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Fußball: Regionalliga West

Preußen-Stürmer Wegkamp: „Ich mache mich nicht verrückt“

Münster

Gerrit Wegkamp muss sich seit dieser Saison mit der Rolle des Jokers begnügen. Aus der Fassung bringt das den Familienvater nicht. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist, dass er sich fitter als in der Vorsaison fühlt. Der 29-Jährige verrät außerdem, wie er zu einem möglichen Wechsel steht.

Von Thomas Rellmann

Jokerrolle: Gerrit Wegkamp, der hier für Andrew Wooten kommt, ist beim SCP derzeit zweite Wahl. Foto: Jürgen Peperhowe

Das ausgeglichene Aufgebot von Preußen Münster bringt so einige Härtefälle mit sich. Manfred Kwadwo, Dennis Grote, auch Niko Koulis, Deniz Bindemann und Thorben Deters fehlten in den bisherigen Partien in der Startelf. Einer der Arriviertesten ist Gerrit Wegkamp. In seinen eineinhalb Jahren an der Hammer Straße war er, sofern gesund, fast immer gesetzt.

Jetzt hat ihm Andrew Wooten (bisher ein Tor, eine Vorlage) in der Spitze den Rang abgelaufen. Nöhlt der 29-Jährige deshalb? Lässt er sich gar hängen? Nein, kommt nicht in die Tüte. „Ich kann nur gut trainieren und meine Einsätze nutzen.“ Trainer Sascha Hildmann sei er keineswegs böse. „Ich bin so lange dabei, kenne das Geschäft und mache mich nicht verrückt.“

36 Liga-Einsätze in der vergangenen Saison, 29 in der Startelf – Wegkamp war die klare Nummer eins in der Spitze. „Ich definiere mich über den Teamerfolg“, sagt er. Aber natürlich geht der Blick auch auf die eigene Statistik. Zehn Treffer waren nicht nur ihm zu wenig. „Mit meinen Leistungen war ich definitiv nicht zufrieden. Ich kann das gut selbst einschätzen, bin mein ärgster Kritiker, was manchmal gut und manchmal schlecht ist. Die Verantwortung dafür schiebe ich nicht weg, es geht auf meine Kappe.“ Hintergrund: Seit dem Sommer 2021 belasteten den Angreifer Knieprobleme, die immer mal wieder kamen. „Ich habe das lange, vielleicht zu lange mit mir rumgeschleppt.“ Erst im Frühjahr nach einer Corona-Pause verflüchtigten die Beschwerden sich.

Wechsel? „Damit beschäftige ich mich 0,0.“

Die Rufe nach einem echten Torjäger, den etwa Meister RW Essen mit Simon Engelmann hatte, ließen öffentlich nicht lange auf sich warten. „Das habe ich aber nicht persönlich genommen“, sagt Wegkamp. Überhaupt gibt er sich gelassen. „Mit Anfang 20 hätte ich die Reservistenrolle sicher mit in die eigenen vier Wände getragen.“ Heute nicht mehr, denn dort, im Wolbecker Zuhause, wartet die Familie mit zwei Töchtern. „Es würde mir nur Kraft rauben.“ Ein später Wechsel? Ausgeschlossen. „Damit beschäftige ich mich 0,0.“

Denn seine Perspektiven sieht der Routinier durchaus gegeben. „Ich bin erst mal froh, derzeit total schmerzfrei zu sein. Das tut gut, ist aber nicht selbstverständlich. Ich habe es nur nie an die große Glocke gehängt im letzten Jahr.“ Dass die Formation nach zwei Siegen erst mal kaum angerührt wird, ist ihm bewusst. „Ich muss das annehmen und versuche trotzdem, so viel positiven Einfluss wie möglich zu nehmen.“

Joker-Einsätze liefen vielversprechend

Die beiden Joker-Einsätze gegen Wattenscheid und in Wiedenbrück waren vielversprechend. Auch für einen Zweiersturm mit Wooten könnte sich Wegkamp begeistern. „Ich gehe ja gern die weiten Wege und bin nicht ganz vorn drin.“ Und: In der Vorsaison und auch am Sonntag kam der Schlaks als Achter zum Zug. „Ich kann überall in die Bresche springen“, lacht er.

Der SCP steuert im Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr) gegen Aufsteiger 1. FC Bocholt auf eine schöne Kulisse zu. Am Mittwoch waren rund 5000 Karten verkauft, Tribüne und Gegengerade (Block K und L) dürften ausverkauft sein. Der Neuling bringt rund 500 Fans mit. Beim letzten Aufeinandertreffen in Münster im November 1996 sahen gerade mal 3000 Besucher zu.

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