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Fußball: Westfalenpokal-Finale

Rödinghausen als Preußen-Schreck und Bayern-Ärgerer

Münster

Preußen Münster winkt die Titelverteidigung im Westfalenpokal und obendrein das Ticket für den DFB-Pokal. Doch niemand Geringeres als Angstgegner SV Rödinghausen will den Adlerträgern final ein Bein stellen. Vor allem ein Akteur könnte dabei aus Preußen-Sicht interessant werden.

Von Alexander Heflik

Aufgesessen: So war es im Februar, als der SCP mit 0:1 in Rödinghausen verlor. Hier nehmen Patrick Choroba (l.) und Patrick Kurzen (r.) Preußens Jules Schwadorf in die Zange. Foto: Jürgen Peperhowe

Was haben der Wuppertaler SV und der SV Rödinghausen gemeinsam? Beide Teams verloren in der abgelaufenen Saison in der Fußball-Regionalliga West nicht gegen den SC Preußen Münster. Wenn der SCP als „Vizemeister“ am Samstag um 16.40 Uhr im Finale des Westfalenpokals gegen die Gäste aus Rödinghausen antritt, dann dürften alle Alarmsignale schrillen.

Wobei SVR-Trainer Carsten Rump sich vor den Preußen und ihrer spielerischen Klasse verneigte: „Brutal. Muss ich wirklich sagen. Es ist ein Wunder, dass wir in beiden Spielen gegen Münster kein Tor kassiert und vier Punkte geholt haben.“ Oder der SVR-Coach ist ein Fuchs und legt den Finger genau in die Wunde, die die Preußen immer noch schmerzt. Signal: Wir halten den Laden gegen euch definitiv dicht.

Platz fünf in der Rückrundentabelle

Rödinghausen startete mit dem Münsteraner Nils Drube in die Saison, für den nach drei Niederlagen zum Auftakt Schluss war auf der Trainingsanlage am Häcker Wiehenstadion. Drube ist mittlerweile Scout beim Bundesligisten FC Augsburg. Der neue Besen in Rödinghausen war Ex-Profi Rump. Und der frühere Bielefelder Profi ließ den Feudel kreiseln. Von punktlos auf Platz 19 ging es im Laufe der Saison hoch bis Rang sechs. Am letzten Spieltag wurde beim SV Straelen mit 4:1 gewonnen, obwohl der Viertligist für die 240 Kilometer mehr als vier Stunden Anreise benötigte. Die Mannschaft ist wohl hart im Nehmen.

Der SVR ist die fünftbeste Rückrundenmannschaft – es wurde besser gepunktet als das Titelanwärter Fortuna Köln geschafft hat. Nur mal ein Beispiel. Gegen die Preußen gelang am 5. Spieltag der erste Punktgewinn mit einer harten Mauertaktik an der Hammer Straße beim 0:0. In der Rückrunde schien nach der 0:1-Pleite in Rödinghausen der Aufstiegstraum Münsters geplatzt, Gerrit Kaiser hatte dem SCP einen Stich ins Herz versetzt.

Und natürlich verfolgten die Preußen den Auftritt des SV Rödinghausen in Lotte gegen RW Essen (0:3) am 37. Spieltag ganz genau – und da kam das Rump-Team nicht so auf Touren wie gegen Münster im Februar.

Rödinghausen ärgerte selbst die Bayern

So ist das im Fußball. Wie im Viertelfinale des Westfalenpokals, als der SVR noch einen 0:2-Rückstand gegen Oberligist Eintracht Rheine drehte. Beide Teams wollen nun mit Macht den Pokal gewinnen. Wie Münster, das gegen Wolfsburg und Hertha BSC in dieser Saison gegen zwei Bundesligisten spielen durfte, hat auch Rödinghausen 2018 mal die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Schon der 3:2-Sieg über Zweitligist Dynamo Dresden war eine Sensation, gegen Rekordmeister Bayern München unterlag man dann in Osnabrück nur knapp mit 1:2. Rödinghausen kann offenbar Pokal.

Wobei gerade die Preußen davon ein Lied zu trällern wissen. Gleich drei Mal zwischen 2016 und 2020 scheiterte der SCP am SVR. Angeführt werden die Gäste wohl von Abwehrchef Daniel Flottmann, der zuletzt der drittälteste Spieler der Regionalliga war mit 37 Jahren. Nach 563 Pflichtspielen als Profi legt er nun eine weitere Saison in der Regionalliga nach, sein Vertrag wurde bis 2023 verlängert.

Möglich, dass er nun der älteste Spieler in der Regionalliga West ist. Der 39 Jahre alter Oliver Fink (Fortuna Düsseldorf II) beendete seine Karriere just, Albert Bunjaku stieg mit seinen 38 Jahren mit dem Bonner SC in die Oberliga ab. Die Preußen werden wohl oder übel an Flottmann vorbei müssen, wenn sie den Westfalenpokal zum siebten Mal gewinnen wollen.

Rödinghausen-Verteidiger im Preußen-Fokus?

Rump, mit seinen 45 Jahren unwesentlich älter als Flottmann, ist der Turm an der Seitenlinie. Gleiches gilt auch für Linksverteidiger Angelo Langer, der 29-Jährige soll beim SCP im Fokus stehen. Man wird sehen, ob das nur das übliche Ballyhoo ist, der Versuch, einen Hauch von Unruhe beim Gegner zu erzeugen, oder wirklich etwas dran ist.

Rödinghausens Linksverteidiger Angelo Langer (l.) soll sich in den Fokus von Preußen Münster gespielt haben. Foto: Imago/Brauer-Fotoagentur

Fest steht nur eines: Rödinghausen wird für den SC Preußen – wie immer – eine hart zu knackende Aufgabe werden.

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