1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Preussen-muenster
  6. >
  7. „Rundum zufrieden“ – Doppelte Preußen-Freude nach Sieg im Spitzenspiel

  8. >

Fußball: Regionalliga West

„Rundum zufrieden“ – Doppelte Preußen-Freude nach Sieg im Spitzenspiel

Münster

Natürlich war der SV Rödinghausen im Vorfeld ein Thema, zu viel war in der Vergangenheit passiert. Der 1:0-Erfolg der Preußen am Samstag schmeckte deshalb gleich doppelt gut – und brachte dem SCP nebenbei drei ganz wichtige Punkte.

Von Thomas Rellmann

Moment der Freude: Thomas Kok und Alexander Langlitz feiern Torschütze Thorben Deters. Foto: Peperhowe

Mmmmh, dieser Erfolg schmeckte besonders lecker. Preußen Münster freute sich über das 1:0 (0:0) gegen den SV Rödinghausen doppelt und dreifach. Zum einen, weil die Ostwestfalen in der Vergangenheit kolossal genervt hatten, vor allem sportlich, manchmal aber auch außerhalb des Rasens. Zum anderen, und das war der entscheidende Aspekt, setzte sich der Spitzenreiter nach dem Gipfeltreffen vom ersten Verfolger auf vier Zähler ab – und hat noch das Nachholspiel am Samstag in Aachen in der Hinterhand.

„Es ist noch zu früh“, sagte Coach Sascha Hildmann und ließ sich nicht auf Rechenmodelle und Prognosen ein. „Alle Gegner sind unangenehm, wir müssen in jeder Partie Widerstände brechen.“ Bisher gelingt das nahezu optimal. Sieben Siege in acht Partien lautet die Super-Ausbeute. Hoch gehandelte Konkurrenten lassen zuverlässig Federn, Münster liefert und erfüllt die höchsten Erwartungen.

Intensive Anfangsphase

Die Rödinghauser, die dem SCP vor allem die Pokal-Suppe so oft versalzen hatten, waren erneut ein „ekliger“ Kontrahent, aber bei aller Qualität in der Deckung doch nicht immer sattelfest und nach vorn eher bieder. Vereinzelt war’s hitzig, hier und da brodelte es, aber alles in allem blieb es mit Blick auf die Vorgeschichten und die Tabellenkonstellation erstaunlich fair. „Es war sehr intensiv, wir wollten den Gegner schnell zu Fehlern zwingen. Anfangs waren wir etwas zu ungenau in der Box, aber insgesamt sehr engagiert und im Gegenpressing voll da“, so Hildmann.

Die phasenweise Passivität nach der Führung war ihm aber auch nicht entgangen. „Da haben wir uns aufs Verteidigen konzentriert. Ich hätte mir noch den einen oder anderen besseren Konter gewünscht.“ Geschenkt. Die Preußen waren dominant, lange überlegen, viel torgefährlicher und der logische Gewinner.

Wegkamp noch zu unentschlossen

Vor allem Gerrit Wegkamp hätte im ersten Durchgang mit etwas mehr Entschlossenheit für Tore sorgen können. Mal nur ein Schüsschen (16.), mal die Hand von Torwart Tiago Estevao (17.), mal Rücklage (24.), mal ein überhasteter Versuch (25.) oder fehlendes Zielwasser nach einer einer schönen Freistoßvariante über Marc Lorenz, Alexander Hahn und Simon Scherder (33.) – der Ball wollte nicht rein. Seinen Steilpass auf Thorben Deters bereinigte Estevao (26.). Der Gast hatte nur durch den Freistoß von Kevin Hoffmeier, den Keeper Max Schulze Niehues parierte, einen nennenswerten Abschluss (8.). „Es war eine sehr gute Halbzeit“, sagte der Torhüter. „Wir hätten führen können.“

Hälfte zwei: Wenige Sekunden waren gespielt, da chippte Dennis Grote die Kugel elegant (und jetzt mit Rückenwind) hinter die Abwehrkette, Deters war da, umkurvte den Schlussmann und legte zwischen zwei Verteidigern auf der Linie den Ball ins Netz (46.). „Richtig gut gespielt, das haben wir trainiert“, sagte Hildmann.

„Wir sind schon etwas unter Druck geraten“

Der SVR musste sich aus der Deckung wagen. Das tat er oft über Patrick Kurzen, dessen Schuss sich der nach der Pause überragende Hahn in den Weg stellte (61.). Brenzlig wurde es bei einem Kopfball von Daniel Flottmann (67.). Da fehlte wenig. „Wir sind schon etwas unter Druck geraten“, so Schulze Niehues. „Wenn man führt, rückt man automatisch ein paar Meter nach hinten und der Gegner macht auf“, sagte Wegkamp über diese Minuten. „Es ist gut gegangen. Wir haben den Tabellenzweiten geschlagen und sind rundum zufrieden.“ Der eingewechselte Deniz Bindemann hatte noch zweimal das 2:0 auf dem Fuß (74., 77.), und der Regen machte die Schlussphase noch zu einer Zitterpartie, weil nicht jeder Ball zu kontrollieren war. „Dass auf dem rutschig-matschigen Boden auch mal einer verspringt, wird uns wohl verziehen“, sagt Deters. Beim Abpfiff brach dann frenetischer Jubel aus.

Erstes Tor für glücklichen Deters

Das wiederum machte Hildmann stolz: „Es ist herrlich, wenn ich sehe, wie die Menschen sich alle freuen und lachen.“ Im Moment haben die Fans häufig Grund, Fröhlichkeit zu zeigen.

Startseite
ANZEIGE