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Fußball: Regionalliga West

Stephan Küsters und seine Wuppertaler Preußen-Fraktion kommen nach Münster

Münster

In der Summe kommt Stephan Küsters auf 15 Jahre als Preuße, acht Saisons als Spieler, sieben Serien im „Staff“. Nun kehrt der 49-Jährige als Sportchef mit dem Wuppertaler SV ins Preußenstadion zurück – mit ihm weitere sechs Ex-Preußen.

Von Alexander Heflik

Die Erlösung durch Stephan Küsters (Mitte): Sein Führungstor am 28. Mai 2000 ebnete dem SCP den Weg zum 4:1-Heimsieg über den SC Verl – und bedeutete die Qualifikation für die neue, nur noch zweigeteilte Regionalliga. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Beziehung zwischen dem SC Preußen Münster und Stephan Küsters ist schon eine besondere. Nicht nur, dass er acht Saisons für den SCP spielte und auch Kapitän war, nein, er war später in unterschiedlichen Funktionen weitere sieben Jahre aktiv. Küsters war nah dran an dem Club. Ein Typ, an dem sich auch die Geister schieden, eine echte Marke. Ein letztes Mal spielte er für den SCP noch 19 Minuten, als der die ganze Saison verletzte Küsters gegen den Wuppertaler SV ein Comeback wagte. Münster verlor und war nach dieser Partie praktisch abgestiegen. Das war 2006, es folgten zwei Saisons in der Oberliga – ohne Küsters. Dann kehrte er als Scout und Teammanager zurück – bis Ralf Loose Trainer in Münster wurde, und Küsters endgültig die Akte Preußen schloss.

Pulido fällt drei bis vier Wochen aus

Sonntag kehrt der 49-Jährige ins Preußenstadion zurück, er ist Sportchef beim Wuppertaler SV. Eine Partie in Münster ist für ihn aus diversen Gründen besonders. Ein wenig ist die Arena sein zweites Wohnzimmer geblieben, und er verfolgt genau, wie es beim SCP läuft. Letzte Saison gab es mal Unstimmigkeiten zwischen den Clubs, als der Auftritt in Münster abgesagt werden musste, Wuppertal sich aber nicht rechtzeitig informiert sah. Da knirschte es zwischen den Vereinen. Und jetzt ist es auch noch ein Spitzenspiel, Münster gegen Wuppertal. Das hört sich nach mehr als nur vierter Liga an, ist aber in der Realität das Verfolgerduell der zweit- und drittplatzierten Teams hinter Platzhirsch RW Essen.

Küsters wiegelt Favoritenrolle ab

Der WSV ganz weit oben, das hatte so mancher Experte prognostiziert. „Ich sehe das auch weiter anders. Als ich im vergangenen Jahr von Friedhelm Runge geholt wurde, war das erste Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen“, erzählt Küsters. Diese Saison sei ein Platz unter den ersten fünf das Ziel, der nächste Schritt soll in der Saison 2022/23 folgen.

Runge trat in der größten Not in der Vorsaison wieder in Aktion. Der 82 Jahre alte Multi-Millionär, der ein Unternehmen mit rund 2000 Mitarbeitern führt und einen Umsatz von gut 200 Millionen erzielt, zieht die Strippen im Hintergrund ohne ein Amt innezuhaben. Was Runge aber sagt, wird gemacht. Und, so Küsters: „Macht er eine Ansage, dann hält er sich auch daran.“ Der sportliche Aufschwung an der Wupper gibt ihnen recht.

Ex-Preußen sind Stammkräfte beim WSV

Die Preußen-Note ist dabei unverkennbar, sie liegt einem förmlich in der Nase. Nicht nur wegen Küsters. Aber der holte Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires nach dem Drittliga-Abstieg, dann auch Stürmer Marco Königs, zuletzt in dieser Saison den Ex-Preußen Lion Schweers und Niklas Heidemann, der in Münster kein Angebot mehr erhalten hatte. Königs erzielte in sieben Partien dieser Saison drei Treffer, muss sich aber einen harten Kampf mit Roman Prokoph liefern. Schweers und Heidemann sind Stammkräfte, der aktuell verletzte Rodrigues Pires auch. Aber mit Trainer Björn Mehnert, der 2006/07 eine Halbserie in Münster kickte oder Scout Gaetano Manno (2013/14) ist die Münster-Fraktion schon bemerkenswert groß.

Küsters ist über den SCP im Bilde, fand das Spiel gegen RW Essen bemerkenswert. Diese Partie dürfte für den WSV beim sogenannten „Matchplan“ die Blaupause sein. Alles Gute, aber auch alles nicht so Gute habe man gesehen. Aber: „Die Preußen haben zwar keinen großen Kader, aber einen guten Kader. Selbst bei Ausfällen passt es noch.“ Münsters Ersatzbank sei dabei überdurchschnittlich gut besetzt.

„Favoriten sind Essen, Münster und Köln“

„Für mich bleiben Essen, Münster und Fortuna Köln die Topfavoriten auf den Aufstieg“, erklärt Küsters. Es dürfte spannend werden, wenn er, ein ausgewiesener Heißsporn, und Münsters emotionaler Anführer am Seitenrand, Trainer Sascha Hildmann, am Sonntag die Klingen kreuzen würden. Wie gesagt, ein echtes Spitzenspiel steht an – und der WSV scheint nach fünf Partien ohne Niederlage bereit.

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