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Fußball: Regionalliga West

Preußen empfinden große Leere nach dem Schlusspfiff

Münster

Die meisten Preußen-Spieler wollten nach dem Verpassen des Aufstiegs erst mal für sich sein. Der Kapitän aber raffte sich als erster auf, neben Julian Schauerte brachten auch Thorben Deters und Manuel Farrona Pulido ihre Enttäuschung zum Ausdruck.

Von Alexander Heflik

Ehrenrunde vor den Fans: Julian Schauerte und seine Kollegen verabschiedeten sich würdevoll – für den Moment. Foto: Jürgen Peperhowe

Julian Schauerte ist alles andere als ein Hitzkopf. Der 34-Jährige ist vielmehr als Kapitän von Preußen Münster keiner, der mehr Theater auf dem Platz macht als notwendig. Nach dieser Partie, dem 38. Punktspiel in dieser Saison und seinem 120. Pflichtspieleinsatz für den SCP überhaupt, stand er schimpfend vor Schiedsrichter Nico Fuchs.

Und dann, nach einer kurzen Gardinenpredigt für den Referee, zog er sich zurück, stand mutterseelenallein in der Preußen-Hälfte und versuchte sich zu sortieren. Das war hart für ihn, den Mister Zuverlässig auf der rechten Abwehrseite der Adler. Das war schon richtig hart für den Sauerländer.

Schauerte sprach direkt nach Spielende für die Mannschaft, für seine Mannschaft. Erst wollten die meisten nicht reden. Später taute der eine oder andere doch ein wenig auf. Aber Schauerte stellte sich stellvertretend für alle Mitstreiter: „Wir müssen jetzt den Kopf oben behalten. Wenn wir aufgestiegen wären, dann gäbe es jetzt eine große Party und wir würden nicht miteinander sprechen.“ Schauerte trauerte den Feierlichkeiten hinterher. Und: „So trinken wir vielleicht ein, zwei Bier in der Kabine, am Sonntag ist wieder Training. Klingt scheiße, oder?“

Kapitän beglückwünscht Essen

Aber Schauerte, der seit mehr als einer Dekade als Berufskicker sein Geld verdient, vergaß auch nicht den Konkurrenten, er schickte Glückwünsche nach Essen. „Wenn eine Mannschaft nach 38 Spieltagen auf Platz eins steht, dann hat sie das auch verdient. Vielleicht hat es RWE am Ende ein kleines bisschen besser gemacht“, erklärte er. Es fiel ihm schwer, weil seine Mannschaft so dicht dran war am Erfolg. Schauerte hat nun einiges miterlebt beim SCP, die 3. Liga, den Drittliga-Abstieg und nun zwei Spielzeiten, in denen die Adlerträger nicht nur konkurrenzfähig im Vergleich zu den Top-Teams waren, sondern mit dem fulminantem Endspurt auch an der Meisterschale kratzten. Die letzten 13 Spiele wurden nicht verloren, 33 von 39 möglichen Punkten geholt. Die letzte Niederlage datiert aus dem Februar, als es in Rödinghausen mit 0:1 eine Bruchlandung gab.

Zuschauerzahlen sind top

Der SVR ist am Samstag (16.40 Uhr) auch Gegner im Westfalenpokal-Finale im Preußenstadion. Ein Sieg, und der SCP hat zum zweiten Mal in Folge die lukrative Hauptrunde erreicht. Schauerte, Vollprofi durch und durch, versuchte im Eiltempo diesen Saisonausgang in der Regionalliga zur Seite zu schieben. Es gelang nicht wirklich. Aber in den kommenden Tagen, so sein Plan, wird das gelingen. Noch sind die Preußen nicht fertig mit dieser Spielzeit.

Thorben Deters

Thorben Deters, der den Ausgleich erzielt hatte, fühlte sich leer und ausgebrannt. Ja, der Schulterschluss mit den Zuschauern sei toll und stark, ein kleiner Trost, aber: „Ich bin todtraurig.“ Auch Manuel Farrona Pulido war erfreut, dass er mit der Mannschaft „Münster mobilisiert“ hatte in den letzten Wochen. Aber er bemerkte auch: „Da stehen 87 Punkte, und man ist nicht aufgestiegen.“ Der Offensivkraft des SCP ging es wie vielen seiner Mitstreiter: Sie waren platt, ausgebrannt und emotional restlos bedient.

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