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Fußball: Westfalenpokal

„Ball nicht gesehen“: Preußen verzichten trotz Flutlicht-Farce auf Protest

Oer-Erkenschwick

Das war ein düsterer Pokalabend für den SC Preußen Münster. Beim Westfalenligisten SpVgg Erkenschwick musste sich der Regionalliga-Spitzenreiter nach torlosen 90 Minuten im Elfmeterschießen mit 4:5 geschlagen geben – unter irregulären Bedingungen.

Henok Teklab schleicht sich bei Einbruch der Dunkelheit davon. Erkenschwicks Enes Schick bleibt hier nur das Nachsehen. Foto: Jürgen Peperhowe

Endstation Stimberg! Preußen Münster hat sich mit einer düsteren Vorstellung aus dem Westfalenpokal verabschiedet. Beim Sechstliga-Ersten SpVgg Erkenschwick verloren die mit der B-Elf aufgelaufenen Adler mit 4:5 im Elfmeterschießen. Die irregulären Bedingungen trugen auch dazu bei, dass in 90 Minuten kein Tor fiel.

Trainer Sascha Hildmann hatte eine klare Haltung: „Meine Spieler haben den Ball nicht gesehen auf dem Platz. Unter diesen Umständen war kein Fußball möglich. Dass es für die Mannschaft, die den Ball nur hinten rausschlagen muss, kein Nachteil ist, genauso wie der schlechte Rasen, ist doch auch klar.“ Protest wird der SCP dennoch nicht einlegen. „Wir sind gute Verlierer“, sagte Sportchef Peter Niemeyer. Gleichwohl war er sichtbar bedient. „Wir müssen nach diesen Tagen eng zusammenrücken.“

Dass es ein denkwürdiger Abend werden würde, war schon lange vor dem Anpfiff zu erahnen. Die mobile Flutlichtanlage, die in der Vorwoche genehmigt, aber vor dem Anstoß nie getestet worden war, entpuppte sich als schlechter Scherz. Sie beleuchtete Tartanbahn und Seitenauslinie passabel, der Rest des Feldes blieb weitgehend im Dunkeln. Für die Zuschauer war es kein Sehvergnügen, die Trainer wussten auch nicht, wie und was sie coachen sollten. Na ja, und Schiedsrichter Cengiz Kabalakli, der die Begegnung aus unerfindlichen Gründen wirklich anpfiff, behielt auch nur schwer den Durchblick.

Hildmanns komplette Rotation

Strukturierte Angriffe gab es auf beiden Seiten kaum. Der Regionalligist, der keinen Akteur aus der Startelf vom Samstag (2:4 in Aachen) von Beginn an aufs Feld schickte und fünf U-23-Spieler aufbot, kam nur zu Halbchancen. Etwa durch Aushilfskapitän Thomas Kok (2.) oder Kevin Schacht per Kopf (7.), ließ den Underdog aber im Laufe der ersten Hälfte immer besser ins Spiel kommen. Hinzu kamen Defizite in der Viererkette. Trotz des Mangels an Helligkeit hätte die zweite Preußen-Reihe deutlich mehr anbieten müssen. Doch zündende Ideen oder einfach mal Versuche aus der zweiten Reihe gab’s kaum. Erst Deniz Bindemann sorgte für einen Lichtblick, als er aus ganz spitzem Winkel draufhielt und die Querlatte traf (44.).

Leichte Besserung in Durchgang zwei

Die Stadt Oer-Erkenschwick hatte beim Scheinwerferlicht auf den Energiesparmodus gesetzt, den durfte sich der Favorit aber nicht leisten. Mit dem Seitenwechsel wurde es kurzzeitig besser. Darius Ghindovean mit einer Einzelaktion (49.) und Bindemann, der eine Hereingabe von Elias Demirarslan um Haaresbreite verpasste (51.), waren nah dran an der Führung. Dann kamen erst Nicolai Remberg und dann Gerrit Wegkamp und Yassine Bouchama – drei Stammkräfte.

So sah es am Mittwochabend beim Westfalenpokal-Spiel zwischen Preußen Münster und der SpVgg Erkenschwick aus. Foto: Jürgen Peperhowe

Doch ansehnlicher wurde das Geschehen nicht, was vor allem an zahlreichen eher kleinen Fouls des Westfalenliga-Ersten lag. Viele Unterbrechungen passten natürlich zu dessen Plan. Von Spielfluss konnte keine Rede sein. Geduldsspiel? Wettlauf gegen die Zeit? Preußen kam auch in prominenterer Besetzung nicht mehr zu Chancen. Sonnenfinsternis hin oder her – das war dünn. Ob es mit Marc Lorenz, Thorben Deters oder Shaibou Oubeyapwa anders gelaufen wäre? Müßig.

Bouchama trifft nur den Pfosten

Also dann. Elfmeterschießen am späten Abend. Auf das Tor vor den Erkenschwicker Fans. Dann passierte das Unweigerliche. SCP-Keeper Tom Müller war nicht bei einem Ball in der Nähe. Dass vier seiner Kollegen souverän verwandelten, spielte keine Rolle mehr, da Bouchama nur den Pfosten traf. Goalgetter Stefan Oerterer, wer sonst, machte den Deckel drauf. Ein schwarzer Abend für Münster.

SCP: Müller - Mause, ter Horst, Koulis, Demirarslan - Kok - Ghindovean (86. Lorenz), Di Pierro (55. Remberg) – Teklab (64. Wegkamp), Bindemann (90. Grote), Schacht (64. Bouchama)

Schiedsrichter: Cengiz Kabalaki

Zuschauer: 1100

Tore (im Elfmeterschießen): 0:1 Grote, 1:1 Eisen, 1:2 Remberg, 2:2 Breilmann, 2:3 Lorenz, 3:3 Binias, Bouchama verschießt, 4:3 Isensee, 4:4 Wegkamp, 5:4 Oerterer – Gelb: Warnat, Isensee, Binias, Breilmann, Pilica / Remberg

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