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Randale in Münster

Essener Fans jagen Preußen-Anhänger: 30 Verletzte

Münster

Nach Schlusspfiff des Topspiels der Regionalliga West kam es zu Ausschreitungen: Anhänger von RW Essen sorgten trotz des Sieges ihrer Mannschaft für sehr unschöne Szenen im Stadion. Die Polizei musste eingreifen.

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Die Essener Fans zündeten während des Spiels in Münster Bengalos. Nach Abpfiff eskalierte die Situation.  Foto: Imago / Team 2 (Maik Hölter)

Der unrühmliche Höhepunkt des West-Schlagers zwischen Preußen Münster und Rot-Weiss Essen (2:3) folgte nach Spielschluss. Wie SCP-Medienbeauftragter Marcel Weskamp auf der Pressekonferenz bekanntgab, sorgten Anhänger der Gäste für Randale und Krawall: „Fans von RW Essen durchbrachen eine Absperrung und gelangten so auf die Gegengerade. Da machten sie Jagd auf Preußen-Fans. Das wird ein langer Abend für die Polizei. Das ist ein enttäuschender Abschluss für dieses Derby.“

Nach Polizeiangaben waren 800 Rot-Weiss-Fans – größtenteils mit Bussen – nach Münster gekommen, darunter etwa 200 „Problemfans“, die nach dem Spiel in Richtung der etwa 120 Pendants aus Münster gestürmt seien.

Rentner von Treppe gestoßen

Die Preußenspieler mussten auch warten, bis sich die Lage in der Nähe der Hammer Straße und der Parkplätze beruhigt hatte, erst dann konnten sie auf den Heimweg. Nach Polizeiangaben kurz vor Mitternacht wurden in Folge der Auseinandersetzungen 30 Personen verletzt: „24 Personen wurden im Stadion vom Rettungsdienst behandelt, vier Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, zwei wurden notärztlich versorgt.“ 

Unter den Verletzten seien mehrere Ordner, von denen einer, der am Tor eingesetzt war, schwer verletzt wurde. Zudem sei ein Rentner beim Sturm der Essener Anhänger von der Treppe der Gegengerade gestoßen und schwer verletzt worden.

Schlägerei auf der Hammer Straße

Die Polizei hatte mit einem massiven Aufgebot versucht, die Fan-Lager zu trennen, das Konzept ging offenbar bis Spielende auf. Dann kam es auf dem Ascheplatz hinter dem Marathontor zu einer Schlägerei, später zu einer weiteren an der Hammer Straße.

Wie die Polizei am späten Abend berichtete, setzte sie dabei unter anderem Pfefferspray ein, und attestierte sich, durch das „schnelle Agieren“ weitere Ausschreitungen verhindert zu haben. „Die Fanlager wurden getrennt, die Essener Problemfans zu ihren Bussen gebracht und in Begleitung über die Autobahn nach Essen eskortiert“, heißt es in der Mitteilung der Polizei, die mit den Worten schließt: „Die polizeilichen Ermittlungen, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands und Sachbeschädigung, dauern an.“

Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch erklärte, hat es zwei Festnahmen wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs gegeben. Zudem wurden die Personalien von etlichen weiteren festgesetzten Personen aufgenommen. Am Dienstagabend war zunächst von 17 Festnahmen die Rede gewesen.

Pyrotechnik in beiden Fan-Blöcken

Bereits während der Partie wurden in beiden Fan-Blöcken Pyrotechnik und Rauchtöpfe gezündet. Im Gästeblock der Essener begann das etwas früher, beim SCP wurde eine große Fahne ausgerollt, ehe die Pyrotechnik gezündet wurde. Kein unübliches Spielchen.

Bereits beim Aufeinandertreffen in Ahlen vor fünf Tagen hatte es sowohl in einem Ahlener Block wie auch im mit 1000 Preußen-Anhängern übervollen Gäste-Block „gezündelt“. Für die Vorfälle in Ahlen wie auch jetzt beim Heimspiel gegen Essen wird der SC Preußen kräftig zur Kasse gebeten werden. Drastischer dürften dagegen die Strafen für RW Essen ausfallen, weil beim Sturm auf und durch die überdachte Gegengerade Menschen verletzt wurden. Ein unschönes und mieses Ende des Derbys.

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