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Fußball: Regionalliga West

Ein 1:1 wie eine Niederlage – RWE-Leitwolf Grote im Fokus der Preußen?

Münster

Preußen Münster geht mit einem Dämpfer in die Winterpause der Regionalliga West. Das Team von Trainer Sascha Hildmann kam gegen Borussia Mönchengladbach II vor 2873 Zuschauern über ein 1:1 (0:0) nicht hinaus. Zudem kursiert das Gerücht, dass Ex-Preuße Dennis Grote wieder einer werden könnte – wechselt der Kapitän von RWE im Winter nach Münster?

Von Alexander Heflik

Die Enttäuschung stand den Preußen-Spielern nach dem Abpfiff ins Gesicht geschrieben. Foto: Jürgen Peperhowe

Das war ein Stimmungskiller für den SC Preußen Münster, als Borussia Mönchengladbach II kurz vor Schluss in Unterzahl das 1:1 vor 2873 Zuschauern durch Marcel Lieder köpfte, die Führung durch Nicolai Remberg war damit egalisiert – es fühlte sich wie eine Niederlage an. Dann, wenige Minuten nach Abpfiff, machte die Runde, dass Dennis Grote angeblich zum SCP zurückkommen könnte.

Die Pikanterie am Rande: Der Ex-Preuße war in den letzten eineinhalb Saisons für Titelanwärter RW Essen am Ball, und das in leitender Funktion als Kapitän. Allerdings schob der Tabellenführer dem offensichtlichen Ansinnen des 36-Jährigen, nach Münster wechseln zu dürfen, einen Riegel vor und legte den defensiven Mittelfeldspieler auf Eis. Vorerst. Fortsetzung folgt, ganz bestimmt. SCP-Sportchef Peter Niemeyer stellte jedenfalls klar: „Ich mische mich nicht in die Personalpolitik bei anderen Vereinen ein.“ Und der Ex-Bundesliga-Profi fügte an, dass er schon lange Dennis Grote kennen würde, man tausche sich aus, spreche über Zukunftsthemen. Aber, und das war auf die Suspendierung von Dennis Grote durch RW Essen bezogen: „Es gibt nichts Konkretes. Wir haben Dennis Grote kein Angebot unterbreitet.“ Grote hängt kurz vor Weihnachten zwischen den Stühlen, RWE hat ihn freigestellt, Münster kein Angebot unterbreitet. Was nun?

Preußen-Trainer Hildmann angefasst

Zurück zum Sport. Trainer Sascha Hildmann war genervt von dem Remis: „So eine 1:0-Führung müssen wir über die Zeit bringen“, sagte er. Und hatte einen Schuldigen für das 1:1 gefunden. Denn vor dem Eckball der Mönchengladbacher wollte er den kopfballstarken Marius Mause einwechseln, der den kurzen Pfosten abdecken sollte. Henok Teklab ging vom Feld. Doch während Teklab bereits runter war, durfte Mause nicht rauf, weil er seine Socken nicht ausreichend getapt hatte. Kein Witz, Mause war außen vor, als Lieder das 1:1 köpfte. „Das war amateurhaft. Das hat Konsequenzen. Wir sind hier nicht in der Kreisliga A, die Linienrichter warten nur auf solche Fehler. Wir wollen was erreichen, und jeder Spieler weiß genau, dass er fertig sein muss bei der Einwechselung“, schimpfte Hildmann. Plötzlich war die Stimmung mausetot, der U-23-Kapitän aus der Oberliga war der Sündenbock. Aber auch das stellte der SCP-Coach selbstkritisch fest: „Alles ist schiefgelaufen, was schieflaufen kann. Wir waren nicht so präsent wie sonst, hatten nicht so viele Chancen wie sonst. Uns fehlte die Durchschlagskraft.“ Allerdings, auch das ist Teil der Realität, die Preußen sind seit elf Meisterschaftspartien ungeschlagen und bleiben weiter oben dran.

Wie gegen Aachen – nur Schulze Niehues zurück

Münster änderte seine Startformation nach dem 2:0-Erfolg von Aachen nur auf einer Position. Torwart Max Schulze Niehues kehrte ins Gehäuse zurück, Steffen Westphal war wieder Reservist. Dafür konnte Hildmann wieder auf eine rappelvolle Reservebank zurückgreifen, acht mögliche Alternativen für das Feld waren vorhanden.

