Fußball: Regionalliga West

Mit Spielfreude will Preußen Münster seine Erfolgsserie ausbauen

Münster

Nahtlos geht es weiter in der Regionalliga West. Nach dem Sieg in Düsseldorf am Mittwoch reisen die Preußen zum FC Wegberg-Beeck. 18 Spiele ist das Team von Trainer Sascha Hildmann ungeschlagen. Eine beeindruckende Bilanz.

Von André Fischer

Vertritt weiter die verletzte Nummer eins Max Schulze Niehues im Preußen-Kasten: Marko Dedovic Foto: Jürgen Peperhowe

Ritual? Glücksbringer? Der blaue Kaschmirpullover von Noch-Bundestrainer Joachim Löw avancierte einst zum Verkaufs-Hit. Das edle Stück Stoff trug der 61-Jährige bei der Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 und feierte darin reihenweise wichtige Siege. Wer dran glaubt. Preußen Münsters Trainer Sascha Hildmann pflegt seit Monaten auch einen Ritus. Seit der Rückrunde hat er seinem Friseur des Vertrauens keinen Besuch mehr abgestattet. Die Haare wachsen, lassen sich mit etwas Wachs hübsch bändigen. Noch – denn die Mähne wird mit der Erfolgsserie des Clubs immer länger.

18 Spiele sind die Jungs in der Regionalliga nun schon ungeschlagen, holten satte 40 Punkte nach einer durchaus auch ansehnlichen Vorrunde, ließen 35-mal das Leder in den gegnerischen Maschen zappeln – so oft wie keine andere Mannschaft. „Wir wollen jetzt kein Spiel mehr verlieren“, das ist die klare Zielsetzung aus dem Munde Hildmanns. Heißt: Der Figaro muss also weiter warten. Am Samstag wollen sich die Preußen nach dem 4:2 in Düsseldorf auch nicht vom FC Wegberg-Beeck von ihrem Weg abbringen lassen. Anstoß im Waldstadion ist um 14 Uhr.

74 Punkte – damit steigen andere Mannschaften auf. Für Münster reicht die Ausbeute im ersten Jahr nach dem Abstieg aus der 3. Liga nur zum dritten Rang hinter Borussia Dortmund II und RW Essen. Bitter. Und doch sind sie am Fiffi-Gerritzen-Weg weit davon entfernt, mit der Welt zerrissen zu sein. „Wir sind im Flow“, sagt Hildmann. Und fügt hinzu: „Jeder will jetzt der Erste sein, der uns schlägt. Aber das werden wir zu verhindern wissen.“

Es ist beeindruckend, mit welcher Spielfreude und Energie Münster der Konkurrenz die Stirn bietet. Und inzwischen selbst nach Rückständen zurückkommt, Spiele dreht. So wie beim 3:2 gegen die Reserve des 1. FC Köln am 28. Spieltag, als Joel Grodowski und Lukas Frenkert mit ihren Treffern in der Nachspielzeit das Blatt final wendeten. Ein „Schlüsselfaktor“ für Hildmann.

Der war zuletzt auch Nachwuchsstürmer Deniz Bindemann. Dreimal traf er bei der Fortuna am Mittwoch. Der Junge hat Zukunft. Sieben Tore hat der 18-Jährige schon erzielt. „Das Team trägt ihn“, sagt Hildmann. „Er kann seine Qualitäten bei uns voll ausspielen.“ Dabei musste der junge Kerl in den ersten Wochen mächtig schuften. „Er hatte ein paar Kilo zu viel auf den Rippen“, wie der Coach verrät. Ernährung umgestellt, mit Athletiktrainer Tim Geidies Einheiten geklotzt – jetzt ist der Youngster top-fit.

Und hat seinen Anteil daran, dass Hildmann mit einem Zwei-Punkte-Schnitt glänzend dasteht. „Das habe ich in meiner Karriere auf der Bank noch nicht erlebt.“ Geht noch besser, wenn der SCP weiter so spielfreudig und positionsgetreu agiert. Das Ende ist indes absehbar. Vielleicht gut so. Hildmann wird irgendwann nach einem neuen Haarschnitt lechzen. „Noch geht’s aber“, wie er versichert.
SCP:
Dedovic – Hoffmeier, Scherder, Borgmann – Daube – Schauerte, Remberg, Heidemann – Langlitz, Wegkamp, Bindemann

Liveticker (ab 13.30 Uhr):

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