Fußball: Regionalliga

Gemeinsame Sache der Preußen-Urgesteine Scherder und Schulze Niehues

Münster

Erst verlängerte Max Schulze Niehues, dann Simon Scherder. Beide Preußen-Urgesteine wollen also vorangehen, sie zeigen ein Herz für den Verein. Gerade der Verteidiger hatte auch in eine andere Richtung überlegt, doch Sportdirektor Peter Niemeyer und ihn verbindet nicht nur die gemeinsame Herkunft.

Thomas Rellmann

Applaus für Simon Scherder, der an Bord bleibt. Foto: Jürgen Peperhowe

250 Zuschauer waren zum Trainingsauftakt von Preußen Münster auf der Tribüne erlaubt, 250 kamen auch. Ein Zeichen von Neugier, von Interesse, vielleicht auch ein kleiner Vertrauensvorschuss, obwohl allenfalls die Hälfte des endgültigen Kaders mitwirkte.

Das Publikum gab sich wohlgesonnen und hatte gleich zu Anfang Grund zur Freude. Denn als kleinen „Knalleffekt“, wie ihn Sportchef Peter Niemeyer angekündigt hatte, lief Simon Scherder mit ein. Der 27-Jährige, dessen Vertrag ausgelaufen war, hatte mit der 3. Liga und einem Vereinswechsel nach 14 Jahren geliebäugelt, entschied sich nun aber anders. Für wie lange er unterzeichnete, blieb offen, das will der SCP künftig nicht mehr kommunizieren. „Wir brauchen genau solche Spielertypen“, so Sportdirektor Peter Niemeyer.

Beifall, gereckte Fäuste, Jubelschreie

Die Reaktion der Zuschauer gab ihm recht. Beifall, gereckte Fäuste, Jubelschreie waren flächendeckend oder vereinzelt zu sehen. Scherder, der in der C-Jugend nach Münster kam, eine lange Leidenszeit hatte, aber auch Kapitän, Leistungsträger und Identifikationsfigur war oder ist, setzt mit seinem Verbleib auch ein kleines Signal. „Natürlich hat der Abstieg geschmerzt, aber ich möchte die Preußen wieder da hinbringen, wo sie hingehören“, sagt der Abwehrspieler, der auf 141 Drittliga-Einsätze und 15 Tore kommt.

Gilic bleibt, Borgmann fit

Coach Sascha Hildmann hatte wenig zu meckern. „Ist doch gut verlaufen“, sagte er nach der ersten Einheit.“ Er konnte elf gegen elf spielen lassen, obwohl nur 13 Profis im Kader stehen, von denen Okan Erdogan auch noch verletzt ist (rechnet selbst mit vier Wochen Pause). Er sah das Comeback des Pechvogels Jannik Borgmann, der drei Zeh-Operationen in der Vorsaison über sich ergehen lassen musste. Und er nahm seinen Torwarttrainer Milenko Gilic, der seinen Vertrag bis zuletzt nicht verlängert hatte, mit auf den Rasen – alles geklärt. Auch die sportärztlichen Untersuchungen sind inzwischen absolviert.

Zwischenzeitlich roch es nach Abschied. „Ja, ich habe auch überlegt“, gesteht er. „Mir wurde dann aber klar gemacht, dass der Verein mich unbedingt halten will.“ Der Dreierwalder Scherder und der Riesenbecker Niemeyer – beides Stadt Hörstel – hatten zudem gleich eine geografisch-kulturelle Grundlage.

Niemeyer, Hildmann und Strässer wenden sich an die Fans

„Da wollte ich dann auch nicht mehr groß rumeiern.“ Interessant: Mit Keeper Max Schulze Niehues, der am Donnerstag verlängerte, war das Eigengewächs im Austausch. Beide sprachen sich also salopp gesagt ab. „Eine gute Rolle können wir auf jeden Fall spielen“, sagt Scherder. „Der Markt gibt noch eine Menge her.“ Nur sein eigener Name ist von dort verschwunden.

Während der Innenverteidiger seinen Dienst im Trainingsspiel verrichtete, wandten sich Niemeyer, Trainer Sascha Hildmann und Präsident Christoph Strässer per Mikro an die Fans. Es kam – keine Sensation – gut an.

Sechs externe und vier interne Gäste

Gleich sechs Trainingsgäste wirkten am Montag mit. Sie bleiben auch allesamt noch einige Tage und füllen nicht nur die Gruppe auf. „Die Jungs sind alle interessant und hier, um sich zu empfehlen“, sagt Sportchef Peter Niemeyer. Florian Zorn (zuletzt U 19 Eintracht Frankfurt) gelang auch gleich der erste Treffer. Außerdem wirkten Linksverteidiger Dylan Kuete (1. FC Kaiserslautern II), der Münsteraner Nico Lübke (VfL Bochum U 19), Mittelfeldmann Gianluca Przondziono (SF Lotte) sowie Linksverteidiger Tobias Mißner und Offensivspieler Cedric Euschen (beide SV Wehen Wiesbaden) mit. Aus der eigenen A-Jugend spielte Deniz Bindemann vor, aus der U 23 waren Loris Deiters, Ousman Touray und der frisch aus dem Nachwuchs des VfL Bochum verpflichtete Florian Püschel dabei.

Startseite