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Fußball: Regionalliga West

Preußen Münster schlägt den KFC Uerdingen mit 3:0

Münster

Im Gleichschritt: Preußen Münster und RW Essen schenken sich nichts an der Spitze der Regionalliga West. Der SCP siegte am Freitagabend gegen den KFC Uerdingen mit 3:0 und bleibt Tabellenführer vor RWE, das 3:1 gegen den FC Wegberg-Beeck gewann.

Von Thomas Rellmann und Alexander Heflik

Frühe Führung: Die Preußen jubeln über das 1:0 von Alexander Langlitz. Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster steuert auf den Matchball im Aufstiegskampf zu. Nein, eine Blöße gab sich der Tabellenführer nicht, warum auch? Der Ligaprimus der Regionalliga West gewann vor 11 081 frenetischen Zuschauern gegen den bereits feststehenden Absteiger KFC Uerdingen mit 3:0 (1:0). Ja gut, das benötigte schon Anlauf, aber nach dem Wechsel war das eine klare Sache für die Zöglinge von Trainer Sascha Hildmann. In Wiedenbrück am nächsten Freitag, am vorletzten Spieltag kann der SCP den Vorsprung auf RW Essen auf fünf Punkte ausbauen, ehe RWE am Samstag in Lotte gegen Rödinghausen antworten darf. Und möglicherweise, aber nur möglicherweise fällt die wichtigste aller Entscheidungen um Titel, Meisterschaft, Aufstieg und Rang zwei in Lotte. Kein Witz.

Fast schon ein schlechter Scherz war nur, vielleicht die einzige Schwäche des SCP: Innenverteidiger Marcel Hoffmeier, DJ Hoffi aus der SCP-Kabine, ließ zum Tanz mit der Fankurve „Doppel-Horn“ von Lorenz Büffel auflegen. Humpta, humpta, humpta. Partyzone Preußenstadion nach dem 3:0. „Das tut weh. Ich betrachte die Musik als Katastrophe“, sagte Trainer Sascha Hildmann. Um aber mit allem anderen mehr als einverstanden zu sein: „Wir hatten einen guten Start, wurden dann etwas hektisch. Das 2:0 war ein Knotenlöser.“

Er war happy, aber auch angespannt, der Druck ist zu spüren, er lastet tonnenschwer auf Hildmann. Aber der Mann aus der Pfalz hat ein breites Kreuz, und aktuell viele, viele Mitstreiter: „Die Fans haben uns getragen. Wir wussten, dass hier viel möglich ist. Wir sind noch nicht fertig.“

Startelf wie in Oberhausen

Münster gegen Uerdingen hätte sehr früh eine sehr einseitige Sache werden können. Bereits nach drei Minuten traf Alexander Langlitz technisch versiert nach schöner Kopfballablage von Gerrit Wegkamp zum 1:0. Dann hätten Jules Schwadorf (7.) und Nicolai Remberg (12.) gleich auf 2:0 erhöhen können. Doch nach dem ersten Angriffsschwung hielt sich Uerdingen wacker. Das mit dem Verteidigen klappte meistens. Die Preußen hatten den Fuß vom Gas genommen, und die Begegnung beruhigte sich.

Kein Feuerwerk, kein Sturmlauf des Tabellenführers, der SCP wartete ab, hatte durch Henok Teklab einen Weitschuss (26.), forderte wenige Momente später Elfmeter nach einem Tackling von Jesse Sierck an Langlitz. Dann war da noch Wegkamps Kopfball auf die Latte (39.). Mal wieder ein Chancenplus für die Adlerträger, allerdings nicht in der erwarteten Größenordnung.

Drei Fragen an: Henok Teklab

Das war eine gefährliche Gratwanderung, der ganz große Druck fehlte, obwohl die Gäste durch Levan Kenia (19.) und Abdul Fesenmeyer (42.) mit zwei dünnen Chancen wenig Gefahr ausstrahlten. Zur Pause ein unsicheres 1:0, während RW Essen gegen den FC Wegberg-Beeck schon mit 2:0 führte, später 3:1 siegte. Ein Ohr hörte mit, was da an der Hafenstraße geschah. Von der Supershow der Preußen beim 3:0 in Oberhausen vom Sonntag war derweil einiges verflogen.

Die Gäste übernahmen nach dem Wechsel sogar etwas die Regie, pressten hoch. Ein gewisser Nervfaktor war da. Bis Henok Teklab kam. Nach 54 Minuten dribbelte er auf der linken Seite an, zog ab, der Ball trudelte durch den Krefelder Strafraum – und am langen Pfosten ins Tor. War doch einfach, ganz einfach. 2:0 für die Preußen, mehr als die halbe Miete war das für diesen Abend. Münster stand auf, applaudierte, tanzte, jubelte. Der eingewechselte Manuel Farrona Pulido erhöhte auf 3:0, sein Freistoß-Kunstschuss segelte ins Tor – wenn das so gewollt war, toll, wenn nicht, dann störte das keinen einzigen.

Cramer und Bäumer Tribünengäste

Alles klar an der Hammer Straße, der SCP hatte die Dinge geregelt, kein Gegentor kassiert, sich den Gegner im Stile einer Klasse-Elf zurecht gestellt.

Und nun? Münster ist weiterhin auf Platz eins, freitags in Wiedenbrück steht eine ungleich schwerere Aufgabe an. Der Weg in die 3. Liga ist sperrangelweit offen. Es liegt einzig und allein an den Preußen. Es ist ganz einfach, und es bleibt so brutal schwer. Aufstiegskampf ist eine Sache am Rande des Wahnsinns. Nur nicht den Kopf verlieren, jetzt nur nicht den Kopf verlieren.

Kommentar: Der Geist von 2011

Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Ziegele, Hoffmeier, Hemmerich – Kok – Remberg, Schwadorf (68. Ghindovean) – Langlitz (62. Farrona Pulido), Wegkamp (68. Bindemann), Teklab.

Uerdingen: Jovic – Kadiata, Brdaric, Sierck, Prodanovic – Neiß, Fladung (77. Catno Nielsen), Baba (89. Yun), Kenia (77. Atsina) – Fesenmeyer, Jensen.

Tore: 1:0 Langlitz (3./Kopfballablage Wegkamp), 2:0 Teklab (54./keine Vorarbeit), 3:0 Farrona Pulido (73./ Freistoß direkt). - Zuschauer: 11 081. - Gelbe Karten: - / Sierck, Baba.

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