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Fußball: Regionalliga West

Preußen schlagen nach dem nächsten Sieg eher leise Töne an

Münster

Alle können rechnen, zählen reicht ja fast schon. Preußen Münster fehlt nicht mehr viel zum Aufstieg. Nach dem 3:0 gegen den KFC Uerdingen gaben sich die Protagonisten aber eher zurückhaltend.

Von Thomas Rellmann

Alexander Langlitz (2.v..r) feiert mit Nicolai Remberg (r.), Julian Schauerte (l.) und Henok Teklab nach dem Sieg über Uerdingen. Foto: Jürgen Peperhowe

Auf dem Rasen ist Alexander Langlitz giftig, robust, abgebrüht. Sein Auftreten neben dem Feld passt nicht so richtig zum Spielstil. Der Routinier von Preußen Münster mag eher die leisen Töne. Das zeigte sich auch nach dem 3:0 (1:0) gegen den KFC Uerdingen am Freitagabend, bei dem er die frühe Führung erzielt hatte. "Dass wir direkt drauf gehen, ist sowieso klar. Dass die erste Chance direkt sitzt, hatten wir ja schon öfter. Das ist ein tolles Gefühl und gibt Auftrieb." Kampfansagen? Kommen nicht vor.

Ansprüche auf die Meisterschaft wollte der 31-Jährige erst recht nicht ableiten. "Wir denken nur an Wiedenbrück", sagte er und erinnerte an den Drittliga-Aufstieg vor einigen Jahren mit den SF Lotte. "Das Umfeld war sicher etwas anders, aber in der Mannschaft haben wir es ähnlich gehandhabt. Da hatten wir immer ausschließlich die nächste Aufgabe im Kopf."

Keine Meinung zu anderen Themen

Mit dieser Betrachtungsweise liegt er voll auf der Wellenlänge von Coach Sascha Hildmann. Der war sonst selten um einen coolen Spruch verlegen, zügelt sich aber im Augenblick bewusst. Angespannt ist auch der Pfälzer, jetzt möchte er Platz eins nicht mehr abgeben. "Populismus liegt mir fern. Das wird auch so bleiben. Ich weiß, ich bin gerade langweilig. Aber ich beschäftige mich nur mit Dingen, die ich beeinflussen kann." Dazu zählt weder, dass Erzrivale RW Essen am nächsten Wochenende samstags gegen den SV Rödinghausen nachlegen muss, noch die Neuigkeit, dass der Tabellenzweite sein Auswärtsspiel in Lotte zu einem Heimspiel umwandeln darf. "Das ist null Thema, ich kann mich nicht drüber aufregen." Der Platz am Autobahnkreuz, so der Coach, sei aber inzwischen deutlich besser als vor zwei Monaten.

Sascha Hildmann

Die beiden Schlüsselspiele in Wiedenbrück und Lotte lagen natürlich nach dem souveränen SCP-Erfolg gegen die Krefelder auf dem Tisch. Hildmann sieht seine Elf für die hohe Hürde aber gewappnet. Zumal es personell weiter top aussieht. "Es ist jetzt egal, wer spielt. Es zählt nur das Kollektiv, nur Preußen Münster. Ich bin sehr stolz, dass sich da alle zurücknehmen und keiner in die erste Reihe drängt."

Im vorletzten Heimspiel hatte der SCP phasenweise Mühe, geriet aber kaum in Bedrängnis. "Uerdingen hat sich gewehrt und Charakter gezeigt, uns das Leben schwer gemacht. Aber darauf waren wir vorbereitet", so der 50-Jährige. "Nach der Pause wurden wir sehr dominant, das zweite Tor war wichtig."

Lob für die Fans

Die Unterstützung von den Rängen war wieder hervorragend, was besonders Hildmann jede Woche erwähnt. "Wir wussten, dass in Münster viel möglich ist. Wenn Erfolg da ist, kann es großen Spaß machen." Auch Langlitz vergaß die Fans nicht. "Es ist toll, dass die Leute kommen und honorieren, dass wir Großes schaffen können. Das ist eine schöne Bestätigung, dass alle immer ins Stadion wollen."

Sascha Hildmann mit neuem Kopfschmuck. Foto: Jürgen Peperhowe

Eine Gruppe "schmuggelte" sich im Anschluss sogar auf die Interview-Bilder. Hildmann gab mal wieder einem Anhänger seine Cap, offenbar im Gegenzug erhielt er eine Art Anglerhut mit der Aufschrift "West Boys", die er brav in den Katakomben trug. "Irgendwer will immer meine Mütze. Ist doch schön. Besser, als wenn sie keiner mehr haben möchte", lachte der Erfolgstrainer.

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