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Fußball: Regionalliga West

Preußens Saison steht in Essen auf dem Spiel

Münster

Für Preußen Münster hat die Partie fast schon Final-Charakter. Verlieren verboten lautet die Losung des Fußball-Regionalligisten vor dem Gastspiel am Sonntag bei RW Essen vor 10 000 Zuschauer – 800 aus Münster. RWE ist dabei seit 21 Spielen ungeschlagen, Münster seit 13 Partien.

Von Alexander Heflik

Auf seine Dynamik werden die Preußen auch in Essen setzen: Nicolai Remberg (Mitte) setzt sich gegen Zlatko Janjic durch. Foto: Jürgen Peperhowe

Dann wurde es ganz still. Rund um Preußen Münster. Aber auch rund um RW Essen. Wie im Auge des Orkans, wo angeblich nichts zu hören, der tobende Wind nicht zu spüren ist. Die Ruhe vor dem Sturm. Zwischen „Ylenia“, die in der Wochenmitte über das Land zog, und „Zeynep“, der zum Wochenende meteorologische Unruhe stiftet, bereiteten sich die Clubs auf den Westschlager vor.

Sonntag um 14 Uhr im Stadion an der Hafenstraße wird es zu diesem vermutlich tosenden Gipfeltreffen der Regionalliga West kommen. Wobei schwer vorstellbar ist, dass das Spielfeld auch nur ansatzweise in einem akzeptablen Zustand sein kann. Vielleicht bekommen das Bundesligisten hin, die mit einer Armee von Greenkeepern die Spielfelder bearbeiten, den Rasen millimetergenau zurechtstutzen und jeden Grashalm mit Rotlicht bestrahlen, damit er auch bei minus 15 Grad wächst.

Preußen und Essen halten lange dicht

Essen erwartet Münster, personelle Wasserstandsmeldungen blieben lange gänzlich aus. Fast schon alibimäßig wurden die Dauerverletzten genannt, aber keine Spieler mit Blessuren oder erkrankte Akteure, möglicherweise sogar Corona-Patienten. Und wo war Essens Trainer Christian Neidhart in dieser Woche? Echt keine Positiv-Patienten zum Ende der Omikron-Welle? Auf keiner der beiden Seiten? Die Geheimniskrämerei war auf einmal riesengroß. Pssst, Verschlusssache.

Gegner-Check:
RW Essen

Neidhart hatte das Virus erwischt, er hatte Symptome, das Training bei RWE leitete Lars Fleischer. Comeback auf der Bank am Sonntag? Völlig offen, die Quarantäne des RWE-Coach könnte am Samstag enden.

So oder so. Wenn am Sonntag der 31 Jahre alte Christian Scheper aus Emstek bei Cloppenburg das Spiel leiten wird, dann wartet wohl ein schwerer Job auf ihn. RWE hat er schon drei Mal gepfiffen, zuletzt beim 0:0 gegen Wiedenbrück, der SCP ist für Scheper Neuland.

RW Essen in bester Ausgangslage

Die Ausgangslage ist dabei für Essen komfortabeler, 21 Spiele ohne Niederlage erhöhen zwar die Wahrscheinlich, dass RWE mal wieder fällig wäre für eine Niederlage. Aber warum ausgerechnet gegen den SCP, der aber seit 13 Partien nicht mehr verloren hat? Klar ist, auch wenn rechnerisch noch nicht beschlossen und verkündet, im Falle eine Niederlage ist der SCP raus aus dem Aufstiegsrennen. Essen kann auch mit einem Remis leben und das Fünf-Punkte-Polster konservieren.

Natürlich wird keine Seite mit einem Unentschieden kokettieren. Die wesentlichen Unterschiede zwischen Essen und Münster sind dabei eindeutig. RWE gewann zehn Punktpartien mit einem Tor Unterschied, der SCP nur sechs – spricht für die Last-Minute-Mentalität des Tabellenführers. Und Essen holte aus den bisherigen Partien gegen die als Aufstiegsaspiranten geltenden Vereine aus Wuppertal, Münster, Oberhausen sowie Fortuna Köln 13 von 15 Punkten. Der SCP sammelte nur vier von zwölf Zählern in diesen Begegnungen.

Preußens Hypothek aus dem Hinspiel

Aber was Essen und Münster wirklich trennt, außer den 80 Kilometern zwischen den Arenen, ist das Hinspiel. Münsters fulminante erste Hälfte und ein 2:0-Pausenvorsprung warfen Essen nicht aus der Bahn. Drei Treffer der Gäste drehten die Begegnung. Die Preußen werden das besser machen müssen, ein Unentschieden am Ende des Tages wäre fast schon zu wenig. Zeit zur Einkehr, zur Ruhe, zur Konzentration war genug. In dieser Partie steht die komplette Saison auf dem Spiel. Es dürfte stürmisch werden...

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