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Fußball: Regionalliga West

Preußen verlieren trotz Chancenplus in Paderborn

Münster

Der erste Test im Jahr 2022 endete für den SC Preußen Münster mit einer knappen Niederlage beim Zweitligisten SC Paderborn. Trainer Sascha Hildmann setzte 21 Akteure ein - und war vor allem mit Halbzeit eins zufrieden.

Von Thomas Rellmann

Preußens Manfred Kwadwo (rechts) kam gegen den SC Paderborn nach einer guten Stunde in die Partie - und absolvierte damit sein erst drittes Spiel für die Adlerträger. Nach Verletzungsmisere wartet er noch immer auf einen Pflichtspieleinsatz. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Marvin Thiel Mitte der zweiten Halbzeit Frederic Ananou am Mittelkreis abräumte, sprach Referee Florian Exner ein paar strenge Worte. „In der Liga wäre das ganz sicher Gelb gewesen“, sagte er zum Verteidiger von Preußen Münster und lächelte dann doch.

Nix passiert – trotzdem zeigte auch diese Szene, dass Testspiele manchmal anders bewertet werden als Meisterschaftspartien. Die Adler waren nach dem ersten Kick des Jahres beim Zweitligisten SC Paderborn aber vor allem froh, dass sie Wettkampfbedingungen simulierten. Die 0:1 (0:0)-Niederlage schmälerte die guten Eindrücke nur bedingt.

Paderborn verzichtet auf viele Top-Spieler

„Eine absolut ansprechende Leistung“, fand Trainer Sascha Hildmann. Ein Chancenplus hatte sein Team ohne Zweifel, gerade vor der Pause auch mehr Spielanteile. Sie bewegte sich auf Augenhöhe mit dem Zweitligisten, auch wenn der ohne die meisten Top-Spieler antrat, nachdem es tags zuvor bereits eine Begegnung beim Drittligisten SC Verl (2:0) gegeben hatte.

„Wir haben versucht, früh zu stören, hätten aber bei den Ballgewinnen vorne noch etwas ruhiger agieren können“, befand der Coach, der in großen Teilen seine Stammelf der ersten Saisonhälfte aufs Feld schickte. In der Spitze begann Alexander Langlitz, weil Gerrit Wegkamp und Jan Dahlke ja noch nicht wieder fit sind. Neuzugang Lukas Frenkert erhielt links in der Viererkette den Zuschlag.

Bindemann kommt rein und dreht auf

Die ersten Abschlüsse hatten Langlitz (6.), Nicolai Remberg (12.) und Frenkert (13.). Das aus Gelsenkirchen zurückgekehrte Eigengewächs setzte zudem einen Kopfball nach Ecke von Manuel Farrona Pulido ganz knapp drüber (28.). Die Hausherren wurden nur über Marvin Cuni gefährlich, dessen abgefälschter Schuss vorbeiflog (26.) und der frei vor Keeper Max Schulze Niehues hängen blieb (34.).

Auch nach der Pause war es der schlaksige Angreifer, der Münster Kopfzerbrechen bereitete. Der wie fünf Kollegen zur Pause gekommene Thiel grätschte ihn in letzter Sekunde ab (50.), Schulze Niehues klärte herauseilend in höchster Not (57.). Zudem klatschte ein Freistoß von Marco Stiepermann ans Lattenkreuz (69.).

Dann schlug die Stunde von Deniz Bindemann, der sich immer besser einbrachte. Erst bediente er zweimal Henok Teklab uneigennützig (56., 59.), dann suchte der Youngster selbst vermehrt den Weg zum Tor, hatte aber nicht das nötige Glück (70., 73., 75.). Das galt erst recht für seinen Kopfball an die Latte nach einer Flanke von A-Junior Maxim Schröder (77.). „Es ist gut, dass er diese Szenen hat“, sagte Hildmann.

Hildmann: "Zweite Halbzeit war etwas wild"

Das Tor des Tages gelang dann aber doch dem anderen SCP. Stiepermann bediente mit einem Geistesblitz Kelvin Ofori, der allein vor Schulze Niehues beim 1:0 cool blieb (81.). Manfred Kwadwo, einer von fünf weiteren im Laufe des zweiten Durchgangs gekommenen Akteuren, hätte noch ausgleichen können, war aber zu zögerlich (86.).

Drei Fragen an Deniz Bindemann

„Die zweite Halbzeit war etwas wild mit all den Wechseln“, sagte der Preußen-Trainer. „Aber wir haben uns wieder ein Stück Selbstvertrauen geholt. Ich habe gesehen, dass die Prozesse da sind, aber natürlich probieren wir auch noch ein bisschen.“

Rückschlüsse auf das Rennen um die Startplätze wollte der 49-Jährige noch nicht zulassen. „Natürlich sind die Leistungen der Vorrunde auch ein Kriterium, aber die erste Elf war das noch nicht.“ Das Spiel in Paderborn zeigte so oder so erneut, dass der Viertligist trotz mehrerer Ausfälle ausgeglichen besetzt ist und reagieren kann.

Preußen: Schulze Niehues - Schauerte (62. Mause), Scherder (46. Ziegele), Hoffmeier (46. Borgmann), Frenkert (46. Thiel) - Klann (62. Kloth) - Remberg (62. Di Pierro), Deters (46. Holtby) - Teklab (62. Schröder), Langlitz (46. Bindemann), Farrona Pulido (62. Kwadwo)

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