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Fußball: Regionalliga West

Oubeyapwa bereitet alle Preußen-Tore beim 3:0 vor – Wegkamp trifft doppelt

Wiedenbrück

Preußen Münster hat das Feld bestellt und erwartet als ungeschlagener Spitzenreiter nun den Zweiten SV Rödinghausen. Der SCP löste die Aufgabe gegen den SV Lippstadt mit einem 3:0 (1:0) vor 795 Zuschauern in Wiedenbrück. „Man of the match“ dabei: Shaibou Oubeyapwa.

SC Preußen Münster - Lippstadt - Tor zum 2:0 durch Wegkamp und Torjubel Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster ist bereit für das Spitzenspiel am kommenden Samstag. Dann wird die Mannschaft von Trainer Sascha Hildmann um 14 Uhr den zweitplatzierten ersten Verfolger SV Rödinghausen erwarten. Erster gegen Zweiter – diese Konstellation verdankte der SCP dem 3:0 (1:0)-Auswärtssieg in Wiedenbrück gegen den SV Lippstadt. Shaibou Oubeyapwa bereitete drei Tore durch Andre Wooten (42.) und Gerrit Wegkamp (83. und 90.) vor, das war standesgemäß, vielleicht ein Tor zu hoch, aber geschenkt – denn gewonnen ist gewonnen, die Pflicht ist erfüllt. Rödinghausen am Samstag in Münster, volles Haus ist programmiert, das könnte ein Fußballfest werden.

SCP-Trainer Sascha Hildmann sagte nach dem Sieg, der 20. ungeschlagenen Partie in Folge: „Ein dreckiger Sieg soll das gewesen sein? Das war rundum gelungen. Der Gegner hatte Qualität, wir haben gebraucht, um uns zu finden. Hinten haben die Jungs gut verteidigt.“ Er wollte keinesfalls akzeptieren, dass das spielerisch nicht überragend gewesen sei. Vielmehr fügte er an: „Wir können am Ende immer noch einen rauspacken.“ Seine Preußen grüßen von ganz oben, mit einem Sieg über Rödinghausen könnte sich der SCP zudem vom vielleicht härtesten Mitbewerber im Aufstiegsrennen schon absetzen.

Zur Partie gegen Lippstadt: Der SCP stellte im Vergleich zum 4:2-Heimsieg über den 1. FC Köln II nur auf einer Position um. Notgedrungen. Dreierpacker Henok Teklab musste verletzungsbedingt mit einer Innenbandzerrung passen, dafür rückte Thorben Deters in die erste Formation. Ansonsten vertraute Trainer Hildmann seiner 4-1-2-3-Formation.

Schwache Startphase des SCP

Die Gastgeber aus Lippstadt, die in Wiedenbrück aber auch irgendwie Gäste waren, agierten in der ersten Phase sehr agil und auf Augenhöhe. Zudem vertrödelte Münsters Innenverteidiger Alexander Hahn gleich zweimal den Ball und brachte die Lippstädter damit in Position. Aber die ganz großen Chancen hatte auch der SVL nicht, bei dem mit Yasin Altun und Marvin Mika zwei Ex-Preußen in der Startelf standen. Torwart Steffen Westphal, der in der Sommerpause von Münster nach Lippstadt gewechselt war, fehlte verletzt mit einer Handblessur. Er wird im Übrigen von einem Ex-Preußen betreut mit Michael Joswig. Das nur am Rande.

Erst nach gut 20 Minuten bekam der SCP eine richtige Struktur ins Spiel. Der aufgerückte Simon Scherder (23.) hatte nach Ablage von Alexander Hahn das 1:0 auf dem Fuß, wurde aber im letzten Moment geblockt. Der Tabellenführer war jetzt da und übernahm die Regie. Zwar musste Scherder (29.) gegen Henri Carlo Matter klären, aber der SCP hatte jetzt einige richtige gute Chancen. Marc Lorenz (29.) traf nur den Pfosten, beim Nachschuss von Dennis Grote forderten die Münsteraner einen Handelfmeter. Wenig später hatte Yassine Bouchama (32.) das 1:0 auf dem Fuß, doch Christopher Balkenhoff klärte noch einmal.

