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Fußball: Regionalliga West

Preußen haben mit Wiedenbrück noch mindestens eine Rechnung offen

Münster

Nicht einmal drei Monate nach dem 0:0, aus Sicht von Preußen Münster der Knackpunkt am vorletzten Spieltag der Regionalliga West im Aufstiegskampf, kehrt das Team von Trainer Sascha Hildmann zum SC Wiedenbrück zurück. Das Remis war ein gefühlte Niederlage.

Von Alexander Heflik

Da hoffte der SC Preußen noch: Vor dem Flutlichtspiel in Wiedenbrück am 6. Mai auf einen Sieg und die Verteidigung der alleinigen Tabellenführung. Am Ende bedeutete das 0:0 aber nur die Vizemeisterschaft . Foto: Jürgen Peperhowe

Eigentlich hat Preußen Münster, sportlich betrachtet, keine besonderen Sorgen, wenn der Weg übers Land nach Ostwestfalen führt. Wären da nicht die zwei Niederlagen, die sich in das Gedächtnis der eigenen Anhängerschaft so eingebrannt haben. Und dass das etwas Besonderes ist, wird auch dadurch belegt, dass ein Spiel gar nicht verloren wurde. Es fühlt sich nur an wie eine Niederlage, für manchen ist das sogar noch schmerzhafter.

Am 6. Mai und damit vor gerade einmal 84 Tagen reichte es für den Regionalligisten nur zu einem 0:0 beim SC Wiedenbrück. Der schöne Zwei-Punkte-Vorsprung auf RW Essen war futsch, eine gute Woche später war der SCP Vizemeister der Regionalliga West – der Erzrivale hatte eine um drei Tore bessere Tordifferenz. Bis heute sagt Trainer Sascha Hildmann kopfschüttelnd, dass man daran gar nicht erst denken darf.

Wiedenbrück als Preußens Schicksalsort

Schicksalsort Wiedenbrück – ja, ein bisschen hat das den Anschein. Denn auch die damals peinliche 1:2-Niederlage im Westfalenpokal-Halbfinale 2013 bugsierte den SCP als Drittligist zunächst aus dem Rennen um die Teilnahme am DFB-Pokal über die Verbandsschiene. Aber es war auch Ausdruck einer Spielweise, die in den letzten Wochen der Saison den damals möglichen Aufstieg in die 2. Liga verhinderte.

Damals stand nur noch ein Spieltag an, nur Relegationsrang drei wäre noch möglich gewesen. Die Mannschaft verspielte den Aufstieg, Wiedenbrück war nur ein weiterer Beleg, dass etwas gravierend schiefgelaufen war. Die Preußen gewannen nach der Schmach mit 4:1 gegen Babelsberg und rückten über den vierten Platz doch noch in den DFB-Pokal – aber der Schmerz blieb kleben, das war nur ein Trostpflaster.

Wiedenbrück seit 2020 wieder Regionalligist

2013 und 2022 – am Sonntag geht es mal wieder nach Wiedenbrück. Der Verein spielte neun Saisons in der Regionalliga, stieg 2019 ab, wollte erst gar nicht wieder hoch nach der Corona-Saison 2019/20. Zu wenig Zuschauer, zu wenig Unterstützung aus der lokalen Wirtschaft. Doch innerhalb weniger Tage kam die Kurskorrektur. Und nach Rang zehn 2021 folgte in der abgelaufenen Spielzeit Rag acht.

Der SCW gilt unter Trainer Daniel Brinkmann, ähnlich wie RW Ahlen, als schwieriger Gegner. Während die Wersestädter mit viel Einsatz daherkommen, setzt Wiedenbrück auch auf eine kompromisslose Verteidigung. Nur 37 Gegentore in der Vorsaison unterstreichen das. „Ekelig“ wird so eine Spielweise genannt, es ist ein Prädikat im heutigen Fußball für ein Team.

Brinkmann-Team siegt in Düsseldorf

Die Preußen wissen darum, dass nahezu alle Gegner die Begegnungen wie Endspiele angehen. Münster wird gejagt, und das von allen 17 anderen. Das Brinkmann-Team hat zudem den 2:1-Auswärtssieg bei Fortuna Düsseldorf II vom Saisonstart im Rücken. Zwar traf der Ex-Preuße Maxim Schröder zur Führung der Rheinländer, doch ein 19 Jahre alter Ex-Schalker namens Stanislav Fehler machte keinen, sondern eher alles richtig beim 1:1. Dann traf Philipp Aboayge zum Sieg der Gäste.

„Die Liga ist stärker als in der letzten Saison“, erklärte Brinkmann schon vor dem Saisoneinstieg. Auch glaubt er nicht daran, dass sein Team noch unterschätzt wird. Das kleine Stadion mit seinen 2550 Plätzen wird gut besetzt sein, einzig der Realschullehrer, der das Löwen-Kostüm als Maskottchen während des Spieltags trägt, sucht noch einen Vertreter. Er könne nicht jedes Heimspiel das machen.

Aufgabe beim SCW keine Option

Aber Wiedenbrück wird Münster einen wilden Kampf bieten, aufgeben scheint dort keine Option. Die Frauen-Mannschaft aus der Landesliga ging ohne jede Chance aufgrund von personellen Sorgen in die vergangene Spielzeit, absolvierte alle 26 Punkte, verlor jedes Spiel. Die acht Tore wurden gefeiert, die 167 Gegentreffer nicht. Aber sie kämpften, gaben nicht auf – das scheint in Wiedenbrück der Plan zu sein.

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