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Fußball: Oberliga

Preußen II verschläft Start und Hälfte eins, Profi-Leihgabe trifft

Münster

Preußen Münster II kassiert gegen Kellerkind TSG Sprockhövel eine überraschende Heimpleite. Das Team von Kieran Schulze-Marmeling wird ganz früh eiskalt erwischt und schöpft doch noch mal Hoffnung. Am Ende gibt's einen Aufreger an der Eckfahne.

Von Michael Schulte

Kevin Schacht (l.) und Marvin Benjamins (Mitte) gratulieren Luca Steinfeldt (r.) zum zwischenzeitlichen 1:1. Nach 90 Minuten verlor Preußen Münster II aber durchaus überraschend gegen die TSG Sprockhövel. Foto: Wilfried Hiegemann

Zweite Minute – wie in der VW-Werbung. Max Michels läuft und läuft und läuft. Und plötzlich ist der Mittelfeldspieler aus Sprockhövel am Strafraum der Preußen-Reserve angelangt und läuft immer noch. Freundlich eskortiert und überhaupt nicht behelligt. Dann hat er genug davon und schießt: 1:0 für den Gast.

„Unfassbar“ für die Anhänger des SCP, „saustark“ so die Ansicht der Gästefans. Eine Auffassung, die beide Seiten auch nach Abpfiff teilen sollten. Denn der Oberligazweite aus Münster unterlag der TSG aus Sprockhövel mit 2:3 (1:2). Für Münsters Trainer Kieran Schulze-Marmeling erstens „kein Beinbruch“, zweitens „verdient“ und drittens „nicht mehr zu ändern“.

Sonntagsschuss schockt die Preußen

Nun ist es nicht so, dass die Niederlage Münsters Übungsleiter nicht ärgerte. Denn nach einer schwachen ersten Hälfte waren die Preußen nach der Pause schon die bessere Mannschaft. Aber drehen konnten sie die verkorkste Partie nicht mehr. Auch wenn die Chancen dafür da waren. Allein, sie wurden nicht genutzt. „Außerdem hat es Sprockhövel gut gemacht und stark gespielt“, meinte Münsters Chefcoach.

Den frühen Rückstand konnte Luca Steinfeldt nach starker Vorarbeit von Kevin Schacht schon nach zehn Minuten egalisieren, aber die TSG bleib brandgefährlich und ging durch Dominik Wasilewski erneut in Führung (34.). Diese hielt bis zur Pause, ehe dann Sprockhövel erneut zuschlug. Joshia Peres Torres (55.) blieb es vorbehalten, mit einem Sonntagsschuss aus 20 Metern auf 3:1 für den Gast zu stellen.

Sprockhövel-Spieler in Zivil sorgt für Aufreger

Nun machte Münster mobil und wurde prompt belohnt, als Lukas Frenkert nach einem Eckball zur Stelle war (61.). Weiter ging es für die Preußen nur in eine Richtung, aber mal trafen sie nicht das Tor, mal standen sie im Abseits und zu oft scheiterten sie an Schlussmann Hendrik Höh.

„Wir haben alles versucht und doch nichts erreicht. So ist das manchmal in einer Saison.“ Schulze-Marmeling machte noch einmal deutlich, „dass man in der Oberliga kein Spiel wie selbstverständlich gewinnen kann“. Schon gar nicht dann, wenn bei den meisten Akteuren im grünen Dress die Topform zu Hause geblieben ist.

Der letzte Aufreger einer unterhaltsamen Partie war dann eine Rudelbildung an der Eckfahne. Dort hatte ein Zuschauer (Spieler aus Sprockhövel, der nicht im Kader stand) einen Ball weggeschlagen, so dass der Eckstoß nicht ausgeführt werden konnte. Das brachte dem Gast Zeit, dem Übeltäter so manche Beleidigung und den Hausherren gar nichts. Auf dem Platz wurde noch so manche Verabredung für später getroffen – nicht unbedingt auf ein kühles Bier, sondern eher auf heiße Ohren.

SCP II: Walde – ter Horst (46. Korte), Kloth (78. Heering), Cirak, Demirarslan (78. Koopmann) – Benjamins, Di Pierro (46. Tersteeg), Schacht – Frenkert, Steinfeldt, Selutin (64. Nyassi)

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