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Fußball: Regionalliga West

Dreifacher Teklab zerlegt Kölner Reserve beim 4:2-Sieg der Preußen

Münster

Das war hart erkämpft: Dank des 4:2 gegen die Reserve des 1. FC Köln ist der SC Preußen Münster wieder Tabellenführer der Regionalliga West. Dabei tat der neue Spitzenreiter sich außerordentlich schwer gegen die Gäste. Mann des Spiels war am Ende Dreifach-Torschütze Henok Teklab.

Von André Fischer

Freude pur beim dreifachen Torschützen Henok Teklab. Foto: Jürgen Peperhowe

25 Grad, Sonne. Der Sommer wird nicht müde. Dazu 6372 Zuschauerinnen und Zuschauer im altehrwürdigen Areal. Dafür, dass der Gast keinen Anhang mit nach Münster brachte, eine stattliche Kulisse gegen eine zweite Mannschaft. Die mit dem passenden Ergebnis garniert wurde. Der SC Preußen ist nach dem 4:2 (2:1) gegen den 1. FC Köln II Tabellenführer in der Regionalliga West. Profitierte dabei unter anderem vom 0:3 des Aufsteigers 1. FC Kaan-Marienborn mit dem Ex-Preußen-Kapitän Julian Schauerte bei Fortuna Köln am Freitagabend. Spitze! Und 19 Spiele in Serie saisonübergreifend ungeschlagen.

Mit prominenter Unterstützung: Carsten Cramer, Geschäftsführer beim Bundesligisten Borussia Dortmund, weilte am Samstag mal wieder im Stadion an der Hammer Straße. Die Gelegenheit für den Münsteraner war günstig, der BVB hatte bereits am Freitag sein Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim mit 1:0 gewonnen. Marco Reus traf.

Trainer Sascha Hildmann hatte zwei Änderungen gegenüber dem siegreichen Auftritt beim SV Straelen vorgenommen, Nikolai Remberg rückte nach seinem geprellten Mittelfuß wieder in den Kader für Thorben Deters, für den verletzten Pechvogel Manfred Kwadwo durfte Shaibou Oubeyapwa ran. Die Kölner Aufstellung barg derweil nicht eine böse Überraschung. Kein Spieler aus dem Profikader war am Start, Steffen Baumgart hatte beim Gastspiel in Wolfsburg selbst genug Mühe, seinen Kader vollzubekommen. Rijad Smajic und Georg Strauch rückten aus der Reserve auf und fehlten deren Coach Mark Zimmermann. Das Leid einer zweiten Vertretung.

Köln nutzt direkt den ersten Angriff

Hildmann hatte im Vorfeld lobende Worte für den Gast gefunden: „Die U-Mannschaften sind immer eine Wundertüte, haben technisch gute Jungs in ihren Reihen. Wir brauchen wieder viel Geduld und volle Konzentration, um diese Aufgabe zu meistern.“ Er sah sich zunächst bestätigt. Mit dem ersten Angriff lag Münster überraschend im Hintertreffen. Auf der linken Seite brachen die Kölner gefährlich durch, legten den Ball in die Mitte, wo der erste Schuss von Simon Breuer noch abgewehrt wurde, aber dann vom Bein von Hendrik Mittelstädt im Preußen-Tor landete. 0:1 (4.). Kurios.

Münsters Reaktion: Angriffsfußball pur. Oubeyapwa stand im Gegenzug allein vor Kölns Tormann Jonas Urbig – und legte den Ball über den Kasten. In der neunten Minute prüfte Stürmer Andrew Wooten das Kölner Aluminium auf seine Standfestigkeit. Dann scheiterte wieder Oubeyapwa mit einem Drehschuss aus 16 Metern nur knapp an Urbig (19.), ehe wiederum Wooten mit dem Kopf die Latte traf (20.). Unfassbares Pech.

