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Fußball: Regionalliga West

Bei Preußen-Gegner Bocholt hat ein 26-Jähriger das Sagen

Münster

Gerade einmal 26 Jahre alt ist Jan Winking – und damit der jüngste Trainer der Regionalliga West. Am Freitag gastiert er mit Aufsteiger Bocholt bei Preußen Münster, wo der Name Winking kein unbekannter ist.

Von Alexander Heflik

Er hat das Kommando in Bocholt: Meistermacher und Trainer-Jungspund Jan Winking Foto: www.imago-images.de

Man kommt nicht umhin, das Alter von Jan Winking zu nennen: 26 Jahre. Damit ist er der jüngste Trainer in der Regionalliga West. Mit dem 1. FC Bocholt gelang ihm gerade erst den Aufstieg in die Viertklassigkeit, nach Rang zwei in der regulären Runde der Oberliga Niederrhein hinter der SSVg Velbert blieb Bocholt in der Aufstiegsrunde in zehn Partien ungeschlagen.

„Das ist schon ein Sprung vom Amateur- in den Profifußball“, sagt Winking. Die Aufstiegseuphorie ist in Bocholt abgeebbt, der Aufsteiger unterlag nach dem 1:3 im Duell der Emporkömmlinge beim 1. FC Düren auch in der Heimpremiere mit 1:2 gegen Fortuna Düsseldorf II vor 1380 Zuschauern am Hünting – das Stadion heißt nun Gigaset-Arena und hat 4999 Plätze.

„Laufen nicht kopflos durch die Gegend“

„Grundsätzlich sind wir nicht bei 100 Prozent. In den entscheidenden Situationen fehlte die Kraft“, analysiert Winking den Saisonstart. Ja, man müsse schnell zulegen, sich schneller an die Liga gewöhnen, das höhere Tempo annehmen. Alles machbar, signalisiert Winking, einfach ist das nicht. Aber: „Wir laufen nicht kopflos durch die Gegend. Die Mannschaft ist erfahren genug.“

Aber nach den Niederlagen folgen nun die Auftritte gegen Regionalliga-Schwergewichte. Nach dem Gastspiel in Münster am Freitag folgt die Heimpartie gegen den Wuppertaler SV. „Das ist der höchste Schwierigkeitsgrad, und wir gehen mit sehr viel Respekt die Sache an, wollen aber jetzt auch anfangen zu punkten.“

Bruder Tim Winking spielte bei Preußen

Nur eine Partie verlor Bocholt in der Vorsaison, nun sind es schon zwei. Winking, der Borkener, gibt sich keinen Träumereien hin, der Klassenerhalt ist das alleinige Ziel. Sein älterer Bruder Tim (30) spielte vor gut zehn Jahren bei den Preußen in der Jugend. Aber nicht deshalb hat er Respekt vor dem SCP. Er sagt über die Münsteraner: „Super gestartet, sechs Punkte, 5:1 Tore, sie sind ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Die Chancen von Münster werden wir besser als bisher verteidigen müssen, dem SCP versuchen, die Stärken zu nehmen.“

Ganz hoffnungslos wird der Aufsteiger auf keinen Fall nach Münster kommen. Der Club will sich etablieren, das Budget wird auf eine Summe zwischen 800 000 und einer Million Euro geschätzt. Der Wirtschaftsförderkreis ist rührig.

Jan Winking setzt auf zwei Ex-Essener

Mit Marcel Platzek und Kevin Grund setzt Winking auf zwei Ex-Spieler von RW Essen. Der 32 Jahre alte Platzek erzielte 39 Tore in 32 Punktpartien in der abgelaufenen Saison. In der Regionalliga West, einer Art Stammliga von ihm, kommt er auf 87 Treffer in 261 Begegnungen. Das ist stark. In der Defensive hat Bocholt noch einmal nachgelegt und mit Leander Goralski (Bonner SC) und Marko Stojanovic (RW Koblenz) Erfahrung geholt.

Winking denkt nun nur an Freitag und daran, wie er mit seiner Mannschaft in Münster bestehen kann. Kein leichtes Unterfangen. Er selbst, mit seinen 26, macht kein großes Aufhebens ums Alter. Klar, er will sich im Profifußball etablieren, im Herbst strebt er die A-Lizenz an, irgendwann den Fußballlehrer. Kann sein, dass bald noch mehr vom Trainer-Jungspund der Regionalliga zu hören sein wird.

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