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Fußball: Regionalliga

Preußen-Kader schrumpft bei Testsieg

Holzwickede

Mit 15 Spielern war Fußball-Regionalligist Preußen Münster zum Test nach Holzwickede gereist: Dann fielen vor und während der Partie drei Spieler verletzt aus. Am Ende mussten sogar die Ausgewechselten ein zweites Mal ran. Kleines Trostpflaster: Mit einem 2:1-Sieg gegen den Oberligisten Holzwickeder SC ging es auf die Heimreise.

Ansgar Griebel

Wieder mal im Mittelpunkt: Joel Grodwoski (3.v.l.) wird nach seinem Treffer von Lukas Frenkert (l.), Nikolai Remberg und Dominik Klann begleitet. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Sonne brennt erbarmungslos auf das Montanhydraulik-Stadion in Holzwickede herab. Auf dem Platz schwitzen die Fußballer des Holzwickeder SC und ihre Besucher aus Münster um die Wette, und direkt hinter dem Gäste-Tor startet ab und an ein Urlaubsflieger vom Flughafen Dortmund aus zu fernen Traumzielen. Doch dafür haben die Preußen dieser Tage aus guten Gründen keinen Blick, sie bleiben im Lande, tingeln übers Land und bereiten sich vor auf eine Reise ins Ungewisse. Am 4. September eröffnet die Mannschaft um Trainer Sascha Hildmann in Rödinghausen die Regionalliga-Spielzeit. In welcher Besetzung sie die 40-teilige Mammutserie angeht, darüber gab auch der vierte Test nur bedingt Aufschluss.

Licht und Schatten

Beim 2:1 (0:0)-Sieg gegen den Oberligisten offenbarten sich noch einige dankbare Trainingsansätze für die kommenden Wochen, aber es öffnete sich auch kurz der Vorhang für einen Ausblick auf die Möglichkeiten, die schon jetzt in der noch kleinen Preußen-Truppe schlummern.

45 Minuten lang wirkte das Preußen-Ensemble partiell erschreckend unbeholfen und müde. Mit viel Mühe retteten die Gäste das 0:0 in die Pause, ehe dann Joel Grodowski für frischen Wind sorgte und den Preußen-Motor für die spielentscheidenden 15 Minuten mit neuer Energie versorgte. Gianluca Przondziono schickte seinen Stürmer mit einem seiner gelegentlichen Geniestreiche auf die Reise, die dann nur mit unlauteren Mitteln unterbrochen werden konnte. Den fälligen Elfer verwandelte der Gefoulte dann wie schon beim Test am Mittwoch in Gievenbeck höchstpersönlich und sicher (52.). Drei Minuten später sorgte dann eine Mehrgenerationen-Kombination für die Entscheidung. Eigengewächs Sven Rüschenschmidt legte nach Kopfballablage von Routinier Simon Scherder zum 2:0 nach. Mit dem Anschlusstreffer der Platzherren (61./Nico Berghorst) war der statistische Teil dann abgehakt. Der Rest war ein schweißtreibender Arbeitseinsatz mit dürftigem Unterhaltungswert.

Holzwickede mit prall gefüllter Ersatzbank

15 Spieler fanden Platz auf dem Corona-Schmalspur-Spielberichtsbogen der Preußen, Gastgeber Holzwickede hatte Liste und Ersatzbank offensichtlich mit einer anderen Interpretation der Corona-Schutzverordnung dagegen randvoll gepackt. „Ich weiß auch nicht, wie das gehen kann“, wunderte sich Sascha Hildmann im Nachgang. „Für uns ist es echt ein Unding, dass unsere Jungs nahezu permanent durchspielen müssen.“

Borgmann; Touray und Rüschenschmidt angeschlagen

Allerdings stünden dem Trainer derzeit ohnehin noch nicht viel mehr als diese 15 Mann zur Verfügung. Auch am Sonntag waren mit Luca Piljek aus Heidenheim und Gianluca Rizzo (23) von Borussia Dortmunds Amateuren zwei eher unauffällige Leihspieler zur Verstärkung geeilt. Rechnet man die ab und schaut gleichzeitig mit bangem Blick auf Jannik Borgmann (Hüftverletzung beim Warmmachen), Ousman Touray (verletzt ausgewechselt nach 45 Minuten) und Rüschenschmidt (Aus nach 70 Minuten), dann dürfte es zumindest mit der Abstandsregelung bei den künftigen Trainingseinheiten keine Probleme geben. „Keine Sorge, wir werden schon ein ordentliches Training hinbekommen“, blieb Hildmann gelassen und bekam von Sportdirektor Peter Niemeyer baldige Verstärkung in Aussicht gestellt: „Am Montag tut sich was.“ Möglicherweise in Verbindung mit Tribünengast Niklas Heidemann. Der Ex-Preuße hält sich derzeit beim Holzwickeder SC fit und stand im Anschluss „für ein kleines Schwätzchen“ (Hildmann) zur Verfügung.

Heidemann wieder ein Kandidat?

Mangels Personal kam der in der Halbzeit ausgewechselte Alexander Langlitz nach 70 Minuten für Rüschenschmidt ein zweites Mal zum Einsatz und auch Gaststürmer Rizzo kam nach einer Auszeit zu Beginn des zweiten Abschnitts am Ende erneut ins Spiel.

Drei Frage an Sascha Hildmann

Keine drei Wochen bis zum Start, wie fällt das Zwischenfazit aus?Hildmann: Was mir zu denken geben würde, wäre, wenn das Engagement nicht da wäre. Aber das ist absolut da, die Jungs marschieren. Dass da ab und zu noch mal was verrutscht, muss man auch verzeihen.Aber mit Blick auf den ersten Spieltag bleibt noch viel zu tun ...Hildmann: Absolut. Wir machen schon viel und es wird sich auch noch einiges tun. Trotzdem sage ich, dass wir auf keinen Fall bis zum ersten Spieltag alles zumachen werden. Bis zum 5. Oktober wollen wir bereit sein oder ein zwei Positionen zurückhalten.Verlass ist derzeit auf Joel Grodwoski ...Hildmann: Johnny ist gut drauf, und – das muss man sagen – zurzeit unser bester Stürmer.

  • Am Mittwochabend steht um 19 Uhr der nächste Test an, dann im Preußenstadion gegen den SV Herbern. Tickets gibt es am Montag ab 12 Uhr im Preußen-Online-Shop.
  • Preußen Münster: Dedovic – Langlitz (46. Frenkert), Scherder, Rüschenschmidt (70. Langlitz), Hoffmeier – Przondziono, Klann –Möbius, Touray (Remberg, 45+2), Piljek (70. Rizzo) – Rizzo (46. Grodowski)
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