fußball-Drittligisten. Am letzten Samstag, als der MSV Duisburg an der Hammer Straße gastierte, brachten die Zebras gleich mal knapp 3000 eigene Anhänger mit. Nun wird RB Leipzig die Zahl nicht erreichen, rund 250 Fans machen die Fahrt am Samstag nach Münster mit. Als der damalige Regionalliga-Meister in der Aufstiegs-Relegation bei SF Lotte antrat, waren über 2000 Leipziger mitgefahren.

„Unsere Fans sind viel gereist in diesem Jahr, vielleicht sind einige auch müde. Das ist jetzt kein Topwert, aber Münster ist auch weit entfernt“, sagt RB-Pressesprecher Sharif Shoukry. Aber Leipzig, der gar nicht so überraschende Zweite, zieht vor allem bei den Heimpartien. 12 375 Fans im Schnitt im Zentralstadion machen die Leipziger auch hier zur Nummer zwei der 3. Liga.

Trainer Alexander Zorniger hat seine Mannschaft schnell auf Kurs gebracht. Der stärkste Aufsteiger der 3. Liga seit Einführung der Spielklasse im Jahr 2008 ist hinter Spitzenreiter FC Heidenheim der heißeste Tipp für den direkten Zweitliga-Aufstieg. Der Club, der vom österreichischen Energy-Drink-Hersteller finanziert wird und 2009 die Oberliga-Spielberechtigung vom SSV Markranstädt erwarb, wird landauf, landab als Feindbild gepflegt. Durchmarsch in die Bundesliga dank der Millionen-Spritzen von Red Bull stößt vielen gegnerischen Fans auf. Aber an die Pfiffe und Schmähungen haben sich die Spieler längst gewöhnt. „Schlechte Spieler werden nicht ausgepfiffen“, sagt Kapitän und Torjäger Daniel Frahn. Mitleid, meint der achtfache Torschütze, gibts dagegen gratis.

Im Hintergrund zieht Ralf Rangnick die Fäden, der ehemalige Coach von Schalke 04 oder der TSG Hoffenheim. Bei letztgenanntem Club hat Rangnick bereits Vergleichbares aus dem Boden gestampft, da halfen die Investitionen von SAP-Gründer und Multi-Milliardär Dietmar Hopp ins Bundesliga-Oberhaus. Auf kurz oder lang wird Leipzig in der 1. Bundesliga landen. Rangnick wird es möglich machen, er, der zwischen Salzburg und Leipzig pendelt. In Salzburg ist im Übrigen die kickende Red-Bull-Filiale unter dem ehemaligen Preußen-Trainer Roger Schmidt mittlerweile auf dem Weg zum Titel in Österreich und auch in der Europa League in der K.o.-Runde gelandet.

Zurück nach Leipzig. Wie immer vor einem Punktspiel ist das Abschlusstraining nicht öffentlich, ein hinterer Platz auf dem Trainingsgelände, nicht einsehbar für Fans, Kiebitze oder Scouts anderer Clubs, erlebt dann die letzte Übungseinheit der Zorniger-Elf. Es ist halt wie bei den ganz Großen schon, die Tricks in der Aufstellung, die Ideen bei Standardsituation, alles soll geheim bleiben. RB Leipzig will den SCP offenbar überraschen.

Im Hinspiel gelang das zum Teil ganz gut, aber am Ende meldete sich der SCP zwei Mal zurück und glich durch Benjamin Siegert zum 1:1 und Rogier Krohne zum 2:2-Endstand aus. Unschlagbar, unantastbar ist RB Leipzig – trotz des finanzstarken Hintergrundes – noch lange nicht. Immerhin fünf Niederlagen kassierte der Aufsteiger schon. Und mit Joshua Kimmich, das Supertalent ist vom VfB Stuttgart ausgeliehen und hat in den letzten Wochen den Sprung in die Stammelf geschafft, sowie Spielmacher Dominik Kaiser (18 Spiele / 5 Tore) könnten zwei wichtige Akteure verletzungsbedingt ausfallen. Chancenlos ist der SC Preußen jedenfalls nicht.

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