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Fußball: Regionalliga West

Preußen Münster feiert verdienten 2:0-Sieg gegen Sportfreunde Lotte

Münster

Weiter in der Erfolgsspur bleibt Fußball-Regionalligist Preußen Münster, der sich am Mittwochabend auch im Nachbarschaftsduell mit den Sportfreunden Lotte nicht hiervon abbringen ließ. 2:0 lautete der Endstand - unter dem Strich steht ein souveräner Erfolg des SCP.

Von Thomas Rellmann

Jubel nach dem 1:0: Thorben Deters (3.v.r.) ließ sich von seinen Mannschaftskollegen feiern. Henok Teklab, der sich hier gegen Lottes Kapitän Timo Brauer behauptet (kl. Bild), machte auf der rechten Seite ein gutes Spiel. Foto: Jürgen Peperhowe

Nach wie vor gilt für Preußen Münster: Mehr geht nicht. Die dritte Saison-Hürde war am Mittwoch sicher die bisher niedrigste, doch auch beim 2:0 (2:0) gegen die SF Lotte riss der Regionalligist sein Publikum größtenteils mit. Die Nachbarschaftsduelle waren in den vergangenen Jahren meist eng, manchmal wahre Schlachten. Diesmal nicht. Das Resultat geriet viel zu knapp. Der um Längen bessere SCP hat nun neun von neun möglichen Punkten gesammelt und ist Dritter. „Absolut gelungen“ fand Coach Sascha Hildmann die Vorstellung. „Von Anfang an ganz toll. Wir waren mutig im Aufbau, im Umkehrspiel, im Gegenpressing. Und bis zum Sechzehner haben wir auch gut kombiniert.“ 

Über die vergebenen Chancen verlor er nicht zu viele Worte. „Gut, dass wir sie hatten. Die meisten waren schön herausgespielt. Irgendwann gehen sie rein, irgendwann gewinnen wir auch mal mit einer Gelegenheit.“ Die Gastgeber konnten auf den rechtzeitig genesenen Henok Teklab zurückgreifen und starteten wie am Samstag beim 2:1 in Gladbach. Allerdings fehlte auf der Bank der angeschlagene Deniz Bindemann, was Marvin Benjamins aus der U 23 zum Kader-Debüt verhalf.

Spiel fast nur in eine Richtung

Sonnenschein und gleichzeitig Flutlicht, volle Ränge und lautstarke Unterstützung – die Voraussetzungen konnten kaum besser sein. Das Spiel kannte fast nur eine Richtung. Jules Schwadorf hatte die Doppelchance, als er erst aus der Distanz an Keeper Michael Luyambula scheiterte (7.) und dann im letzten Moment geblockt wurde (8.). Nicolai Remberg köpfte nach einer Ecke von Dennis Daube vorbei (16.). 

Der Unterschied in der Herangehensweise war eklatant. Bei Münster dachten neun von elf Akteuren offensiv, die Sportfreunde hatten mit Ball keine Lösungen. Aber sie verteidigten engagiert und diszipliniert. Die Taktik hatte fast 25 Minuten Erfolg, dann knackte der SCP diesen Riegel auf simpelste Art. Jannik Borgmann spielte Schwadorf links an der Außenlinie frei, der hatte Platz und legte nach innen, wo er Thorben Deters bemerkenswert ungedeckt im Sechzehner fand. Dessen Abschluss ins kurze Eck nach seelenruhiger Annahme bedeutete die völlig verdiente Führung und eine kleine Gefühlsexplosion auf der Tribüne. Alles nach Plan. Und der Schütze erzählte später, dass er Luyandula, einem Ex-Kollegen aus Lübeck, ein Tor per Whatsapp angekündigt hatte. „Aber auch eine super Parade von ihm.“

Alarmstufe Rot im Lotter Strafraum

Borgmann, wieder betont angriffslustig drauf, fehlte 60 Sekunden später nicht viel zum zweiten Treffer. Cedric Euschen meldete mit einem Fernversuch (30.), den Torwart Max Schulze Niehues um den Pfosten lenkte, den Gast noch mal kurz an. Doch Münster hatte weiter Oberwasser. Simon Scherder (32.) und erneut Schwadorf, der wieder Luyambula zur Glanztat zwang (38.), waren nah dran. Im Sportfreunde-Strafraum herrschte durchgehend Alarmstufe Rot. Aus einer Szene, in der Schwadorf, Deters und Borgmann links ihre ganze Überlegenheit ausspielten, entstand das 2:0. Die Flanke von Borgmann sprang Luis Allmeroth an den ausgestreckten Arm, den folgenden Elfmeter verwandelte Gerrit Wegkamp souverän (42.).

