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Fußball: Regionalliga West

Preußen-Abwehr hält dicht - und ist auf Rekordkurs

Münster

Der Riegel des SC Preußen Münster hält in dieser Saison bislang. Nur 23 Gegentore in 34 Partien unterstreichen die Qualität der Abwehr-Viererkette. Aktuell sind 0,676 Gegentore je Punktspiel einer der besten Werte für den SCP seit dem Aufstieg in die Oberliga West im Jahr 1948.

Von Alexander Heflik

Sichere Bank, die Preußen-Abwehr, eine Viererkette: Julian Schauerte (von links), die Innenverteidiger Robin Ziegele und Marcel Hoffmeier sowie Linksverteidiger Luke Hemmerich. Foto: Jürgen Peperhowe (4)

Jupp Heynckes, dem erfolgreichen Meistermacher von Bayern München und langjährigen Bundesliga-Coach, wird diese Aussage zugeordnet: „Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften.“

Und von Huub Stevens, mindestens beim FC Schalke 04 eine Legende nach dem Triumph im Uefa-Cup 1997, ist bekannt, dass die Null stehen musste. Auf keinen Fall war eine Null in der Abwehr gemeint, die mitgeschleppt wird, sondern eine Partie ohne Gegentor.

Der italienische Catenaccio, übersetzt bedeutet das ungefähr Türriegel oder Türschloss, setzte auch ganz auf Verteidigung. Dabei wurde dieses Abwehrbollwerk eher vom Argentinier Helenio Herrera und dem Österreicher Karl Rappen entwickelt, dann aber bei Inter Mailand unter anderem perfekt umgesetzt.

Beste Abwehr der Regionalliga

Abriegeln können die Preußen in dieser Saison auch wie keine andere Mannschaft, aber sie beschränken sich nicht darauf. Vor dem Spiel gegen Lippstadt war der SCP in Bezug auf die durchschnittliche Gegentor-Quote auf Rekordkurs in der Vereinshistorie seit 1948. Kein Witz.

Nach 32 Spielen hatte der SCP nur 20 Gegentreffer kassiert, das entspricht 0,625 Gegentreffern je Punktspiel. Nun gut, das eine Tor aus dem „Böllerwurf-Spiel“ in Essen wurde abgezogen, dann wären es 0,705 Gegentore im Schnitt. Aber der SCP hält dicht. Und wie. Aktuell, nach 34 Partien, steht Münster nun bei 0,676 Gegentoren. Damit kann Trainer Sascha Hildmann arbeiten.

Hinter der Preußen-Viererkette hält meist Keeper Max Schulze Niehues die Stellung. Foto: Jürgen Peperhowe

Generell gilt: Liegt der Durchschnittswert über 1,0, hat eine Mannschaft mit der Meisterschaft nichts zu tun. In der Oberliga-West, legendär und Geschichte, kassierte Münster in der Saison 1956/57 im Schnitt 2,333 Gegentore – die schlechteste Bilanz aller Zeiten, der SCP wurde auf Rang 13 notiert. Steigt Münster ab, war die Quote über 1,0, so 1964 in der Bundesliga (1,733), aus der 2. Bundesliga 1991 (1,552), aus der Regionalliga 2006 (1,361) und aus der 3. Liga 2020 (1,631).

Wenig Gegentreffer bei Titelgewinnen

Wenn der SCP in den vergangenen 75 Jahren Meister wurde in seiner Spielklasse, dann war der Wert immer unter 1,0 Gegentoren.

Beispiele gefällig? Bei den Oberliga-Titelgewinnen 1988 (0,833), 1989 (0,9), 1992 (0,866) und 1993 (0,676) waren die Werte entsprechend. Als Roger Schmidt den SCP in der Oberliga Westfalen zum Titelgewinn und der Regionalliga-Qualifikation 2008 führte, erreichte er mit 0,676 Gegentoren einen Topwert. Marc Fascher stand ihm beim Drittliga-Aufstieg 2011 wenig nach mit 0,764 Toren. Unter 0,8 Gegentoren zu bleiben scheint ein Plan für Titelgewinne zu sein. Hildmanns Mannschaft liegt aktuell bei 0,676. Da geht offenbar was.

Als der SCP in der 2. Bundesliga Nord in der Saison 1978/79 nur 25 Gegentore in 38 Partien kassierte, 0,657 Gegentore je Spiel, reichte es für die Spieler von Trainer Werner Biskup „nur“ zu Rang drei hinter Meister Bayer Leverkusen und dem „Vize“ Bayer Uerdingen.

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