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Fußball: Regionalliga West

Preußens Routinier Alexander Langlitz: „Ein Verein wie Münster ist immer ein Favorit“

Münster

Am Samstag starten die Fußballer des SC Preußen Münster in die neue Regionalliga-Spielzeit. Routinier Alexander Langlitz geht ins zweite Jahr beim Adlerclub und freut sich auf eine spannende Serie und die Fans im Rücken.

Von Thomas Rellmann

Münsters Allzweckwaffe in der Offensive: Alexander Langlitz Foto: Wilfried Hiegemann

Als Alexander Langlitz im vergangenen Sommer von den SF Lotte zu Preußen Münster zurückkam, waren die Stadien leer. Das besserte sich im Saisonverlauf kaum. Bitter für den inzwischen 30-Jährigen. Denn er avancierte nicht nur überraschend zum Top-Torjäger, sondern hat mit seiner giftigen und emotionalen Spielweise das Zeug zum Publikumsliebling. Im Pokal-Hit gegen den VfL Wolfsburg feierte ihn die Gegengerade für zahlreiche Aktionen. Im Interview spricht der Rechtsfuß, der eigentlich als Außenverteidiger geholt wurde, aber seit Herbst 2020 den offensiven Flügel besetzt, über die am Samstag beginnende zweite Regionalliga-Serie für ihn und den SCP.

Die Fans sind zurück. Wie sehr wertet das Ihren Beruf wieder auf?

Langlitz:: Für mich ist es ja zum ersten Mal bei Preußen, dass ich das erleben darf. Ich freue mich total. Dafür sind wir ja Fußballer geworden.

Können die Emotionen auf den Rängen zum Vorteil werden oder droht in schwierigen Phasen auch zusätzlicher Druck, wie ihn Ihr Ex-Verein RW Essen früher ja schon spürte?

Langlitz:: Ich glaube, unsere Fans sind etwas sensibler. Sie haben ein gutes Gespür und wissen, wenn es um alles geht. Sie verzeihen uns auch mal technische Fehler.

Was wird sportlich das große Preußen-Plus?

Langlitz:: Es sind so viele Jungs aus der letzten Saison geblieben, daher brauchen wir keine Eingewöhnungszeit. Aber wir müssen nach der kleinen Sommerpause beweisen, dass wir uns im Vergleich zur vergangenen Spielzeit weiterentwickeln.

Kommt es denn zum großen Zweikampf mit RWE?

Langlitz:: Keine Ahnung. Wir fahren nicht schlecht damit, nur auf uns zu schauen und die Rückrunde der letzten Saison fortzusetzen.

In den Umfragen war der SCP nach der starken zweiten Halbserie und der erfolgreichen Vorbereitung sogar Top-Favorit für einige Trainer.

Langlitz:: Ein Verein wie Preußen ist fast in jedem Spiel Favorit. Das ist jetzt nicht anders. Wir müssen sowieso den Anspruch haben, jede Partie zu gewinnen. Die externe Erwartungshaltung spielt keine Rolle.

Ist die Liga stärker oder schwächer als im Vorjahr?

Langlitz:: Das Niveau dürfte ähnlich sein. Es gibt weiter eine Reihe halbprofessioneller Mannschaften, die in der Regel nur abends trainieren. Das merkt man auf Strecke schon, das zeigt ja die Tabelle auch regelmäßig. Aber in einem Spiel ist alles möglich, da sind die Vereinsstrukturen egal. Die Erfahrung haben wir ja auch gemacht.

In der Rückrunde haben Sie frei aufgespielt. Jetzt erwartet jeder, dass Preußen mindestens bis zum Ende im Titelrennen ist. Kann der Druck auch lähmen, wie im zähen Westfalenpokal-Finale gegen Lotte zu beobachten war?

Langlitz:: Das lässt sich nicht vergleichen. Ein Endspiel ist immer speziell. Das Gute ist, dass wir in der Meisterschaft Fehler auch wieder gutmachen können. Und gegen Lotte haben wir am Ende ja auch gewonnen.

Sie sind nicht nur vom Alter her, sondern auch vom Typus und von der Leistung ein Führungsspieler. Wie üben Sie die Rolle aus?

Langlitz:: Ich versuche in der Tat, vor allem mit Leistung voranzugehen, andere mitzureißen und auch im Training immer regelmäßig da zu sein.

Müssen Sie sich als Routinier manchmal zwingen?

Langlitz:: Nein, ich bin so. Das passiert organisch.

Was geben Sie jüngeren Spielern mit?

Langlitz:: Dass man Gas geben muss, auch wenn es nicht läuft, dass man immer weiter an sich arbeiten muss, selbst wenn man mal auf der Bank sitzt. Das habe ich auch alles erlebt. Da hilft es nicht, sich zu verstellen oder zu grummeln.

Preußen hat inzwischen extrem viel Erfahrung. Sie sind ja nicht der Einzige in Ihrem Alter ...

Langlitz:: Erfahrung ist immer gut, zumindest gepaart mit der körperlichen Fitness. Aber die ist bei uns allen vorhanden. Das hat man ja schon letzte Saison gemerkt. Ich finde jedenfalls, dass ich in einem Alter bin, in dem ich genau weiß, was ich machen kann und was nicht.

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