Andrew Wooten trifft zum 1:0

Als sich die Dinge zu beruhigen schienen, einzig Shaibou Oubeyapwa mehrfach für Unruhe sorgte, war plötzlich einer da, den man gar nicht auf dem Feld vermutet hatte in der ersten Halbzeit, er wirkte wie abgetaucht: Andre Wooten. Bouchamas „Chipball“ auf Oubeyapwa war alle Ehren wert, dessen Kopfballablage verwertete der 32 Jahre alte Amerikaner Wooten nicht nur zum 1:0, sondern auch zu seinem vierten Saisontor. Wie das Fußballerleben so spielt, über 40 Minuten lief die Partie an Wooten praktisch komplett vorbei. Aber in diesem Moment nach 42 Minuten war er zur Stelle. Sein Tagwerk hatte er damit getan.

Wegkamp kommt für den Torschützen

Nach Wiederanpfiff übernahm Gerrit Wegkamp dann die Rollen in der Angriffsmitte. Das Tor war wichtig, das war gut, aber Wooten hatte eben nicht gerade überragend gespielt und sich zudem wohl einen Faserriss in der Wade zugezogen. Hildmann reagierte. Und Wegkamp hatte gleich die erste gute Chance, doch Balkenhoff klärte den Schuss so eben noch. Beide Mannschaften wollten mit offenem Visier spielen, Lippstadt in der Hoffnung auf den immer weniger verdienten Ausgleich, Münster mit dem Willen, durch das 2:0 eine Vorentscheidung herbeiführen zu können. Jetzt kochte hier einiges auf. Ein Fußballleckerbissen wurde es dennoch nicht, intensiv und giftig war es allemal. Münsters nächste Möglichkeit hatte Oubeyapwa (62.), wieder reagierte Balkenhoff mit dem Fuß glänzend. Lippstädter Chancen gab es dagegen so gut wie keine, aber bei einem 0:1-Rückstand war die Gefahr riesengroß, mit einem Handstreich zum Ausgleich zu kommen – und den SCP ins Mark zu treffen. Nach 78 Minuten wäre es fast so weit gewesen, doch Tim Möllers Direktabnahme ging knapp am Tor von Max Schulze Niehues vorbei.

Wobei der SCP auch nicht gerade eine Chancenflut produzieren konnte. Vieles funktionierte nicht wirklich gut, der letzte Pass kam nie an, die Dribblings blieben oft hängen. Kampf war Trumpf, in Wiedenbrück arbeiteten sich beide Teams aneinander ab, der enge, kleine Platz half dem Außenseiter aus Lippstadt. So konnte der Spielwitz der Preußen oft im Keim erstickt werden. Münster dominierte, aber der große Punch blieb noch aus.

Oubeyapwa bereitet auch das 2:0 und das 3:0 vor

Dann, nach 84 Minuten, hatte sich der SC Preußen praktisch aller Sorgen entledigt. Nach Ballgewinn spielte Shaibou Oubeyapwa den entscheidenden Pass auf Gerrit Wegkamp, der Balkenhoff noch ausspielte und zum 2:0 traf. Oubeyapwa steigerte sich mit seiner zweiten Torvorarbeit zu einer Art Mann des Spiels und Wegkamp hatte endlich sein erstes Saisontor. Und es kam noch besser, weil noch einmal Oubeyapwa & Wegkamp gemeinsame Sache zum 3:0 in der Schlussminute machten. Der SCP hat sein Zeug gemacht, das Spitzenspiel kann kommen, Rödinghausen sowieso. Da ist noch einiges zu klären.

Lippstadt: Balkenhoff – Ufuk (46. Traore), Sprekelmeyer, Allmeroth (46. Düsterhus), Holtkamp – Altun (76. Ortmann), Möller – Heiserholt, Matter, Halbauer – Mika. – Trainer: Bechtold.

Münster: Schulze Niehues – Langlitz, Scherder, Hahn, Lorenz – Grote (80. Kok) – Remberg, Bouchama (75. Ghindovean) – Oubeyapwa, Wooten (46. Wegkamp), Deters (58. Bindemann) – Trainer: Hildmann. Tore: 0:1 Wooten (42., Kopfballvorlage Oubeyapwa), 0:2 Wegkamp (83., Vorarbeit Oubeyapwa), 0:3 Wegkamp (90., Vorarbeit Oubeyapwa).

Zuschauer: 795. – Schiedsrichter: Schuh (Düsseldorf). – Bes. Vorkommnis: Gelbe Karte für Trainer Hildmann (30.) wg. unsportlichen Verhaltens. – Gelbe Karten: Möller, Heiserholt / Grote, Bouchama, Bindemann

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