Das Spiel gab dabei zunächst nicht so viel her. Ein Kopfball von Alexander Langlitz (14.) war lange Zeit die einzige Möglichkeit für den SCP. Die Borussen-Reserve machte das geschickt im 4-4-2-System. Der erste Aufreger war dabei, dass Schiedsrichter Luca Marx in der 17. Minute seine Rote Karte verlor und die von Jakob Italiano zurückerhielt. Hätte das der Gladbacher mal lieber nicht getan. Aufreger Nummer zwei war dann, dass es Manuel Farrona Pulido auf dem Platz zu heiß wurde. Denn er zog sich das Trikot aus, entledigte sich des Unterhemds, was der Referee argwöhnisch beobachte, und spielte dann weiter. Das Shirt flog zum Rand, irgendwas von „Preußens next Topmodel“ spielte da mit.  

Rote Karte für Italiano

Mit einem Drehschuss von Gerrit Wegkamp (28.) wurde dann eine ereignisreichere Schlussphase vor der Pause eingeläutet. Manuel Farrona Pulido (33.) und erneut Wegkamp (34.) hatten sowas wie Chancen, aber dann vergaben die Gäste im ganz großen Stil in der 35. Minute die mögliche Führung. Erst scheiterte Per Lockl an Schulze Niehues, dann vergab Mika Schroers fast schon fahrlässig im Nachschuss das 0:1 am Pfosten, ehe Luiz Skraback im dritten Anlauf dann wieder an Schulze Niehues scheiterte. Eine Wahnsinnschance mit drei Optionen hatte Mönchengladbach II liegengelassen.

Es kam noch schlimmer für die Elf vom Niederrhein. Die Nachspielzeit von Halbzeit eins lief schon, als Thorben Deters mit einem langen Ball Farrona Pulido auf die Reise schickte, Italiano klärte, der Preuße fiel – und Schiedsrichter Marx, wieder im Besitz der Roten Karte dank Italiano, stellte den Mönchengladbacher vom Feld. Am Seitenrand tobte Borussen-Coach Heiko Vogel, die Entscheidung mutete hart an, aber Referee Marx hatte von allen Beteiligten tatsächlich die beste Sicht auf das Geschehen. Vogel sagte später: „Es war ein schweres Spiel für den Schiedsrichter. In dieser Szene gab es ein Foul.“ Rot, gelb oder gar nichts, diese Kommentierung tätigte Vogel nicht.

Remberg trifft zum 1:0

Münsters erste Möglichkeit nach dem Wechsel hatte Henok Teklab (51.) mit einem Freistoß, den Jonas Kersken glänzend parierte. Die Preußen hatten Oberwasser, wollten den Ball aber zunächst offenbar ins Tor tragen. Was dann nach 63 Minuten auch gelang. Farrona Pulido mit Hackentrick auf Deters, der wieder zurück auf Farrona Pulido, der passt nach innen und Nicolai Remberg trifft zur verdienten Führung. Der SCP hatte die Gäste förmlich eingeschnürt in dieser Phase. Das war gut. Doch unerklärlicherweise hatten die Hausherren dann nicht mehr viel zuzusetzen. Es waren eher die Wechsel der Mönchengladbacher, die nun Stiche setzen konnten. Münsters Chancen war keine wirklichen, die Gladbacher robbten sich heran. Lieders Tor traf die Preußen ins Mark.

Münster: Schulze Niehues – Langlitz, Scherder, Hoffmeier, Hemmerich – Remberg, Klann (58. Holtby), Deters (87. Dahlke) – Teklab (84. Mause), Wegkamp (69. Bindemann), Farrona Pulido. – Trainer: Hildmann

Mönchengladbach II: Kersken – Italiano, Schlosser, Gaal, Kemper – Asallari (46. Lofolomo), Lockl (76. Touray), Lieder, Schroers (64. Beckhoff) -  Meuer, Skraback (87. Wentzel). – Trainer: Vogel

Tore: 1:0 Remberg (63., Pass Farrona Pulido), 1:1 Lieder (85., Ecke )

Zuschauer: 2873 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Marx (Brühl)

Bes. Vorkommnis: Gelbe Karte für Mönchengladbachs Trainer Vogel (74.)

Rote Karte: Italiano (45.+1) Notbremse an Farrona Pulido

Gelbe Karten: Remberg, Langlitz / Schroers, Kemper, Lieder, Beckhoff

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