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Fußball: 3. Liga

Preußen Münster mit Rückenwind nach Großaspach

Münster

Preußen-Trainer Sascha Hildmann macht‘s wie alle Mitglieder seiner Zunft, er denkt nur von Spiel zu Spiel. Derzeit sind das durchaus überschaubare Zeiträume, gefühlt alle drei Tage wird ein Spiel angepfiffen. Zu wenig Zeit, um zwischendurch Druck abzubauen, dafür die sichere Gewähr, dass der Preußen Münster am Mittwochabend auch in Großaspach unter Hochspannung steht.

Ansgar Griebel

Ruhephasen auf dem Platz Fehlanzeige: Hektik und Action werden die Preußen wie hier gegen Unterhaching werden den Preußen den Rest der Saison als treue Begleiter zur Seite stehen. Foto: Jürgen Peperhowe

Es ist nur Sport, doch der sportliche Überlebenskampf bildet die Ausnahme zur Regel und rechtfertigt ausnahmsweise den Rückfall in die martialische Bildsprache, die rund um den Fußball eigentlich ausgemerzt und grundsätzlich auch fehl am Platze ist. Dennoch hat der SC Preußen Münster aktuell alle seine Geschütze in Stellung gebracht und kämpft an allen Fronten um seine Zukunft.

Während Vorstand und Präsidium im engen Austausch mit der Stadt Münster die Vorbereitungen für den geplanten und unabdingbaren Stadionumbau vorantreiben, beschreitet Geschäftsführer Malte Metzelder alle vertretbaren juristischen Wege, um die umstrittene und unausgewogene Saisonfortsetzung gegebenenfalls vor dem Sportgericht zu einem glücklichen Ende zu bringen. Doch der entscheidende Vorstoß bleibt Trainer und Mannschaft vorbehalten, die ganz im Sinne des Sports auf dem Rasen die Klasse zu halten versuchen – und derzeit auf einem sehr erfreulichem Weg sind.

Sechs von neun möglichen Punkten

Die Coronaserie bescherte den Mannen von Sascha Hildmann sechs von neun möglichen Zählern, der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze ist binnen kürzester Zeit geschafft worden. Das sorgt für kurzzeitige Erleichterung, erleichtert aber die kommenden Aufgaben nicht – im Gegenteil. Mit kämpferischen Auftritten überzeugten die Preußen gegen die beiden spielstarken Top-Teams aus München, verpassten mit etwas Pech einen Zähler gegen die „kleinen“ Bayern (2:3) und siegten mit etwas Glück gegen die Spielvereinigung Unterhaching (2:1).

Kreative Köpfe gefragt

An diesem Mittwoch jedoch bietet sich im Stadion mit dem verheißungsvollen Namen „WirmachenDruck-Arena“ in Großaspach ein gänzlich anderes Bild. Die Spieler vom Sonnenhof werden im Abstiegskampf kein preziöses Tiki-Taka abrufen, sondern sich mit Kernerarbeit die Chance auf den Klassenerhalt wahren wollen – gleichzeitig sind also bei den Preußen mehr als in den beiden Partien zuvor kreative Köpfe gefragt. Das könnten durchaus dieselben sein, die am Sonntag gegen Unterhaching vor allem ihre kämpferischen Qualitäten erfolgreich unter Beweis stellen konnten.

Grundausrichtung wird beibehalten

„An unserer Grundausrichtung werden wir nichts ändern“, hält Hildmann an Bewährtem fest. „Aber voraussichtlich werden wir schon längere Ballbesitzzeiten haben. Das soll aber auch kein Problem sein, wir haben genug spielstarke Aktive in unseren Reihen.“ Hildmann baut derzeit ausschließlich auf Männer für alle Fälle. Spezialistentum kann sich der SC Preußen bei dem Termingewitter nicht mehr leisten: Alle müssen ran – eine erste Elf allein kann diese Mammutaufgabe sicher nicht schultern. In den ersten drei Partien nach dem Neustart hat Hildmann das erweiterte Wechselkontingent nahezu optimal genutzt und 14 von 15 möglichen Wechseln durchgeführt, auch und vor allem, um bestmöglich Kräfte zu sparen.

Schnellbacher, Heidemann und Brandenburger nicht dabei

Am Dienstagmittag blieben neben dem gelbgesperrten Luca Schnellbacher auch Niklas Heidemann und Nico Brandenburger in Münster. Alle anderen sind Punkt zwölf Uhr mittags mit zwei Bussen zur nächsten Station auf dem Weg zum Klassenerhalt aufgebrochen.

Preußen Münster: Schulze Niehues – Scherder, Löhmannsröben, Steurer – Schauerte, Mörschel, Rodrigues Pires, Rossipal – Cueto, Königs, Litka

Gegnercheck: SG Sonnenhof Großaspach

Ausgangslage: Durch den jüngsten Dreier gegen Chemnitz – gleichzeitig die ersten Punkte in der Corona-Phase – hat die SG den Funken Hoffnung noch einmal am Leben erhalten, just bevor er zu erlöschen drohte. Damit steht Großaspach gegen Münster das nächste Alles-oder-Nichts-Spiel ins Haus. Aktuell hat das Team elf Zähler Rückstand zum rettenden Ufer, kommen am Mittwoch drei weitere dazu, werden sich die Kopfrechner zurückziehen und das Feld in Großaspach den Experten der (Un-)Wahrscheinlichkeitsrechnung überlassen.

Personal: Der Trainer hat die Qual der Wahl. 29 Spieler standen im Verlauf der Spielzeit bereits auf dem Platz, die überschaubaren 25 Saisontreffer – Minuswert in der Liga – verteilen sich auf immerhin elf Schützen. Einzige Konstante im SG-Team: Abwehrchef und Kapitän Julian Leist kommt auf 28 Einsätze und sieben Treffer.

Trainer: Hans-Jürgen Boysen hat die SG Ende Februar übernommen und zwei seiner bislang vier Punktspiele gewonnen. Das ist Meilen über dem Großaspacher Saisonschnitt. Dabei hat der Mann, der bereits im Dezember 2017 als Interimscoach in Großaspach an der Linie stand, nach Siegen gegen Chemnitz und Halle seine Liebe zum Osten entdeckt, fremdelt aber im Süden: Gegen die Bayern-Reserve und Unterhaching setzte es jeweils 0:2-Niederlagen.

Corona-Tendenz: Die Großaspacher Stimmungslage lässt sich in der Tabelle leicht ablesen. Der Vorletzte des Tableaus zählte zu den entschiedenen Gegnern der Fortsetzung der laufenden Spielzeit.

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