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Fußball: Protest des SC Preußen

Nun sind Wolfsburg und Dingert gefragt

Münster

Preußen Münster hat seine erste Schuldigkeit getan und fristgerecht Protest gegen die Spielwertung des Pokalspiels gegen den VfL Wolfsburg eingelegt. Das kostet 500 Euro beim Deutschen Fußball-Bund. Nun werden die Stellungnahmen des Fußball-Bundesligisten sowie von Schiedsrichter Christian Dingert erwartet.

Von Alexander Heflik

Da war alles in Ordnung: Schiedsrichter Christian Dingert (2.v.l.) beim Anstoß mit Wolfsburgs Torwart Koen Casteels (2.v.r.) und Julian Schauerte (verdeckt) Foto: Wilfried Hiegemann

Nachdem sich der VfL förmlich einen „Wolf gewechselt hatte“, nahmen die Dinge ihren Lauf. Der SC Preußen Münster beauftragte die Rechsanwaltsgesellschaft Duvinage aus München, den Protest gegen die Spielwertung der 1:3-Niederlage nach Verlängerung gegen den VfL Wolfsburg beim Deutschen Fußball-Bund zu hinterlegen. Der Fußball-Regionalligist wahrte die Frist, innerhalb von 48 Stunden musste der Wechselfehler des Wolfsburgers Bundesligisten aus Sicht der Clubs aus Münster in der Frankfurter Verbandszentrale hinterlegt werden. Die Anwaltskanzlei aus München, seit einigen Jahren stets mit den juristischen Vorgängen des SC Preußen betraut, hatte die ersten notwendigen Schritte eingeleitet.

Protest kostet 500 Euro

500 Euro kostet es die Preußen zunächst, damit das DFB-Sportgericht in Aktion tritt. Noch in dieser Woche werden der VfL Wolfsburg und das Schiedsrichtergespann um Christian Dingert zu jeweiligen Stellungnahmen aufgefordert. Wolfsburg hatte in der 102. Minute beim Stand von 1:1 in der Verlängerung als sechsten Wechsel den Spielertausch von Admir Mehmedi für Maximilian Philipp durchgeführt. Laut Pokal-Statut sind aber nur fünf Wechsel erlaubt, Paragraf 31 umschreibt das genau – auch, dass der Verein für die Einhaltung zuständig ist. Wolfsburg berief sich nach ersten Aussagen auf die Aussage des vierten Offiziellen Tobias Fritsch, dass wie bei der Fußball-EM zuletzt ein sechster Wechsel in der Nachspielzeit möglich sei. Dingert vermerkte den sechsten Wechsel im Spielbericht, dieser liegt natürlich als Kopie auch den Preußen vor.

DFB-Entscheid nächste Woche?

Vermutlich in der nächsten Woche dürfte die Entscheidung fallen. Das Sportgericht kann dabei nach Aktenlage entscheiden oder eine mündliche Verhandlung in Frankfurt durchführen. VfL-Sportchef Jörg Schmadtke hat auf der vereinseigenen Homepage den Fehler bereits eingestanden, es werde keine personellen Konsequenzen geben, Trainer Mark van Bommel bleibt im Amt. Auch wird keiner zu einem „Volkshochschul-Grundkurs für richtiges Lesen“ angemeldet, wie Schmadtke sarkastisch anmerkte. Dass Münster durch den Fauxpas der Niedersachsen am grünen Tisch in die zweite Runde einzieht, ist sehr wahrscheinlich. Mindestens wird es ein Wiederholungsspiel geben, wenn der DFB den vierten Offiziellen eine Teilschuld an dem Wechselfehler geben würde.

Erste Verschwörungstheorien machen auch schon die Runde, dass der DFB möglicherweise im Sinne des VfL urteilen könne. Denn Volkswagen sei nicht nur Hauptgeldgeber in Wolfsburg, sondern auch Hauptsponsor des nationalen Verbandes.

Fehlt Thiel gegen Aachen?

Linksverteidiger Marvin Thiel verletzte sich im Pokalspiel an der Hand. Über die Schwere der Verletzung wird es erst am Mittwoch Aufschluss geben. Wenn Trainer Sascha Hildmann seine Mannschaft am Nachmittag wieder zum Training begrüßt in der Vorbereitung auf das erste Regionalliga-Spiel am Samstag (14 Uhr) gegen Alemannia Aachen, wird Klarheit herrschen, ob der Neuzugang vom VfB Lübeck erste Wahl sein wird. Ansonsten wird der Kader komplett sein.

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