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Fußball: Regionalliga West

„Einfach Spaß gemacht“: Perfekte Preußen-Welt nach Kantersieg in Düsseldorf

Düsseldorf

Preußen Münster ist wieder alleiniger Tabellenführer der Regionalliga West nach dem fulminanten 6:1-Auswärtserfolg bei Fortuna Düsseldorf. Verfolger SV Rödinghausen stolperte beim 0:1 gegen den 1. FC Bocholt.

Von Alexander Heflik

Weniger ein Samstag, mehr ein Jubeltag: Preußens Yassine Bouchama (l.) und Henok Teklab. Foto: Jürgen Peperhowe

Als sich Marc Lorenz den Ball für den Freistoß an der Strafraumgrenze zurecht gelegt hatte, keine acht Minuten waren vorbei, lag etwas in der Luft. Auch für solche Momente wurde der Routinier zum SC Preußen Münster vom Zweitligisten Karlsruher SC zurückgeholt. Als Anführer, als Kapitän, und als Mann für gewisse Augenblicke. Als der 34 Jahre alte Linksfuß den Ball künstlerisch besonders wertvoll in den Winkel gezirkelt hatte, da war das auch ein Startschuss für eine preußische Gala bei Fortuna Düsseldorf II.

Am Ende, als Schiedsrichterin Annika Kost das ungleiche Kräftemessen vor 967 Zuschauerinnen und Zuschauern abpfiff, stand da ein 6:1-Reiseerfolg des neuen, alleinigen Tabellenführers aus Münster. Warum? Weil im gleichen Atemzug der SV Rödinghausen beim 0:1 gegen Aufsteiger 1. FC Bocholt patzte, und die 2:3-Heimniederlage von RW Oberhausen gegen RW Ahlen aus Sicht der Preußen die Piemont-Kirsche auf der Torte war.

Hildmann: „Ich hatte keine Zweifel.“

Nach einigen Wochen mit Niederlagen (Aachen und Oberhausen), Punktverlusten gegen Aufsteiger Kaan-Marienborn (1:1) und dem spielerisch dürftigen 2:0-Erfolg über Düren war das schon ein starkes Stück. Und plötzlich ist die Preußenwelt wieder eine perfekte. Die Konkurrenz schwächelt, Preußen Münster haut dagegen im Düsseldorfer Flinger Broich einen raus und ist voll da: Sechs zu eins.

„Super“, sagte SCP-Coach Sascha Hildmann, als er vom Rödinghauser Ausrutscher erfuhr. Um gleich anzufügen: „Wir bleiben bei unserer Linie und denken von Spiel zu Spiel.“ Inwieweit er Zweifel gehabt hätte an seiner Mannschaft, fegte der 50-Jährige ähnlich konsequent vom Tisch wie seine Spieler die Gastgeber aus Düsseldorf vom Feld gefeudelt hatten. „Ich hatte keine Zweifel, ich weiß, was die Mannschaft abrufen kann. Wir haben die Köpfe in dieser Woche zusammengesteckt, unser Plan war, mit Wucht spielen zu wollen.“

Thomas Kok wieder stark

Wuchtig war das wirklich. Und was sollte man sagen nach einem in dieser Höhe auch verdienten 6:1-Sieg? Münsters Torwart Max Schulze Niehues musste zwei Bälle klären, beim Gegentor zum 1:4 war er machtlos. Das war wenig Arbeit für ihn. Die Abwehr-Dreierkette mit dem starken Thomas Kok räumte alles weg. Im Mittelfeld machten Nicolai Remberg und Marc Lorenz keine Gefangenen. Vorne entpuppten sich Andrew Wooten und Gerrit Wegkamp als doppelte Doppelpacker. Vier Tore von „W&W“ beantworteten für den Augenblick die Frage, ob die Preußen es auch mit zwei klassischen Mittelstürmern gerichtet bekommen. Ja, das geht schon.

Kost kommt ohne Gelbe Karte aus

„Es hat einfach richtig, richtig Spaß gemacht“, erklärte Marc Lorenz das vorläufige Ende der Herbst-Tristesse. Und: „Wir waren in der ersten Halbzeit sehr dominant. Außerdem hat Düsseldorf mitgespielt.“ Wobei die Gegenwehr der Hausherren vor der Pause nonexistent war. Vielleicht, weil die Preußen so stark waren, aber auch, weil die „Zwote“ einfach schlecht und ängstlich spielte.

Trainer Michaty: „Desaströs von uns.“

„Das war desaströs von uns vor der Pause“, befand Fortuna-Coach Nico Michaty. Nach der Pause habe er nur eine Reaktion seiner Mannschaft erwartet, die hatte er gesehen, an ein Erfolgserlebnis hatte er schon in der Halbzeit nicht mehr geglaubt. Und lobte dann die Gäste: „Münster ist einfach nicht unsere Kragenweite. Und Münster wird sich am Ende durchsetzen.“ Sprich die Preußen werden das schaffen mit dem Aufstieg. Der letzte Samstag im Oktober des Jahres 2022 hat diese These jedenfalls unterfüttert.

Preußen wieder mit Dreierkette

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