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Fußball: DFB-Pokal

Nach Wolfsburgs Wechselfehler: Preußen Münster steht in Runde zwei

Frankfurt am Main

Das Erstrundenspiel im DFB-Pokal zwischen Regionalligist SC Preußen Münster und Champions-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg ging am Donnerstag in die dritte Verlängerung. Nach dem Sportgericht des DFB bestätigte auch das Bundesgericht des Verbandes das Urteil der Spielwertung.

Von Jonas Austermann und Thomas Rellmann

Der SC Preußen Münster steht in der zweiten DFB-Pokal-Runde. Foto: Imago/Steinbrenner

Eine faustdicke Überraschung war es nicht, aber die 2:0-Wertung des Erstrundenspiels im DFB Pokal für Preußen Münster bleibt bestehen. Die Partie gegen den VfL Wolfsburg war 1:3 nach Verlängerung verloren gegangen, doch der Bundesligist hatte sechs- statt wie erlaubt fünfmal gewechselt. Dem Einspruch des Außenseiters hatte das Sportgericht in der vergangenen Woche stattgegeben, nun wies die höhere Instanz die Berufung der Niedersachsen zurück. Das Erstrundenspiel im Pokal geht also mit einem 2:0 aus Preußen-Sicht und einer 0:2-Pleite für die Wölfe in die Annalen ein.

 Der Einzug in die zweite Pokalrunde beschert den Adlerträgern gesicherte Einnahmen in Höhe von rund 260.000 Euro. Damit kann die Auslosung der 2. Runde des DFB-Pokals am Sonntag wie geplant über die Bühne gehen. Die Paarungen werden am Sonntag (29. August) ab 18.30 Uhr in der ARD-Sportschau ausgelost. Gespielt wird am 26. oder 27. Oktober.

Eine Auswechslung zu viel

Rückblick: Champions-League-Teilnehmer Wolfsburg um Trainer Mark van Bommel hatte sich in Münster sehr schwer getan und Preußens Führungstreffer durch Marcel Hoffmeier (74.) erst in letzter Minute gekontert. In der Verlängerung setzte sich der klare Favorit dann mit 3:1 durch. Das große Problem: Die Wölfe nahmen in Minute 102 einen Doppelwechsel vor, Spielertausch Nummer fünf und sechs.

Im DFB-Pokal sind aber auch im Falle einer Verlängerung explizit nur fünf Auswechslungen erlaubt. Wolfsburg berief sich darauf, dass der Vierte OffizielleTobias Fritsch auf Nachfrage mehrfach erklärt habe, ein sechster Wechsel sei zulässig. Der Unparteiische aus Mainz bestritt das schon vor dem Sportgericht - und blieb auch vor dem Bundesgericht dabei.

Der vorsitzende Richter Achim Späth verwies in seiner Urteilsbegründung auch auf einen Fall aus dem Jahr 2014, als es um den KFC Uerdingen ging und die Verantwortung der Clubs festgestellt wurde. „Ausschließlich der Verein ist für die Einhaltung verantwortlich. Es zählt zu den Grundpflichten, sich umfassend und rechtzeitig über die Regularien zu informieren“, sagte er und zitierte aus dem Regelbuch, nach dem das Schiedsrichtergespann über Einwechslungen nur zu informieren ist.

Wolfsburgs Anwalt: „die unsportlichste aller Lösungen“

Den Hinweis von VfL-Anwalt Dr. Christoph Schickhardt, dass es „die unsportlichste aller Lösungen“ sei, die Partie nun für den ­Gegner zu werten, konterte Späth mit der Botschaft, dass genau die sechste Auswechslung, wo der SCP nur fünf hatte, die „unsportlichste“ gewesen sei und erst all die Geschehnisse danach zur Folge gehabt hätte.

Dass der VfL nun vor ein ziviles Gericht zieht oder gar vor den internationalen Sportgerichtshof CAS erscheint eher unwahrscheinlich. Mit der Auslosung am Sonntag sind in diesem Punkt in Kürze auch weitere Fakten geschaffen.

Aussage gegen Aussage

Zwar hatten Späth und seine Kollegen durchaus Bedenken angesichts der Aussagen des Vierten Offiziellen Tobias Fritsch, der den Wölfen missverständliche Informationen gegeben haben könnte. Doch auf den Richterspruch hatte diese ungeklärte Sache auch diesmal keinen Einfluss. Es stand Aussage gegen Aussage – daran änderte auch die zweite Verhandlung nichts.

Und das, obwohl auch diese inklusive erneuter Zeugen­vernehmung mehr als viereinhalb Stunden in Anspruch nahm. Die Instanzen des DFB nahmen hier die Gewissenhaftigkeit sehr ernst. Die Preußen mussten zu der Beweisaufnahme nichts beitragen. Ihren Standpunkt hinterlegte Rechtsanwalt Simeon Scheuermann (Kanzlei Duvinage aus München) wie beim ersten Mal klar und zielsicher.

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