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Fußball: Regionalliga West

„Wir müssen noch viel arbeiten“: Klarer Preußen-Sieg mit Makeln

Münster

Ein kurzer Schocker, dann die richtige Reaktion: Preußen Münster hat beim Auftaktsieg gegen Wattenscheid – na klar – noch Luft nach oben gehabt. Aber es wird deutlich, wo die große Stärke des Teams liegen könnte.

Von Thomas Rellmann

Zwischendurch gab's Anlass zum Haareraufen bei Preußen-Coach Sascha Hildmann (l.), auch Assistent Louis Cordes wirkt hier nicht ganz zufrieden. Am Ende aber siegte Münster glatt mit 4:1 gegen Aufsteiger Wattenscheid. Foto: Jürgen Peperhowe

Dieser ganz kleine Schock zum Einstieg in die Saison könnte eine heilsame Wirkung entfaltet haben. Als Preußen Münster, immerhin Top-Favorit der Regionalliga, nach zwölf Minuten gegen Neuling SG Wattenscheid 09 in Rückstand geriet, mag manchem Besucher Böses geschwant haben.

Doch der Vizemeister, der angesichts einer fast zur Hälfte ausgetauschten Mannschaft noch nicht die Selbstverständlichkeit wie sonst aufs Feld brachte, durfte sich auf seine individuelle Qualität verlassen. Zudem spielte die Zeit gegen einen sehr mäßigen Gegner, bei dem die Kräfte schwanden, für den frisch wechselnden SCP.

„Schnelleren Spieler werden wir nicht sehen“

„Wir mussten uns erst finden, irgendwie reinkommen“, sagte Trainer Sascha Hildmann. „Wir haben uns schwergetan im Positionsspiel. Das 2:1 war Gold wert, nach der Pause war es dann eine klare Sache. Da hätten wir eins mehr machen können, auch wenn es schwer war, Lücken zu finden.“

Kapitän Marc Lorenz, der sein Team erstmals ins Preußenstadion führte, hob den Geist hervor: „Die Reaktion nach dem 0:1 war das Beste, da haben wir uns nicht hängen lassen. Der Wille war da, nur vielleicht teilweise zu viel davon. Da waren wir zu verkrampft, haben uns die Abwehr nicht zurechtgelegt.“

Der SCP hatte extrem viel Ballbesitz, auch ein paar Abschlüsse, aber wenig glasklare Szenen. Das Gegentor fiel nach einer zu niedrigen Lorenz-Ecke, doch die Absicherung von Shaibou Oubeyapwa war das Problem. Emre Yesilova schickte den pfeilschnellen Kim Sané auf die Reise, der cool abschloss (12.).

„Das darf nicht passieren. Wir haben uns da komplett falsch verhalten“, sagte Hildmann. „Einen schnelleren Spieler werden wir nicht mehr sehen in der Liga“, legte sich Verteidiger Alexander Hahn fest. Er sah bei einem Befreiungsschlag von Eduard Renke kurz vor der Pause nicht gut aus, als Sané erneut allen davongelaufen war, aber bedrängt von Simon Scherder an Max Schulze Niehues scheiterte (43.). Zweifellos eine Schlüsselszene. „Er hat da wieder unsere Haut gerettet“, lobte der Coach seinen Torwart.

Wooten überzeugt vor allem in Hälfte eins

Statt erneutem Rückstand führte Münster zur Pause. Jeffrey Malcherek brachte Yassine Bouchama zu Fall, Henok Teklab nutzte den Strafstoß (45.+2). So ging es halbwegs zufrieden in die Kabine, obwohl der SCP Mühe hatte. Das Highlight war bis dahin das 1:1 gewesen, als Scherder einen schönen Flachpass durchs Zentrum spielte, den Andrew Wooten mit echtem Torjäger-Instinkt verwertete. Ihm reichte eine Halbchance (12.).

Kommentar von Alexander Heflik: Da geht einiges

„Ich bin sehr glücklich über mein erstes Tor. Zum Glück sind wir ruhig geblieben“, sagte der US-Boy, der vor der Pause der gefährlichste Münsteraner war. Er suchte immer wieder den Abschluss und legte mit einem Doppelpass für Thomas Kok auch die erste Szene auf (6.).

Lorenz: „Das muss unser Anspruch sein“

Noch einseitiger wurde es dann nach dem Wechsel. Oubeyapwa traf erst mit einer Flanke die Latte (51.). Mit Darius Ghindovean und Manfred Kwadwo kam dann noch mal richtig Feuer in die Schlussphase. Lorenz sagte: „Die Bälle ins Zentrum wurden besser. Wir haben eben noch Klasse auf der Bank, da kam echt Schwung rein. Genau das muss der Anspruch sein.“

Neuzugang und Neu-Kapitän Marc Lorenz (2. v. l.) feiert nach dem Auftaktsieg mit den Preußen-Fans auf dem Zaun. Foto: Jürgen Peperhowe

Ghindovean (70.), Lorenz mit einem Freistoß, den Keeper Bruno Staudt parierte (75.), und Kwadwo per Kopf (77.) waren nah dran an der Entscheidung. Die besorgte dann Hahn nach einer Teklab-Ecke (79.). Ghindovean, den Kwadwo freigespielt hatte, legte per Lupfer sofort das 4:1 nach (81.) und traf kurz darauf sogar noch den Pfosten (84.). Der Außenseiter war stehend k.o. und hilflos der späten Spiellaune der Preußen ausgesetzt.

Trotzdem blieb Hildmann dabei: „Wir müssen schon noch viel arbeiten.“ Wenn trotzdem klare Siege das Resultat sind, fällt der Prozess zumindest leichter.

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