Durchgang zwei eröffnete Wegkamp mit einem Volleyschuss (46.), geflankt hatte Dauer-Wirbelwind Teklab. Die Hausherren überließen Lotte aber nun etwas häufiger den Ball. Der eingewechselte Ex-Preuße Exauce Andzouana köpfte kurz darauf knapp vorbei (49.), ehe im Gegenzug Deters und Schwadorf das sichere 3:0 liegenließen (50.). Wegkamp machte es auch nicht besser (56.), Teklab blieb nur an Luyambula hängen (59.), später auch Joshua Holtby (65.). Deters (61.) und Jan Dahlke (67.) verzogen knapp, Remberg unnötig deutlich (70.).

Viel Glück für die Gäste

Die letzte Szene ließ Dominik Klann aus (88.). „Ja, schaut man sich die vielen Möglichkeiten an, dann können wir nicht ganz zufrieden sein“, sagte Deters. „Aber gut, dass wir sie haben. Wäre das nicht so, würden ich mir Sorgen machen.“ 

Der Außenseiter hatte ein ums andere Mal massig Dusel. Andersherum tat sich für die Preußen bei so viel Lässigkeit trotz aller spielerischen Dominanz doch noch eine Baustelle auf. Lotte bestrafte den kleinen Makel nicht annähernd, andere Gegner wären dazu sicher in der Lage. Es blieb dennoch eine Randnotiz.

Statistik:


SCP
: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Hoffmeier, Borgmann – Daube – Remberg (86. Klann), Schwadorf (53. Holtby) – Teklab (74. Hemmerich), Wegkamp (65. Dahlke), Deters

SFL: Luyambula – Richter (46. Fionouke), Allmeroth, Minz, Duhme – Brauer, Han – Domroese (46. Andzouana), Terzi (78. Amer), Aydinel – Euschen (67. Stettin)

Schiedsrichter: Tobias Severins (Rheda-Wiedenbrück) – Tore: 1:0 Deters (25.), 2:0 Wegkamp (42./HE) – Zuschauer: 5136 – Gelb: Remberg, Holtby

Interview mit Gerrit Wegkamp

Nach seinem ersten Saisontor stürmte Gerrit Wegkamp zu Athletik­coach Tim Geidies und Physio Lukas Brüggemann.


Warum galt den beiden Ihr Dank in der Szene?

Wegkamp: Ich hatte die ganze Vorbereitung Knieprobleme und war mehr auf der Massagebank als im Training. Beide haben mich top unterstützt.

Hatten Sie sich im Vorfeld Gedanken gemacht, weil Ihnen noch das erste Tor fehlte?

Wegkamp: Nein. Die mache ich mir nie. Ich habe schon so viele Chancen in meiner Karriere vergeben und werden noch viele auslassen. Ich kann gut damit umgehen, gerade im Fall des Sieges wie diesmal.

Aber spiegelt das Ergebnis nicht viel zu wenig den klaren Spielverlauf gegen Lotte wieder?

Wegkamp: Klar, aber es wäre schlimmer, hätten wir keine Möglichkeiten. Es kann auch klarer ausgehen, Lotte war fast gar nicht gefährlich. Aber es war vor allem eine gute Leistung. Nicht nur bei Ballbesitz, sondern auch nach Ballverlust. Wir stehen sehr hoch und müssen die Kugel schnell wieder haben, sonst bekommen wir Probleme. Das haben alle verinnerlicht.

Punkte weisen den Weg

Punkte in der Kurve – was hatten die zu bedeuten? Ganz einfach. Durch die exakte Ausweisung der Stehplätze hatten die Fans am Mittwoch eine gute Orientierung, um den Mindestabstand zum Nebenmann einzuhalten. Dadurch konnte die Maske nach Absprache mit der Stadt abgelegt werden und musste nur noch auf dem Weg dorthin getragen werden. Nicht nur die Profis wie hier Marcel Hoffmeier (l.) und Julian Schauerte legten dabei Hand an, sondern auch die aktive Fanszene und weitere freiwillige Helfer.

Foto: SCP

Wölfe-Berufung wird verhandelt

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