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Fußball: Oberliga

Preußen II macht "dermaßen Bock" und siegt gegen Clarholz

Münster

Erstes Oberliga-Spiel im Jahr 2022 für Preußen Münster II, erster Sieg. Das Team von Trainer Kieran Schulze-Marmeling weicht dabei vom eigentlichen Plan ab und bekommt Unterstützung aus dem Regionalliga-Kader.

Von Thomas Austermann

Marvin Benjamins (li.) und die Zweite von Preußen Münster ließen sich auf die widrigen Bedingungen ein. Die Jungadler besiegten Victoria Clarholz um Oliver Cylkowski hochverdient mit 2:0. Foto: Wilfried Hiegemann

Nach über zwei Monaten Wettkampfpause meldete sich die Oberliga-Elf des SC Preußen Münster mit einer läuferisch wie kämpferisch grandiosen Vorstellung zurück im Wettbewerb und besiegte vollauf verdient die Victoria aus Clarholz mit 2:0 (1:0).

Nach der Leistung, die bedingungslos an der Zweckmäßigkeit und der Widerspenstigkeit gegen die äußeren Einflüsse orientiert war, kann man Kieran Schulze-Marmelings Wertung gut nachvollziehen. „Es macht dermaßen Bock, mit diesen Jungs zu arbeiten“, sagte der Trainer mach dem fünften Saison-Dreier.

Im Dauerregen entschied sich die Elf, zuerst gegen den Wind zu spielen – da überlegt man ja immer hin und her, was besser ist. Clarholz setzte direkt aufs Pressing, aber daraus lösten sich die neu formierten Preußen mit Zugang Ali Cirak, dem 1,96 m langen Innenverteidiger, meistens gut.

Cirak überzeugt, Pohl dreht mächtig auf

Auf jeder Position war die Laufbereitschaft extrem hoch und niemand griff in die Zauberkiste, um Tricks heraus zu ziehen. Der Stil, auf den sich alle eingeschworen hatten, wurde diszipliniert durchgezogen. Cirak, ein guter Fußballer, fand immer besser ins Spiel. Weil er da ist, kann Can Pohl als ballsicherer Sechser auftrumpfen – was er dann auch ausgiebig tat.

Kevin Schacht, seit Oktober nicht mehr dabei, rückte ins Mittelfeld auf die Seite, weil Deniz Bindemann vorne spielen sollte. Der Youngster also, der in drei Preußenteams zum Einsatz kommt. Und wie zuletzt bei der A-Jugend traf er: Victorias Julian Linnemann unterlief ein verunglückter Rückpass auf Torwart Marius Weeke, Bindemann sprintete dazwischen und schob ein (25.). Schacht hätte beinahe nachgelegt.

Böses Foul verletzt Selutin, aber keine Rote

Mit Wind im Rücken spielte der souveräne Keeper Steffen Westphal wie geplant die langen Abschläge und besorgte dem nimmermüden Bindemann drei Szenen nacheinander. Einen guten Kopfball setzte der 19-Jährige auch noch und legte Marvin Benjamins eine Chance vor. Die Preußen lieferten wesentlich mehr für den Angriff. Und ihre Abwehr um den starken Jan Klauke war immer Herr der schwierigen Lage.

Dass (Frauen-)Bundesliga-Schiedsrichterin Nadine Westerhoff (Bochum) die rücksichtslose Attacke von Victorias Steffen Brück, der Nick Selutin an der Außenlinie regelrecht ummähte und verletzte, nicht mit Rot sanktionierte, war verwunderlich. Die Preußen regten sich nur in Maßen darüber auf. Bindemann „bunkerte“ einen nächsten langen Ball und Marius Mause nahm ab zu seinem 2:0-Treffer (80.).

„Sofort mit so einem Spiel den Re-Start hinzukriegen, macht mich richtig stolz“, sagte Schulze-Marmeling, dem dieses Mal Sören Weinfurtner (Sportlicher Leiter der Nachwuchsabteilung) als Co-Trainer zur Seite stand. „Bei den Bedingungen mussten wir uns sehr umstellen, also weg gehen von unserem eigentlichen Plan. Man kann und muss auch mal kontrollierte lange Bälle schlagen.“

SCP: Westphal – Ter-Horst, Cirak, Klauke, Sengün – Benjamins, Pohl (84. Demirarslan) Schacht (63. Gencoglu) – Mause, Bindemann (89. Kourouma), Selutin (68. Rüschenschmidt)

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