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Fußball: Regionalliga West

„Das ist eine Ansage“ - Preußen machen Wooten-Deal fix

Münster

Der gesuchte Goalgetter ist auf dem Weg. Andrew Wooten soll Preußen Münster in der neuen Saison die nötigen Tore für den Aufstieg schenken. Beim VfL Osnabrück hat der US-Amerikaner, der in der 2. Liga seinen Instinkt oft bewiesen hat, seinen Vertrag aufgelöst.

Von Thomas Rellmann

Andrew Wooten hatte beim VfL Osnabrück ein schwieriges Jahr, bei Preußen Münster soll es für den Torjäger nun wieder aufwärts gehen. Foto: Imago/Revierfoto

Die Vergleiche mit 2011 mögen manchmal hinken, einige auch nerven. Doch was vom bisher letzten Aufstieg von Preußen Münster in Erinnerung geblieben ist, war die Ansammlung von Routiniers. Offenbar war das damals das passende Rezept für die Regionalliga.

Ob es heute auch so ist? Mit Max Schulze Niehues, Alexander Langlitz, Alexander Hahn, Simon Scherder, Marc Lorenz, Dennis Daube, Gerrit Wegkamp und Shaibou Oubeyapwa umfasste der Kader bereits acht Akteure, die spätestens im Laufe der Saison die 30 erreichen – oder sogar schon lange drüber liegen. Am Freitag ist nun ein neunter Mann mit geballter Erfahrung dazugestoßen. Sein Name: Andrew Wooten.

Erfolglose Stationen, aber der Ruf ist ein anderer

Der 32-Jährige kommt vom Erzrivalen VfL Osnabrück und hat eine glücklose Saison mit nur 15 Joker-Einsätzen (schmale 265 Minuten) und ohne Tor hinter sich. Doch im Grunde ist er der Knipser, den sich Sportchef Peter Niemeyer und auch viele Fans gewünscht haben. „Ich glaube, das ist eine Ansage“, sagt der künftige Geschäftsführer. Denn die Vita des US-Amerikaners kann sich sehen lassen. Bundesliga? Sieben Partien, ein Tor. 2. Liga? 169 Begegnungen, 52 Tore. Die (alte) Regionalliga West? 90 Spiele, 40-mal getroffen.

Preußen-Sportchef Peter Niemeyer (links) nennt die Verpflichtung von Andrew Wooten "eine Ansage". Foto: SCP

Nun waren auch die Stationen vor Lila-Weiß nicht die besten für Wooten. Bei Admira Wacker Mödling gelangen ihm immerhin drei Treffer in 19 Partien, in der amerikanischen MLS blieb er für Philadelphia Union bei 23 Einsätzen, die meisten auch als Joker, ohne Erfolgserlebnis.

Doch sein Ruf in Deutschland ist ein anderer. Für den 1. FC Kaiserslautern, den SV Sandhausen – am Hardtwald war der Stürmer besonders erfolgreich – und den FSV Frankfurt knipste er recht zuverlässig. Mit der zweiten Mannschaft der Pfälzer traf er zwischen 2009 und 2011 auch mehrmals auf die Preußen.

Wooten: "Aufstieg? Werde mein Bestes geben"

In der vergangenen Saison hatte Wooten seinen neuen Verein schon im Blick: „Man hat gesehen, was hier entstehen kann. Zudem kenne ich die Stadt und das Stadion“, so der Neuzugang. „Ich habe im Saisonendspurt gesehen, wie überragend die Fans die Mannschaft unterstützt haben.“ Er verspricht: „Den Aufstieg so knapp zu verpassen, war bitter. Ich werde mein Bestes geben, damit wir es jetzt schaffen.“

Der gebürtige Bamberger, der die deutsche wie die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, stammt aus dem Nachwuchs von Wormatia Worms und kam über den FCK nach Sandhausen und Frankfurt. Sogar ein Länderspiel für die US-Auswahl ist notiert – Trainer damals war Jürgen Klinsmann. Niemeyer sagt: „Er hat in den gemeinsamen Gesprächen einen sehr guten Eindruck hinterlassen und uns verdeutlicht, dass er große Lust auf die Aufgabe hat. Sein Gesamtpaket aus fußballerischen Qualitäten, Charakter und Erfahrung ist ein echter Zugewinn.“ In Münster hat man ohnehin noch beste Erinnerungen an Überseestürmer: Matthew Taylor erzielte von 2012 bis 2014 22 Ligatore und avancierte bei den Preußen zum Publikumsliebling.

Verlässt noch ein Stürmer die Preußen?

Klar ist, dass die Hackordnung im SCP-Angriff mit dem Transfer etwas durcheinandergewirbelt wird. Gerrit Wegkamp war bisher die Nummer eins und mit seiner Spielweise auch meist unverzichtbar – nur eben kein klassischer Torjäger. Deniz Bindemann (19) möchte nach einem Jahr mit einigen Verletzungen gern voll angreifen und bleibt ein Hoffnungsträger des Clubs. Auch Jan Dahlke ist noch da fürs Zentrum. Wooten kann nach rechts, Bindemann nach links und Wegkamp ins Mittelfeld ausweichen. Doch vier Mittelstürmer sind eigentlich zu viel.

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