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Fußball: Regionalliga West

„Kaansinn“ an der Tabellenspitze – und zwei Ex-Preußen mittendrin

Münster

Überraschung in der Regionalliga West: Die Topteams heißen 1. FC Kaan-Marienborn und 1. FC Düren – zwei Oberliga-Aufsteiger. Beim „Kaansinn“ in Siegen mischen zwei Ex-Preußen mit. In Düren sorgt Torjäger Marc Brasnic für Furore.

Von Alexander Heflik

In der Erfolgsspur beim Aufsteiger: Preußens Ex-Kapitän Julian Schauerte (rechts) ist mit dem 1. FC Kaan-Marienborn aktuell Regionalliga-Erster. Foto: Imago/Fotostand

Das hat es in den letzten zehn Jahren der Regionalliga West so nicht gegeben. Zwei Aufsteiger mit dem 1. FC Kaan-Marienborn und dem 1. FC Düren führen die Spielklasse an. Beide Vereine sind ungeschlagen bei vier Siegen und einem Unentschieden.

Beide Clubs setzen eher auf erfahrene Spieler und Routine, in der Alters-Tabelle finden sich die Mannschaften „nur“ auf Platz 13 und 14 wieder, Titelanwärter Preußen Münster liegt gar nur auf Rang 17 mit 28,62 Jahren im Kader-Schnitt. Julian Schauerte, der in den abgelaufenen drei Spielzeiten Kapitän bei Preußen Münster war, ehe es ihn in die sauerländische Heimat nach Winterberg und zum Oberliga-Meister Kaan-Marienborn zog, sagt fast schon demütig: „Jeder Punktgewinn ist gut für uns im Kampf um den Klassenerhalt.“ Ob da einer ein wenig tiefstapelt?

Seltenes Bild an der Tabellenspitze

Nur einmal, und das war zu Beginn der Saison 2012/13, war ein Aufsteiger mit Viktoria Köln auch nach fünf Spieltagen Tabellenführer, am Ende der Saison reichte es für Platz sechs. Bemerkenswert war 2017 auch der KFC Uerdingen, der als Dritter am 5. Spieltag gut dastand, am Ende der Saison sogar Meister war.

Aber das Doppelpack aus Kaan-Marienborn und Düren, zwei Aufsteiger auf Platz eins und zwei, das hat was schon ein Alleinstellungsmerkmal. Der Wuppertaler SV als Regionalliga-Rückkehrer 2016 war auch mal Dritter, RW Ahlen ein Jahr zuvor immerhin Sechster nach fünf Partien. Nur Kaan-Marienborn und Düren, Erster und Zweiter, schon irgendwie irre.

Bittet Schauerte den Ex-Club auf Kunstrasen?

Münsters früherer Kapitän schraubt alle verfrühten Erwartungen derweil zurück. Es sei ein langwieriger, vielleicht auch schwieriger Prozess, die Zuschauer für Kaan-Marienborn, ein Stadtteil im Osten von Siegen, zu gewinnen. Die Heimspiele sahen im Durchschnitt 539 Zuschauer – also 1619 insgesamt. Im Topspiel gegen Rödinghausen waren es nur 425. Da muss noch was kommen. Schauerte glaubt: „Die Zuschauer werden langsam auf den Geschmack kommen.“

Vorerst genügt dafür die Herkules-Arena, Untergrund Kunstrasen, mit ihren 4000 Plätzen allemal. Und, so Schauerte: „Für die Spiele gegen Oberhausen, Aachen oder Münster könnte umgezogen werden.“ Das Leimbachstadion, wo SF Siegen noch beheimatet ist, bietet 18 500 Menschen Platz und ist noch klassische alte Schule des Arena-Baus.

Nehrbauer in der 2. Bundesliga erprobt

Das Erfolgsrezept der Mannschaft von Trainer Thorsten Nehrbauer, der immerhin auf 132 Zweitligaspiele (1. FC Saarbrücken, SV Mainz 05 und Hannover 96) verweisen kann, umschreibt Schauerte vor allem mit intaktem Teamgeist. Und das die „Neuen“, wie er einer sei, problemlos integriert worden sind. Wenn Fußball immer so einfach wäre. Nehrbauer selbst spricht aktuell vom „Kaansinn“, der beim Aufsteiger abgehen würde. Die einzige Niederlage (0:2) im Jahr 2022 kassierte der Club im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg. Wobei: Am 8. Oktober gastiert Kaan-Marienborn in Münster. Vormerken...

Natürlich gibt es auch in Nehrbauers Kader Spieler, die studieren oder nicht voll auf die Karte Fußball setzen, andere wie Schauerte oder der Ex-Preuße Nico Brandenburger sind Vollprofis. Kaan-Marienborn, so viele steht fest, ist nicht zu unterschätzen. Am Sonntag geht es zum Tabellenzehnten Schalke 04 II.

Dürens Westkampfbahn bleibt Spielort

Währenddessen ist in Düren die Stimmung prächtig. Dafür sorgte Trainer Guiseppe Brunetto mit seiner Mannschaft. Die Heimspiele dürfen in der Westkampfbahn ausgetragen werden. Es soll sich um eines des ältesten Stadien mindestens in NRW handeln, bis zu 6000 Menschen passen hier rein, der Gäste-Block wurde für Regionalliga-Spiele mit einem Stabgitterzaun nun versehen, 800 Fans können untergebracht werden.

Auch beim Tabellenzweiten reicht der Spielort im Normalfall aus, immerhin 950 Zuschauer kamen im Schnitt zu den Heimspielen. Brunetto hat den Oberliga-Meister dabei auf Touren gebracht. Und außerdem hat er mit Marc Brasnic einen echten Goalgetter, der in 29 Oberliga-Punktpartien 30 Tore schoss – nun mit drei Toren in der Regionalliga aufhorchen lässt. Am Samstag geht es nach Lippstadt.

Goalgetter beim 1. FC Düren: Marc Brasnic (l.) traf in der Oberliga 30 Mal in 29 Partien - und steht nun auch schon wieder bei drei Regionalliga-Toren. Foto: Imago/Fotostand

„1. FC Düren – Düren spüren“, so werden Interessierte auf die Homepage des Clubs gelockt. Keiner weiß, wo das noch hinführen kann, aber mit Sicherheit am 22. Oktober zum Gastspiel nach Münster.

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