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62-Jähriger erhält einen Vertrag bis zum Saisonende

Möhlmann wird neuer Trainer von Preußen Münster

Münster - Das Rätselraten ist vorbei: Benno Möhlmann wird neuer Trainer des SC Preußen Münster. Der Club präsentierte auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die Drittligapartie des SCP gegen den SV Wehen Wiesbaden mit Benno Möhlmann einen "alten Bekannten" als neuen Übungsleiter.

André Fischer

Benno Möhlmann wird neuer Trainer der Preußen. Foto: Thomas Rellmann

Hermann Adam von Kamp wird das wohl kaum erzürnen. Mit seinem Volkslied „Alles neu macht der Mai“ hat der ehemalige deutsche Schriftsteller ein lyrisches Kulturgut geschaffen - und den Preußen eine Steilvorlage gegeben. Das allerdings im herbstlichen Oktober.

Aufbruch, Neuanfang, Veränderung, das sind die Stichwörter nach einer ereignisreichen Woche mit samt eines neuen Präsidiums und Vorstands. Der SC Preußen hat Nägel mit Köpfen gemacht. Um am Ende dieser wilden und turbulenten Tage nochmals einen draufzusetzen: Unmittelbar nach dem Drittligaspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (2:2) präsentierten Präsident Christoph Strässer und Walther Seinsch den neuen Mann auf der Kommandobrücke im Adlerhorst: Benno Möhlmann. Der 62-Jährige erhält vorerst einen Vertrag bis zum Saisonende.

Kaum war die Partie der Preußen gegen die Hessen zu den Akten gelegt, nahmen die Dinge völlig unvermittelt ihren Lauf. Hier und dort wurde fleißig getuschelt. Sollte es tatsächlich stimmen, dass der SCP noch an diesem Samstag sein wohl behütetes Geheimnis lüften sollte? Spätestens als Preußens Pressesprecher Marcel Weskamp in der Pressekonferenz nach dem Drittliga-Spiel die Pressevertreter bat, im Anschluss noch etwas auszuharren, war klar: hier passiert noch was.

Und so „beteten“ Gästetrainer Torsten Fröhling und Münsters Trainer auf Zeit, Cihan Tasdelen, ihre Statements relativ trocken herunter. Tasdelen wirkte gefasst, es war ja klar, dass er die Bühne nach relativ kurzer Zeit wieder verlassen muss. „Ich habe Freude an meiner Arbeit gehabt. Und ganz so schlecht haben wir uns ja nicht geschlagen.“ Wohl wahr, ein 7:0-Sieg im Westfalenpokal gegen die Spielvereinigung Erkenschwick und das Remis gegen Wehen - sein Arbeitszeugnis kann sich durchaus sehen lassen.

Nun also Möhlmann. Es ist eine Rückkehr an (s)eine alte Wirkungsstätte. Von 1974 bis 1978 absolvierte er 150 Ligaspiele für die Adlerträger, traf 27 Mal. Dann lockte ihn Werder Bremen in den Norden. „Ich habe den Verein nicht aus eigenem Antrieb verlassen. Ich musste gehen, weil der Club Geld brauchte“, scherzte Möhlmann zu Beginn seiner Antrittsrede als Preußen-Trainer.

Präsident Strässer hat ihn damals noch spielen sehen. Umso mehr freut er sich über den Coup: „Dass wir so schnell, so zielstrebig und so konsequent handeln, kann nur förderlich sein. Nun beginnt eine neue Zeitrechnung.“Möhlmanns letzte Trainerstation war der TSV 1860 München in der 2. Liga. Davor arbeitete er beim FSV Frankfurt, dem FC Ingolstadt, Greuther Fürth, Eintracht Braunschweig, Arminia Bielefeld und dem Hamburger SV. „Mir ist die Entscheidung nicht schwer gefallen, hier nimmt ein Projekt seinen Anfang, das viel verspricht. Ich freue mich, dabei sein zu dürfen, und hoffe, möglichst lange Teil des Ganzen zu sein.“

Zunächst will der ehemalige Profi die Jungs näher kennenlernen. „Wir wollen aber nicht zu viel reden, sondern arbeiten“, verspricht Möhlmann. Am Dienstag will er damit beginnen. Das Auslaufen am Sonntag erfolgt noch unter Leitung von Tasdelen, am Montag ist trainingsfrei.Der 62-Jährige hatte am Samstag niemanden im Schlepptau. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass Sreto Ristic Co-Trainer bleibt, zumal beide schon in Braunschweig als Duo zusammengearbeitet haben.

Eines allerdings stellte Möhlmann unmissverständlich klar: Die Position des Sportlichen Leiters sollte nicht (mehr) allzu lange eine vakante Baustelle bleiben. Alles neu macht bekanntlich der Oktober - zumindest bei den Preußen.

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