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Fußball: Regionalliga West

Preußen springen in Wegberg-Beeck mit reifer Leistung an die Spitze

Wegberg

Preußen Münster hat seinen glänzenden Lauf in der Frühphase der Saison erneut bestätigt und 4:0 (1:0) beim FC Wegberg-Beeck gewonnen. Der Lohn für einen starken Vortrag war die erste Tabellenführung der jungen Saison.

Von Thomas Rellmann

Der Jubel nach dem ersten Tor: Henok Teklab, Thorben Deters und Gerrit Wegkamp gratulieren Nicolai Remberg (v.l.). Foto: Jürgen Peperhowe

Auf einmal war der Weg an die Spitze frei. Nach den Punktverlusten der Konkurrenz am Samstag hatte Preußen Münster die Chance auf Platz eins – und griff beherzt zu. Mit dem 4:0 (1:0) beim FC Wegberg-Beeck nisteten sich die Adler dort ein, wo sie auch im Mai 2022 gern stünden, und merzten zugleich die enttäuschende Ausbeute der vergangenen Serie gegen diesen Underdog (0:0, 1:2) aus. Die bestechende Frühform ist nun tabellarisch noch mehr unterlegt. Minimale Schwächephasen vor und nach der Pause blieben ohne Auswirkung. Insgesamt war es ohnehin wieder ein überaus runder und seriöser Auftritt.

Fand auch Coach Sascha Hildmann. „Solche Spiele sind die schwierigsten. Der Gegner steht massiert, wartet nur auf Fehler. Aber wir hatten alles im Griff“, so der Pfälzer. Sein bester Schützling, Nicolai Remberg, merkte zurecht an: „Wie hart es hier sein kann, haben wir ja schon erfahren müssen.“

Nicolai Remberg sorgt für die Initialzündung

Zum dritten Mal in der englischen Woche trat der SCP mit derselben Formation an. Bei allem Ballbesitz galt es, hinten keine offene Flanke für Konter zu bieten. Genau diese Haltung legte der Gast im Rückwärtsgang an den Tag – und belohnte sich schnell mit einem herausragenden Treffer. Geradezu leichtfüßig wurde die Deckung der Hausherren ausgespielt. Remberg gab die Initialzündung, spielte Doppelpass mit Thorben Deters, war dann frei vor Torwart Stefan Zabel und nagelte die Kugel unter die Latte (13.).

Die Überlegenheit hätte kaum deutlicher ausfallen können, auch wenn Henok Teklab nach klugem Chip von Dennis Daube nicht die ideale Fußhaltung bei seiner Direktabnahme hatte (25.). Doch nach einer halben Stunde hätte das Resultat beinahe auf dem Kopf gestanden. Auf rutschigem Boden zog Meik Kühnel aus 25 Metern ab und zwang Keeper Max Schulze Niehues zu einer Glanztat mit den Fingerspitzen. Er lenkte den nassen Ball so gerade noch an die Latte. Der FC fand in dieser Phase besser rein.

Zur Pause kam Joshua Holtby gegen seinen Ex-Club für den angeschlagenen Teklab aufs Feld, wo er Jules Schwadorf auf der Halbposition ablöste, weil der auf den linken Flügel ging und Deters von dort nach rechts wanderte. Münster hatte jetzt wieder mehr Kontrolle, doch die erste Gelegenheit gehörte dem Gastgeber durch den Fernschuss des starken Norman Post (53.). Der Boden wurde tiefer, die Zweikämpfe unfairer, die Hektik größer. Beste Bedingungen für den Außenseiter eigentlich, die Preußen mussten wachsam sein. „Es war der Moment, als es kippen konnte. Die Wegberger wurden aggressiver, aber wir haben ihnen den Stecker gezogen“, so Hildmann.

Und wie: Das 2:0 war eine kleine Erlösung: Holtby legte links raus zu Schwadorf, dessen flache Hereingabe den in der Mitte völlig freien Gerrit Wegkamp erreichte. Der Angreifer vollendete cool ins lange Eck (65.). Den Mittelrheinern war der Zahn gezogen. Endgültig war die Nummer durch, als Schwadorf nach Simon Scherders Steilpass an Zabel hängen blieb, aber Deters mit seinem dritten Saisontor den Abpraller verwertete (68.). Satt war kein Münsteraner mit diesem Ergebnis. Neuling Luke Hemmerich, gerade eingewechselt, sowieso nicht. Er nahm am Sechzehner eine abgewehrte Holtby-Ecke volley und steuerte so das zweite Traumtor des Tages bei (73.). „Das tat gut nach so langer Zeit. Ich habe gedacht, ich muss jetzt mal ein Pfund ablassen und habe einfach draufgeknallt.“

Hildmann betonte: „Wichtig ist, dass wir positiv bleiben, klar im Kopf sind. Selbst bei einer Zermürbungstaktik gibt es keinen Grund, nervös zu werden.“ Erst recht nicht mit dieser Effizienz.   2:0, 3:0, 4:0 – das ging dann doch zackzack. Deters (75.), Scherder und Jannik Borgmann (76.) sowie Hemmerich (86.) hätten es noch klarer aussehen lassen können.
„Es gibt wenig zu beanstanden. Wir haben eiskalt die Tore gemacht und sind ruhig, geduldig geblieben“, sagte Scherder. Im Stile eines Tabellenführers eben.

FCWB: Zabel – Hühne, Leersmacher, Meurer – Hoffmanns, Weggen, Kühnel Post – Fehr (60. Abdelkarim), Benteke (81. Kleefisch), Bach (74. Sopo)

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Hoffmeier, Borgmann – Daube – Remberg (76. Klann), Schwadorf (69. Hemmerich) – Teklab (46. Holtby), Wegkamp (73. Dahlke), Deters

Schiedsrichter: Fasihullah Habibi (Duisburg) – Tore: 0:1 Remberg (13.), 0:2 Wegkamp (65.), 0:3 Deters (68.), 0:4 Hemmerich (73.) – Zuschauer: 780 – Gelb: Bach, Fehr / Deters

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