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Fußball: Regionalliga West

Nun hat es die Preußen erwischt – 2:4 bei Alemannia Aachen

Aachen

Fußball-Spektakel in der Regionalliga West. Nach 22 ungeschlagenen Punktspielen kassierte der SC Preußen Münster eine 2:4-Auswärtsniederlage gegen Alemannia Aachen vor 9900 Zuschauern im Tivoli – und bleibt alleiniger Spitzenreiter.

So sehen Verlierer aus: Nach Spielschluss stand die Enttäuschung den Preußen-Spielern ins Gesicht geschrieben. Foto: Jürgen Peperhowe

Nun hat es den SC Preußen Münster erwischt – nein, der Tabellenführer der Fußball-Regionalliga ist nicht unschlagbar. Im West-Schlager bei Alemannia Aachen kassierte das Team von Trainer Sascha Hildmann eine 2:4 (2:2)-Auswärtsniederlage vor 9900 Zuschauern. Die Hausherren waren dem Gast aus Münster in Sachen Effektivität deutlich voraus, keine Frage, ein hochverdienter Erfolg für die Alemannia am Ende. Münster bleibt zwar Tabellenführer mit vier Zählern Vorsprung auf den SV Rödinghausen, aber die Konkurrenz merkte erstmals in dieser Spielzeit, dass der SCP auch verwundbar ist. Es war für die Zuschauer ein Spektakel, für Gäste-Coach Sascha Hildmann dagegen eine bittere Erfahrung.

„Das können wir besser“, sagte Hildmann nach der ersten Niederlage seit Februar, als Münster mit 0:1 in Rödinghausen verlor. Er wollte nicht den Stab brechen über seiner Mannschaft. Aber vier Gegentore taten einfach weh, der SCP erwischte einen gebrauchten Tag. Und, so der SCP Coach weiter: „Es war eine Verkettung von Fehlern bei den Gegentoren. Das war schlecht verteidigt. Dabei drehen wir das Spiel, das war super beim 2:1.“

Pyro-Show im Aachener Block

Um 14 Uhr sollte die Partie angepfiffen werden, da die meisten Preußen-Fans mit der Bahn anreisten, diese aber Verspätung hatte, wurde der Beginn auf 14.30 Uhr verlegt. Dann die nächste Verschiebung, sogar die Gefahr eines Spielabbruches war denkbar. Der Aachener Fan-Block auf der Werner-Fuchs-Tribüne hatte ein Plakat ausgerollt, auf dem der Einsatz von Pyro-Technik angekündigt wurde – allen Verboten zum Trotz, untermalt mit einer sexistischen Beleidigung. Als das Plakat dann nach Aufforderung durch den Stadionsprecher abgenommen war, die Partie mit fünfminütiger Unterbrechung angepfiffen wurde, sich die Alemannen-Akteure zuvor noch artig beim eigenen Anhang für was auch immer bedankten, war eine Vielzahl von Rauchtöpfen und Pyro-Technik gezündet.

Keine Umstellungen bei den Preußen

Zum Sport: Der SCP stellte, fast schon logisch, nicht um nach dem 1:0-Heimsieg im Spitzenspiel gegen den SV Rödinghausen. Auch der wieder hergestellte Henok Teklab war nicht sofort wieder erste Wahl, obwohl er eine komplette Trainingswoche nach Verletzung absolviert hatte. Der Sieg im Topspiel war ein Ticket für die Startelf-Spieler für den West-Schlager in Aachen.

SCP mit Topchancen – Aachen trifft

Die ersten Minuten gehörten den Hausherren, die mit Fan-Unterstützung den Gästen mächtig zusetzten. Aber der SCP befreite sich und hatte durch Thorben Deters (9.) und Yassine Bouchama (10.) gleich zwei ausgezeichnete Chancen zur Führung. Doch praktisch im Gegenzug nutzte Jannik Mause auf der linken Seite seine Freiheiten gegen Alexander Langlitz aus und traf zum 1:0 ins lange Eck. Der SCP war überrumpelt worden. Wenig später jubelte der Alemannen-Anhang wieder, doch Mause stand beim vermeintlichen 2:0 im Abseits. Das war schon viel Feuer drin in dieser Anfangsphase.

Lorenz und Deters antworten

Und es wurde noch heißer. Denn ein fußballerisches Glanzstück von Bouchama, der von Lars Oeßwein gefoult wurde am Ende, führte zu einem Strafstoß für die Preußen. Marc Lorenz (23.) verwandelte sicher. Wo es sich gerade so richtig gut anfühlte, legten die Gäste gleich nach. Einen Chipball von Langlitz verwandelte Deters (26.) zur plötzlichen Führung für den SCP. Das ging aber flott aus Sicht des Tabellenführers. Alles in der Spur, Münster antwortete in dieser Phase, aber auch nur in dieser Phase, im ganz großen Stil.