Hier geht es zu unserer Bilderstrecke: 7. Spieltag, Saison 2022/23: SC Preußen Münster – 1. FC Köln II

Münster schnupperte an der Führung, Köln bettelte um den Ausgleich. Und bekam ihn. Kurze Ecke von Dennis Grote auf Henok Teklab, der das ganz fein löste und mit einem Schuss von der linken Strafraumkante abschloss (25.). Die Preußen drückten, mussten aber immer wieder bei Kontern auf der Hut sein. Pierre Nadjombe tauchte nach 33 Minuten gänzlich allein vor Preußen-Tormann Max Schulze Niehues auf – und zwang diesen zu einer Glanztat. Sehr kurzweilig das alles. Und Münster hatte noch reichlich Körner, prüfte zum dritten Mal das Gestell des Effzeh-Kastens, diesmal scheiterte Alexander Hahn am linken Außenpfosten (40.). Besser machte es Yassine Bouchama, der nach feiner Vorarbeit von Kapitän Marc Lorenz und Teklab, der seinen Fuß noch dazwischen hielt, zum 2:1 traf. Führung – und Pause.

SCP nach dem 2:2 in Schockstarre

Keine Veränderungen nach dem Wechsel bei den Preußen. Münsters Coach Hildmann vertraute jenen treibenden Kräften, die in den ersten 45 Minuten ein wahres Feuerwerk an Chancen kreierten. Und zumindest zweimal ins Schwarze trafen. Dass das kein Selbstläufer werden würde, zeigte die 55. Minute, als die Bundesliga-Youngster wieder zügig den Weg zum Kasten der Preußen fanden, Mittelstädt bediente den zur Pause eingewechselten Maximilian Schmid, der fast schon kläglich scheiterte. Es in der 60. Minute nach einem weiteren Angriffsversuch der Kölner aber besser machte, das Leder zum 2:2 in die Maschen bugsierte . Der SCP in Schockstarre.

Mit einem Doppelwechsel wollte Hildmann nach 67 Minuten nochmal ein Zeichen setzen. Für Alexander Langlitz kam Niko Koulis, für den scheidenden Yassine Bouchama durfte Gerrit Wegkamp stürmen. Der hatte zuletzt in Straelen unmittelbar nach seiner Hereinnahme gewirbelt wie zu besten Zeiten. Der Erfolg am unteren Niederrhein trug vor allem seinen Namen. Und jener Wegkamp hatte nach 71 Minuten mit einer Direktabnahme Pech, als der Ball knapp über das Tor der Gäste strich.

Münster sucht die Entscheidung

Dann verließ der auffällige Oubeyapwa nach 77 Minuten unter dem Applaus der Ränge das Feld, für ihn kam Thorben Deters. Der letzte Versuch von Hildmann, dem Spiel die richtige Wendung zu geben. Fast hätte Simon Scherder das Glück des Tüchtigen nach 80 Minuten gehabt, als er seinen Kopf in einen Flankenball hielt. Knapp vorbei. Rückzug? Von wegen, Münster suchte die Entscheidung – und öffnete die passende Tür. Henok Teklab durfte sich nach einem langen Ball bis an die Kölner Strafraumgrenze in der 86. Minuten als Doppeltorschütze feiern lassen. Der flinke Dribbler kam etwas eher als Kölns Tormann Urbig an den Ball – und das Leder trudelte ins Tor. Und in der Nachspielzeit legte Teklab noch mal bei einem Konter einen hinterher (90.+1). Sieg. Tabellenführer.

Am Mittwoch geht es weiter für den SC Preußen mit der dritten Runde im Westfalenpokal. Um 19 Uhr ist die SG Wattenscheid zu Gast.

Preußen Münster: Schulze Niehues – Langlitz (67. Koulis), Scherder, Hahn, Lorenz – Grote (57. Kok) – Remberg, Bouchama (67. Wegkamp) – Teklab, Wooten, Oubeyapwa (77. Deters)

1. FC Köln II: Urbig – Nadjombe, Schneider, Salger, Örnek – Giesen, Nottbeck, Suchanek (75. Waldminghaus) – Schwirten (58. Fadeev), Mittelstädt (58. Segal), Breuer (46. Schmid)

Tore: 0:1 Mittelstädt (4.), 1:1 Teklab (25.), 2:1 Bouchama (41.), 2:2 Schmid (60.), 3:2 Teklab (86.), 4:2 Teklab (90.+1)

Schiedsrichter: Cedric Gottschalk (Bottrop)

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