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Fußball: Regionalliga West

Preußen-Niederlage gegen Almelo – Sorgen um Remberg

Billerbeck

Preußen Münster hat es im fünften Testspiel erwischt. Der Fußball-Regionalligist unterlag mit 1:2 (1:1) in Billerbeck gegen Heracles Almelo. Schlimmer als die Niederlage wiegt allerdings die Verletzung von Mittelfeldspieler Nicolai Remberg, der sich möglicherweise eine Fraktur an der Schulter zugezogen hat – und damit beim Saisonstart am 23. Juli gegen Wattenscheid fehlen dürfte.

Von Alexander Heflik

Nicolai Remberg verlässt den Platz in Billerbeck, SCP-Coach Sascha Hildmann erkundigt sich nach der möglichen Schulterverletzung des Mittelfeldakteurs. Foto: Johannes Oetz

Die Niederlage, die erste im fünften Testspiel, wäre zu verschmerzen gewesen. Dieses 1:2 (1:1) gegen den niederländischen Zweitligisten Heracles Almelo wäre als lehrreich verbucht worden. Doch dann musste Trainer Sascha Hildmann, noch im Hochgefühl eines gelungenen fünftägigen Trainingslagers, wieder mal feststellen, wie schnelllebig Fußball sein kann. Alexander Langlitz verzichtete lädiert beim Warmmachen auf einen Einsatz, dann ging Henok Teklab mit Oberschenkelbeschwerden nach einer halben Stunde bereits vom Spielfeld runter, ehe es den sowieso erst in der zweiten Hälfte eingewechselten Nikolai Remberg erwischte.

„Das sieht schlecht aus“, war Hildmanns erste Reaktion in Bezug auf Remberg. Würde sich eine Fraktur im Schulterbereich bestätigen, wäre Remberg die nächsten Wochen raus. In der Vorsaison erwischte es Schalke-Heimkehrer Lukas Frenkert an der Schulter – er fehlte dann volle drei Monate. Remberg, eher der Typ unkaputtbar, verabschiedete sich gefrustet zur weiteren Untersuchung.

Niemeyers Puzzle

„Das tut weh“, sagte auch Sportchef Peter Niemeyer, der plötzlich wieder vor einem Personalpuzzle steht. Rembergs Ausfall wäre der eines Schlüsselspielers, eines aggressiven Anführers. Dazu kommt in der Mittelfeldzentrale die Unsicherheit über das Comeback von Dennis Daube nach seinem Kreuzbandriss vor zehn Monaten. Defensiv-Allrounder Lukas Frenkert, den es nach der Schulter in der Vorsaison nun am Sprunggelenk erwischt hat, wäre eigentlich der Backup für Alexander Langlitz. Zu letztgenannter Position sagt Niemeyer: „Wir wollten in unserem Kader ja auch jüngeren Spielern Möglichkeiten geben.“ Sagt er und meint Joel Amadi und vor allem Kevin Schacht, die nach der Pause ihre Sache tatsächlich sehr ordentlich gegen Almelo bewältigten. Für Daube kommt der vereinslose Dennis Grote in Betracht, es hat Gespräche gegeben, und eine Verpflichtung liegt nun näher als ein zweites Scheitern eines Transfers wie im Winter. Doch möglicherweise ändert die Schwere der Remberg-Verletzung die Statik in diesem Puzzle. Keine einfache Aufgabe für Niemeyer, möglicherweise werden die Bulletins seine Entscheidung gravierend beeinflussen.

SCP vergibt zu viele Chancen

Sportlich betrachtet war der vorletzte Test vor dem Saisonstart am 23. Juli gegen Wattenscheid vor allem vor der Pause vielversprechend. Der SCP beantwortete den 0:1-Rückstand durch Sinan Bakis (12.) nach 21 Minuten mit einer Direktabnahme durch Andrew Wooten nach Ecke von Marc Lorenz. Einzig die mal wieder schwache Chancenverwertung verhinderte eine Führung. „Wir hätten zwei, drei Tore mehr schießen müssen“, meinte Hildmann. Henok Teklab und Andrew Wooten ließen einiges liegen.

Hildmann „sauer“ auf Ghindovean

Nach dem Wechsel zog sich ein Spieler der Preußen Hildmanns Zorn zu. Darius Ghindovean sah nach einem Foulspiel die gelb-rote Karte. Das hat keine Auswirkung für die nächsten Spiele, aber für den Trainer intern dann doch: „Ich hatte ihm noch in der Pause gesagt, dass er sich verbal zurückhalten sollen. Der kriegt von mir noch einen auf den Deckel.“ Ghindovean sah die Gelbe Karte für das Foulspiel, beschwerte sich und wurde mit der zweiten Verwarnung vom Feld geschickt.

Wobei in der gerade von den Niederländern oft ruppig geführten Partie der Schiedsrichter nicht gerade zur Beruhigung der Lage beitrug. Hildmann: „Das war das Paradebeispiel dafür, wie ein Schiedsrichter ein Spiel kaputt machen kann.“

Intensiv und umkämpft

Es war eine intensive Partie, nicht immer hochklassig, mit Aufs und Abs auf beiden Seiten. „Die Härte war gut, das war nicht anders als in einem Punktspiel“, konnte Münsters niederländischer Mittelfeldspieler Thomas Kok dieser Herangehensweise eine Menge abgewinnen. Münster spielte gut 40 Minuten in Unterzahl, verteidigte dabei geschickt und hatte auch noch gute Offensivaktionen. Dass es am Ende ein 1:2 wurde, lag an dem tollen Drehschuss von Emil Hanssons (82.), gegen den SCP-Keeper Tom Müller keine Chance hatte. Rein sportlich betrachtet wäre in Billerbeck alles in Ordnung gewesen, aber die Nebengeräusche stören gewaltig.

Münster (1. Halbzeit): Schulze Niehues – Koulis, Scherder, Hahn, Lorenz – Ghindovean, Kok, Deters – Oubeyapwa, Wooten, Teklab (32. Kwadwo).

Münster (2. Halbzeit): Müller - Amadi, Scherder, Koulis, Schacht – Remberg (70. Kloth), Ghindovean, Bouchama – Bindemann, Wegkamp, Kwadwo.

Tore: 0:1 Bakir (12.), 1:1 Wooten (21.), 1:2 Hanssons (82.). – Gelb-rote Karte: Ghindovean (52.)

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