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Fußball: Regionalliga West

Auf den Preußen-Flügeln wird es eng - Chance für Scherder?

Münster

Der dritte bestätigte Corona-Fall lässt die Personaldecke beim SC Preußen Münster weiter schrumpfen. Besonders betroffen sind die Außenverteidiger-Positionen. Nutznießer könnte ein Urgestein sein.

Von Thomas Rellmann

Rettungstat gegen Erkenschwicks Stefan Oerterer (l.): Simon Scherder (2. v. re) zeigte im Westfalenpokal eine stabile Leistung und könnte demnächst auch in der Liga wieder gefragt sein.  Foto: Sebastian Sanders

Sollte Preußen Münster im Mai erneut den Westfalenpokal gewinnen, dürfte Jan Dahlke ihn wahrscheinlich über Nacht mit ins Bett nehmen. Nach dem 5:0 (1:0) im Viertelfinale gegen die SpVgg Erkenschwick steht der Stürmer bei neun Toren in vier Partien. Eine Hammer-Ausbeute. Zwei Siege fehlen dem Regionalligisten noch. Einen Wunschgegner in der Vorschlussrunde? Gibt’s natürlich nicht. „Wir müssen uns vor keinem verstecken. Verl haben wir letztes Jahr im Halbfinale ja schon besiegt“, sagte etwa Simon Scherder.

Auch dem zweiten Doppeltorschützen neben Dahlke taten die beiden Treffer gut. Thorben Deters war nach seiner Einwechslung 25 Minuten vor Schluss sofort da. Nach seinem herausragenden Einstieg und traumhafter Scorerquote hatte der 26-Jährige zuletzt ein bisschen seinen Rhythmus verloren – wenn auch nur für zwei, drei Auftritte. Am Mittwoch fand er ihn schnell wieder.

Geringe Viruslast bei Marvin Thiel

Sorgen bereitet dem SCP dagegen weiter die Corona-Lage im Kader. Marvin Thiel wird in den zwei verbleibenden Liga-Begegnungen auch ausfallen, der PCR-Test bestätigte eine geringe Viruslast.

Damit stehen beide etatmäßigen Außenverteidiger am Samstag (14 Uhr) bei Alemannia Aachen nicht zur Verfügung. Neben den mit dem Virus infizierten Thiel und Julian Schauerte – wie Marko Dedovic ohne nennenswerte Symptome – fehlt zumindest auf dem Tivoli auch Jannik Borgmann als Backup für die linke Seite verletzt.

Zwei Nachwuchsspieler mit guten Chancen

Bleibt Luke Hemmerich, der aber nicht auf zwei Flügeln agieren kann. „Mir ist es relativ egal, wo ich spiele. Da, wo ich gebraucht werde. In der Viererkette gefällt es mir eigentlich ganz gut“, sagt er. „Da kann ich den offensiven Außenspieler auch mal überlaufen, von hinten mit Tempo kommen und richtig Dampf machen.“

Auch das Abbrechen und die Flanke mit rechts aus dem Halbfeld von der linken Bahn hatte er gegen Erkenschwick mehrmals gezeigt. „Das habe ich diesmal sehr gern gemacht. Hat ja auch gut geklappt.“ Etwa vor Dahlkes Führungstor. Ob der 23-Jährige links oder rechts aufläuft, hängt nun wohl davon ab, wer der zweite Außenverteidiger ist.

Marius Mause aus der U 23 präsentierte sich im Pokal ordentlich, Noah Kloth hat mit der U 19 Winterpause und war schon in der Sommer-Vorbereitung ab und an ein Schauerte-Ersatz. Oder bietet der Kader noch Überraschungskandidaten?  Alexander Langlitz wäre eine Option, der Routinier startete sein Engagement in Münster bekanntlich als Außenverteidiger - oder stellt Coach Sascha Hildmann wieder auf Dreierkette um?

Wird Ziegele rechtzeitig fit?

Dann oder wenn Robin Ziegele (dicker Knöchel) nicht rechtzeitig fit wird, wäre auch Scherder in Aachen gefordert. Zuletzt blieb dem 28-Jährigen nur die Jokerrolle. Ungewohnt für das Eigengewächs, der die Situation aber klaglos akzeptiert. „Mir bleibt nichts anderes übrig. Ich nehme das jetzt halt an. Wir haben ja auch die ganze Zeit gewonnen, und die anderen beiden machen es gut.“

Neben Ziegele ist Marcel Hoffmeier gesetzt. „Ich mache weiter und bleibe entspannt. Meine Einsätze werden kommen“, sagt Scherder. Die 90 Minuten gegen Erkenschwick taten ihm jedenfalls gut, der Abwehrspieler lieferte eine fast fehlerlose Vorstellung. „Ich war ja fast zwei Monate raus mit Faserriss, Gelbsperre und Bank. Für den Körper war es also ganz schön.“

"Simon wird nicht zum Lautsprecher"

Hildmann gefällt diese Herangehensweise. „Simon hat ein Riesenstanding im Verein, aber er wird jetzt nicht zum Lautsprecher“, sagte der Trainer kürzlich. „Er ist Realist, deshalb geduldig und hängt sich voll rein.“ Wie schnell sich die Karten neu mischen, zeigt die aktuelle Entwicklung.

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