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Fußball: Westfalenpokal

Preußen-Sechser Klann setzt sich mit Verspätung in Szene

Münster

Der Ausfall von Dennis Daube traf die Preußen hart, mit seinem Kreuzbandriss wird er noch lange fehlen. Umso wichtiger also, dass Mittelfeldmann Dominik Klann immer besser in seine neue Rolle hineinwächst und seinen Trainer Sascha Hildmann zu überzeugen weiß.  

Von Thomas Rellmann

Dominik Klann besticht durch eine geschickte Zweikampfführung und intuitives Zulaufen von Löchern vor der Abwehr. Foto: Jürgen Peperhowe

Jeder würde es gut verstehen, wenn Dominik Klann von den ständigen Vergleichen mit Dennis Daube genervt wäre. Ist er aber nicht, und wer den defen­siven Mittelfeldspieler von Preußen Münster besser kennt, weiß, dass es auch nicht zu ihm passen würde, sich äußere Bewertungen und Betrachtungen zu sehr zu Herzen zu nehmen. „Wir haben eben eine ähnliche Position, und Dennis hat monatelang super gespielt. Ist doch klar, dass da eine Verbindung gezogen wird. Das gehört dazu. Aber ich versuche, da gar nicht drüber nachzudenken.“

Teil eines funktionierenden Kollektivs

Nun hat sich Daube vor fünf Wochen einen Kreuzbandriss zugezogen, der den SCP ins Mark traf. Der Routinier galt allenthalben als Schlüsselfigur. Zunächst versuchte Coach Sascha Hildmann auch aus taktischen Gründen, den Ausfall ohne Daube, sondern mit den offensiveren Varianten Joshua Holtby und Jules Schwadorf, dazu mit einer Dreierkette zu kompensieren. Der Ertrag war gegen Wuppertal und in Köln sehr dünn (ein Punkt). Gegen Düsseldorf II am Samstag und im Pokal in Lippstadt am Dienstag durfte Klann dann ran und war Teil eines funktionierenden Kollektivs. In der Liga agierte er neben Dauerrenner Nicolai Remberg im 3-4-3 im Zen­trum. „Ich sollte am Aufbau etwas defensiver beteiligt sein, also das, was Dennis auch gespielt hat“, erzählte der 22-Jährige nachher.

Zwölfeinhalb Kilometer als Empfehlung

Die Umsetzung: aller Ehren wert. Zwölfeinhalb Kilometer lief Klann beim 2:0. „Ein brutaler Wert“, so Hildmann, der sofort anmerkte, dass der stille Olfener „natürlich“ auch künftig eine wichtige Rolle einnehmen könne. In Lippstadt hieß sein Nebenmann Holtby – und Klann legte spielerisch noch mal zu. „Er wächst mit der Mannschaft, passt sich sofort an, setzt das Niveau sehr gut um“, sagte der Trainer. „Das freut mich wirklich sehr.“ In der Tat war das gesteigerte Selbstbewusstsein spürbar. Noch nicht in Form großer Sprüche, aber durch klarere Pässe, vermehrte Seitenverlagerungen und ordnende Gesten – oder auch mal ein notwendiges Foul.
Bis vor einer Woche hatte es Klann erst auf eine halbe Stunde Spielzeit in der Liga gebracht, im Pokal-Knaller gegen Wolfsburg wurde ihm A-Junior Noah Kloth in der Verlängerung vorgezogen, nach Daubes Pech war er eben auch nicht sofort erste Wahl. Es spricht für seinen Charakter, dass er sich von persönlichen Enttäuschungen nicht aus der Bahn werfen ließ. Hildmann kam in all der Zeit sowieso nie ein schlechtes Wort über die Lippen. Ist der Sechser also bald Stammspieler? „Klar würde ich mir das wünschen“, sagt der Jungprofi. Wenig spricht dagegen.

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