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Fußball: Regionalliga West

Preußen scheinen bestens präpariert für die nächste Stufe

Münster

Die zu Ende gehende Serie ist ein langer Vorlauf für die nächste. In der geht es für Preußen Münster um einen Angriff auf die Spitze. Die Entwicklung, die mit dem Westfalenpokalsieg am Samstag einen kleinen Höhepunkt fand, zeigt in die richtige Richtung. Auch weil junge Spieler einen Schritt nach vorn gemacht haben.

Von Thomas Rellmannund

Marcel Hoffmeier (r.) ist zum Aufbauspieler aus dem Abwehrzentrum gereift. Foto: Jürgen Peperhowe

Mitten in die fröhlich-ausgelassene Stimmung nach dem Westfalenpokal-Triumph gegen die SF Lotte sagten zwei Führungsspieler der Preußen kluge Dinge. Abwehrchef Simon Scherder merkte an, „dass wir uns diesmal weitaus mehr Druck als sonst gemacht haben“. Klar, anders als in der Meisterschaft ging es um eine Menge. Den Pott wollten die Münsteraner unbedingt, darauf hatten sie seit Ende April hingearbeitet. An dieser Stelle knüpfte Siegtorschütze Gerrit Wegkamp an. „Das war ein sehr guter mentaler Test mit Blick auf die nächste Saison. Darüber habe ich vorher mit ein paar Jungs gesprochen. In den letzten Monaten konnten wir ja immer befreit aufspielen.“

Die gerade zu Ende gehende Serie ist tatsächlich in vielen Augen nichts anderes als ein langer, langer Vorlauf auf die kommende – wenn es um die Wurst, sprich den Aufstieg geht. Nicht erst seit dem Pokalerfolg lässt sich festhalten, dass der SCP die Zeit gut nutzt. Die Entwicklung, die einzelne Akteure seit dem letzten Sommer genommen haben, aber auch die der gesamten Mannschaft, hat nicht nur das Vertrauen in Trainer Sascha Hildmann manifestiert, sondern dient als Basis für die Zukunft. „Bis auf eine kleine Schwächephase in der Hinrunde war das eine gute Spielzeit. Die Rückserie war schon sehr, sehr stark“, sagte Kapitän Julian Schauerte.

Hoffmeier ein echtes Pfunf

Gerade die junge Fraktion machte große Schritte nach vorn. Bestes Beispiel ist Marcel Hoffmeier, der aus der Not geboren vom Mittelfeldtalent der dritten Reihe zum Schlüsselspieler in der Innenverteidigung wurde. Wie der 21-Jährige Scherder in der Spieleröffnung entlastet, selbst einen bemerkenswerten Aufbau pflegt und zugleich Pressingversuche des Gegners ins Leere laufen lässt, ist ein echtes Pfund. Nicolai Remberg ist noch 20 und gehört neben Dennis Daube zu den zentralen Kräften. Er hat den vielleicht größten Sprung gemacht und strahlt Zweikampfcleverness und Laufbereitschaft aus. Zusammen mit dem derzeit verletzten Keeper Max Schulze Niehues, dem Zielspieler Gerrit Wegkamp als Bälle verteilende, Robustheit ausstrahlende und auch verlässlich treffende Spitze hat sich da eine echte Mittelachse gefunden, in die sich Schauerte und Top-Torjäger Alexander Langlitz auf der extrem routinierten rechten Seite gewinnbringend einzuordnen wissen. Dazu kommen Standardexperte Joshua Holtby, Jannik Borgmann (der die Kette erweitern kann), der überzeugende Ersatzkeeper Marko Dedovic, Neuzugang Thorben Deters oder das inzwischen natürlich umworbene Angriffstalent Deniz Bindemann. Verstärkungen sollen noch kommen. Die personelle Basis ist aber gelegt.

Sascha Hildmann

Noch mal zurück zur geistigen Standhaftigkeit. Hildmann räumte nach der Partie gegen Lotte ein: „Ich habe in der Kabine eine Anspannung gesehen, die ich so nicht kannte. Aber das fand ich super, dass es in diesem Endspiel anders war als sonst.“ Trotzdem gab er den Spielern mit auf den Weg: „Macht euch nicht so einen Stress, die Lockerheit darf nicht ganz verschwinden.“

Offenbar fand er Gehör. Am Ende schnappten sich seine Schützlinge die Trophäe. Wegkamps ausgerufenen Test hatten die Preußen wohl bestanden.

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