Mause trifft erneut

Doch Aachen, zuletzt gebeutelt bei einer 0:2-Niederlage in Bocholt, antwortete seinerseits prompt. Einem ungeschickten Tackling von Shaibou Oubeyapwa folgte der Freistoß durch Elsamed Ramaj, den erneut Mause zum 2:2-Ausgleich abschloss. Eine verrückte halbe Stunde war das.

Schiedsrichter Leonidas Exuzidis aus Castrop-Rauxel hatte alle Hände voll zu tun, auf und neben dem Platz, es ging hin und her, beide Teams agierten an der Grenze mit ihren Zweikämpfen, dazu der Ärger auf der Aachener Fan-Tribüne. Als sich die Partie in den letzten Minuten vor der Pause etwas beruhigte, konnte auch der Referee einmal durchatmen. Das war Hochgeschwindigkeits-Fußball für Regionalliga-Verhältnisse gewesen, das vielleicht größte Spektakel, an dem der SC Preußen in dieser Saison beteiligt war.

Wieder Pyro – im Gäste-Block

Nach der Pause die dritte Verzögerung, weil im Gäste-Block Rettungswege durch Banner versperrt waren. Die Mannschaften waren auf dem Spielfeld, mussten sich gedulden. Und na klar, es ging nur darum, Pyro-Technik unter dem großen Adler-Banner zünden zu können, dazu noch Knallkörper und Rauchtöpfe. Ach ja, die Aachener hatten auch noch was im Keller gefunden und sorgten ihrerseits für Rauch. Wieder gingen ein paar Minuten drauf, um 15.45 Uhr wurde die zweite Hälfte angepfiffen, da sollte das Spiel eigentlich längst auf der Zielgeraden sein.

Teklab vergibt 3:2 – Alemannia macht das besser

Wieder zum Sport: Henok Teklab hatte nach 52 Minuten die erste gute Chance nach Einwurf von Lorenz, doch Aachens Yannik Bangsow hielt den Ball sicher. Teklab? Ja, er war für den gefährdeten Bouchama gekommen, der bereits verwarnt war. Doch wieder hatte Aachen einen Traumstart in den Spielabschnitt, weil nach der Bajric-Ecke aus dem Hintergrund Lukas Wilton (54.) den Ball zum 3:2 ins Tor köpfte. Wenig später wieder Alarm im Preußen-Strafraum, nach einem Konter stocherte Ramaj (57.) den Ball aufs Preußentor, aber Simon Scherders Rettungstat bewahrte Münster vor dem vierten Gegentor. Im Übrigen war Doppel-Torschütze Mause viel besser postiert, Aachen ließ erst mal die Vorentscheidung liegen.

Preußen kaum noch mit Torchancen

Wenig später half der SCP nach, weil Lorenz und Hahn unentschlossen agierten, dafür aber Elsamed Ramaj um so entschiedener zur Sache ging und auch im Eins-gegen-Eins gegen Schulze Niehues die Nerven behielt. Aachen führte nach gut einer Stunde mit 4:2, der Favorit aus Münster stand nach 22 ungeschlagenen Punktspielen am Rande einer Niederlage. Es sollte so kommen. Die Preußen kamen jetzt kaum noch zu Torchancen, Aachen erstickte jeden Angriff, jeden Versuch, das Spiel zu sortieren im Keim. Der SCP hatte sich den Schneid abkaufen lassen.

Aachen: Bangsow - Müller, Uzelac, Heinze, Oeßwein – Bajric (60. Korzuschek), Wilton – Held (70. Imbongo), Ramaj, Damaschek (81. Schmitt) - Mause (85. Schwermann). – Trainer: Kilic

Münster: Schulze Niehues – Langlitz, Scherder, Hahn, Lorenz (83. Ghindovean) – Grote (69. Bindemann) – Remberg, Bouchama (46. Teklab) – Oubeyapwa, Wegkamp, Deters. – Trainer Hildmann

Tore: 1:0 Mause (9., keine Vorarbeit), 1:1 Lorenz (23., Foulelfmeter an Bouchama), 1:2 Deters (26., Flanke Langlitz), 2:2 Mause (29., Freistoß Bjaric), 3:2 Wilton (54., Ecke Bajric), 4:2 Ramaj (66.).

Zuschauer: 9900. – Schiedsrichter: Exuzidis (Castrop-Rauxel). – Gelbe Karten: Ramaj, Korzuschek / Lorenz, Bouchama, Remberg

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